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Hat der Skipasshalter bald ausgedient?

Die Digitalisierung hält auch auf den Skipisten Einzug. Immer mehr Schneesportler besorgen sich ihre Skitickets bequem online oder auf dem Handy. Und das kann sich finanziell lohnen.

Gian Andrea
Accola
Freitag, 12. Januar 2018, 19:03 Uhr Kunden schätzen Flexibilität
Immer mehr Schneesportler besorgen sich ihre Tickets online.
SYMBOLBILD PIXABAY

Der Gang zur Kasse an der Talstation. Geld und Barcode-Steckkarten wechseln in der Drehscheibe wie von Geisterhand die Seiten. Ein Griff zur Karte und flugs ist sie am Ausziehgummiskiticketdings (der Duden will die – somit inoffizielle – Bezeichnung «Skipasshalter» nicht kennen) befestigt. Dann in der einen Hand die Skis oder das Snowboard, in der anderen das Ticket und auf zum Drehkreuz mit dem Kartenleser. Los geht das Schneevergnügen.

Bereits ein Viertel auf dem Handy

So kennt man das. Zumindest, wenn man wenigstens ein bisschen analog aufgewachsen ist. Heute ist das offenbar anders. Denn immer häufiger werden Skitickets auf dem digitalen Weg gekauft, wie Ticketcorner in einer Mitteilung schreibt. Über die Weihnachts- und Neujahrstage hat der Ticketvertreiber nach eigenen Angaben über 30'000 Skitickets verkauft. Bereits ein Viertel der Buchungen würden überdies via die neue Ski-App getätigt.

Doch worauf sind diese Zahlen zurückzuführen? Ticketcorner sieht dafür drei Gründe. Einerseits schätzten die Kunden die Flexibilität, andererseits erspare man es sich so, an der Kasse anzustehen. Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Onlinebuchungen sei ausserdem das dynamische Preismodell. Dieses wendet Ticketcorner seit der laufenden Saison bei der Skiarena Andermatt-Sedrun an. «Unsere Gäste schätzen das neue Modell, da es volle Transparenz schafft», sagt Silvio Schmid, CEO der Skiarena. «Das neue System ist akzeptiert und wir können damit unsere Ziele erreichen.»

Doch noch was für Nostalgiker

Vom dynamischen System profitieren laut Ticketcorner besonders Frühbucher. Und das kommt an: Hätten die Kunden im vergangenen Winter durchschnittlich noch 1,5 Tage vor dem Skitag gebucht, so liege die Frühbucherrate in der laufenden Saison um ein Vielfaches höher. Der Kauf sei allerdings auch jederzeit von unterwegs möglich. Das Ticket lasse sich in der Folge bequem via Scanfunktion auf eine Skicard übertragen.

Eine Skicard, werden sich Nostalgiker denken. Wenigstens bleibt ihnen so – der Digitalisierung zum Trotz – die Ticketkontrolle an den Drehkreuzen erhalten.

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