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KVA Linth versorgt Betriebe mit Fernwärme

Die KVA Linth nutzt die Abwärme aus den Verbrennungsöfen für ein eigenes Fernwärmenetz. Dieses wurde 2017 um 3,5 Kilometer erweitert. Nun ist das neue Stück Leitung in Betrieb genommen worden. Ein Gartencenter und die Eternit profitieren davon.

Südostschweiz
Montag, 12. Februar 2018, 04:30 Uhr Inbetriebnahme
Vertreter der KVA Linth und der Eternit freuen sich über die Inbetriebnahme der neuen Fernwärmeleitung.
PRESSEBILD

Die KVA Linth in Niederurnen hat sich in den vergangenen 40 Jahren von der einfachen Kehrichtverbrennungsanlage zum modernen thermischen Kraftwerk entwickelt. Das Unternehmen nutzt die Verbrennungswärme zur Produktion von Ökostrom. Zudem betreibt die KVA Linth ein eigenes Fernwärmenetz. Dieses wurde 2017 erweitert, bis zum Knotenpunkt Eternit.

Der Ausbau des Fernwärmenetzes sei ein Schlüsselprojekt, wird Geschäftsführer Walter Furgler in der Mitteilung des Unternehmens zitiert. Denn neue gesetzliche Vorgaben fordern von Kehrichtverbrennungsanlagen eine weitere Steigerung der Energieabgabe. Die Bauarbeiten hätten ohne grössere Zwischenfälle ausgeführt und termingerecht abgeschlossen werden können, so Furgler.

«Angebot zur richtigen Zeit»

Bereits Mitte November wurden Gewerbebetriebe in der Unteren Allmeind in Ziegelbrücke an die neue Leitung angeschlossen. Darunter das Gartencenter Grünenfelder. «Das Angebot, auf Fernwärme umzusteigen, kam für uns genau rechtzeitig», wird Paul Blum, Projektleiter Gartencenter, zitiert. Denn die bisherige Heizanlage habe ausgedient gehabt und hätte aufwendig saniert werden müssen. «Weil die neue Fernwärmeleitung an unserem Gebäude vorbei und erst noch über unser Land führt, lag der Wechsel nahe», so Blum.

Anfang Februar erfolgte dann schliesslich der Anschluss der Eternit (Schweiz) AG an das Fernwärmenetz. Gleich wie beim Gartencenter Grünenfelder spiele auch hier das Umweltbewusstsein eine wichtige Rolle, heisst es in der Mitteilung. Denn die Nutzung der KVA-Abwärme sei zu 100 Prozent C02-neutral. «Ökologie war bei der Eternit (Schweiz) AG schon immer ein zentrales Thema», so Wolfgang Figoutz, CIO und Umweltbeauftragter der Eternit. Für das Unternehmen sei der Entscheid, auf Fernwärme umzusteigen, eine Investition in die Nachhaltigkeit.

Die Eternit ist neu die grösste Fernwärmeabnehmerin der KVA Linth. Ohne Eternit wäre das Projekt laut KVA-Geschäftsführer Furgler nicht möglich gewesen.

Abstimmung auf Drittprojekte

Der Ausbau des Fernwärmenetzes werde im nächsten Frühjahr mit allen beteiligten Parteien gefeiert, teilt die KVA Linth weiter mit. Die sorgfältige Abstimmung auf Drittprojekte des Abwasserverbandes Glarnerland und der Gemeinde Glarus Nord habe zu einer erfreulichen wirtschaftlichen und technischen Optimierung des Gesamtprojekts geführt. Indem der offene Fernwärmegraben auch durch andere Werke genutzt werden konnte, hätten sich Synergien für alle beteiligten Partner ergeben.

Noch dieses Jahr sollen weitere Geschäftsliegenschaften und Privathaushalte entlang der neuen Leitung an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Zurzeit werden mit verschiedenen Interessenten Gespräche geführt. Die Erweiterung des Netzes Richtung Oberurnen, Näfels und Mollis sowie Bilten werde geprüft.

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