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Raus aus den Schulzimmern und rein in die Technik

Diese Woche wird auf dem Werkareal der Ems-Chemie das Projekt Mint-Camps GR 2018 durchgeführt. Das Chemieunternehmen möchte damit bei Schülern und Lehrern das Interesse an technischen Berufen wecken.

Corinne
Raguth Tscharner
Donnerstag, 01. März 2018, 04:30 Uhr Projekt für künftige Lehrlinge

In einem Gebäude mitten auf dem Areal der Ems Chemie AG riecht es nach Gas. Für den Gasgeruch verantwortlich sind nicht die üblichen Arbeiten innerhalb des Chemieunternehmens, sondern Schüler verschiedener Altersstufen. Mit Bunsenbrenner erhitzen die Kinder gerade Reagenzgläser, die mit einer bunten Flüssigkeit gefüllt sind. Gespannt beobachten sie die chemischen Reaktionen in ihren Händen. Mehrere Lernende des Chemieunternehmens und Studenten der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) schauen ihnen dabei über die Schulter und geben Tipps zur Handhabung der Geräte.

Sie alle sind Teil des Mint-Camps GR 2018. Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Durchgeführt wird das Mint-Camp zum fünften Mal gemeinsam von der Ems-Chemie und der PHGR. Insgesamt nehmen dieses Jahr 120 Primarschüler, 80 Lernende und rund 80 Studenten an den auf eine Woche verteilten 83 Workshops teil.

Ein Blick in die Zukunft

«Es ist wichtig, dass sich Schüler und Lehrer nicht nur in den Schulzimmern verbarrikadieren, sondern Wirtschaft und Technik erleben», sagt Projektleiterin Lilian Ladner. Mit dem Camp möchte man das Interesse der Schüler an Berufen im Mint-Bereich wecken. «Ich finde es cool, dass man einen Einblick in die Zukunft bekommt – wie es sein könnte, wenn man später hier arbeitet», meint denn auch Schülerin Ida. Sie nimmt an Workshops des Levels 1 teil, bei dem die Kinder die Grundlagen der verschiedenen Gebiete kennenlernen.

Bestehendes Wissen vertiefen

Neu können erfahrene Mint-Camp-Teilnehmer in diesem Jahr zum ersten Mal Level-2-Workshops besuchen. «Mit Level 2 können die Schüler ihr Wissen vertiefen. Wir wollen sie damit wirklich weiterbringen», so Ladner. «Die Kinder arbeiten auf dem Level schon viel selbstständiger», sagt Vanessa Tino. Sie macht eine Lehre bei der Ems-Chemie und bringt den Kindern den Bereich der Robotik näher. Gemeinsam bauen sie Lego-Roboter und programmieren deren elektronische Steuerungen. «Sie bringen zu Beginn schon andere Kenntnisse mit und kennen das Programm bereits, das wir verwenden», so Tino weiter.

Alle Camp-Teilnehmer besuchen die dritte bis sechste Primarklasse. «In naher Zukunft möchten wir zudem Level 3 einführen», sagt Ladner. Dann sollen auch ältere Schüler ihre Kenntnisse im Mint-Bereich vertiefen und erweitern können.

Mint-Förderung mit einem Pass

Ebenfalls eine Neuheit in diesem Jahr ist der sogenannte Mint-Kompetenzenpass. Darin halten die Kinder die erworbenen Mint-Kompetenzen der verschiedenen Levels fest. «Den Pass können sie dann bei der Lehrstellensuche vorlegen», erklärt Ladner.

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