×

Ein 39 Meter tiefes Loch für Malans

Der Bahnverkehr der Rhätischen Bahn ist eine potenzielle Gefahr für das «Pumpahüsli» in Malans. Deshalb baut Malans gemeinsam mit der Nachbargemeinde Landquart ein neues Grundwasserpumpwerk.

Corinne
Raguth Tscharner
25.01.18 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Angebohrt: Zwischen Malans und Landquart entsteht ein neues Pumpwerk.
Angebohrt: Zwischen Malans und Landquart entsteht ein neues Pumpwerk.
OLIVIA ITEM

Das «Pumpahüsli» versorgt die Gemeinde Malans seit 1930 bei längerer Trockenheit mit zusätzlichem Wasser, wenn die bestehenden Quellen nicht ausreichen. Bereits im kommenden Sommer soll es durch ein neues Grundwasserpumpwerk ersetzt werden.

Grund dafür sind laut Gemeindepräsidentin Susanne Krättli-Lori die Nähe zu den Geleisen der Rhätischen Bahn (RhB) und der geplante Ausbau der RhB-Doppelspur zwischen Landquart und Malans. «Potenzielle Bahnunfälle sind eine Gefahr für die bestehende Wasserversorgungsanlage. Sie wird den heutigen Sicherheitsanforderungen nicht gerecht», so Krättli-Lori. Wenn ein Wagen mit heikler oder gefährlicher Fracht beim «Pumpahüsli» verunfalle, sei die Qualität des Wassers in Gefahr.

Ausserdem steht die Anlage am Bahnabschnitt, der voraussichtlich noch in diesem Jahr zu einer Doppelspur ausgebaut wird, und steht somit diesem Plan im Weg. Deshalb erfolgte gestern der Spatenstich zum Bau eines neuen Pumpwerks auf dem Gebiet der Panxwiesen. 39 Meter tief wird dort gebohrt, um das Wasser mit drei Pumpen zu fördern. Rund drei Millionen Franken wird das Projekt kosten. Daran beteiligt sich zur Hälfte die Gemeinde Landquart, denn auch sie hat Bedarf an einem zusätzlichen Grundwasserpumpwerk. «Wir wussten schon seit drei oder vier Jahren, dass wir mit den bestehenden Quellen knapp dran sind», sagte Sepp Föhn, Gemeindepräsident von Landquart. «Und vor allem wollen wir Sicherheit.» In Landquart stünden viele Lebensmittelbetriebe, denen die Gemeinde jederzeit sauberes Wasser gewährleisten möchte. So wird sich Landquart auch mit 77 Prozent an den Betriebs- und Unterhaltskosten beteiligen und darf dafür 7000 von den insgesamt maximal 9000 Litern Wasser pro Minute beziehen.

Wertvolles Landwirtschaftsland

Da sich das Land, wo das neue Pumpwerk gebaut wird, nicht im Besitz der Gemeinden befand, musste unter anderem mit dem Bauernhof Neugut ein Landabtausch vorgenommen werden. «Es war uns ein grosses Anliegen, dass alles im gegenseitigen Einvernehmen durchgeführt wird und niemand Land verliert», erklärte Krättli-Lori.

Corinne Raguth Tscharner ist stellvertretende Chefredaktorin Online/Zeitung und Chefin vom Dienst bei «suedostschweiz.ch». Zuvor erlernte sie das journalistische Handwerk als Volontärin in vier verschiedenen Redaktionen (Print, Online, Radio, TV) und war als Online-Redaktorin tätig. Mehr Infos

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Wirtschaft MEHR