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Axpo schreibt schwarz, aber …

Der Energiekonzern Axpo vermeldet nach den Milliardenverlusten in den Vorjahren diesmal einen Gewinn von 310 Millionen Franken. Für den Kanton Glarus verheisst das nicht automatisch Gutes.

Rolf
Hösli
Donnerstag, 21. Dezember 2017, 04:30 Uhr Gewinn
Der Energiekonzern Axpo vermeldet nach den Milliardenverlusten in den Vorjahren einen Gewinn. Auf dem Bild: Staumauer Muttsee.
ARCHIV SASI SUBRAMANIAM

Auf den ersten Blick tönt es nach einer guten Nachricht: Die Axpo schreibt wieder schwarze Zahlen. Nach den riesigen Verlusten in den drei Geschäftsjahren zuvor ist das eine deutliche Steigerung für den Energiekonzern, an dem der Kanton Glarus beteiligt ist.

Doch das Ergebnis täuscht. Denn mit der Stromproduktion in der Schweiz schreibt die Axpo weiterhin Verluste. Nach wie vor sind die Strompreise hierzulande im Keller. Zudem spürt die Axpo, dass zwei ihrer Atomkraftwerke derzeit stillstehen. Das Betriebsergebnis ist im Geschäftsjahr 2016/17 deshalb nur noch knapp halb so hoch wie im Vorjahr. Die Verluste sind dabei fast ausschliesslich in der Schweiz angefallen.

Keine Axpo-Millionen für Widmer

Aus diesem Grund schlägt der Axpo-Verwaltungsrat der Generalversammlung vor, trotz den schwarzen Zahlen auch diesmal auf eine Dividende zu verzichten. Bis vor drei Jahren konnte der Glarner Finanzdirektor Rolf Widmer jeweils mit rund 5 Millionen Franken rechnen, die Jahr für Jahr ins Glarner Kantonskässeli flossen.

Axpo-Chef Andrew Walo geht von einer weiterhin angespannten Situation aus, wie er an der gestrigen Medienkonferenz in Zürich sagte. Für das Geschäftsjahr 2019/20 zeigte sich Walo jedoch vorsichtig optimistisch. Die steigenden Grosshandelspreise für Strom in Europa und der erstarkte Euro gegenüber dem Schweizer Franken liessen mittelfristig wieder steigende Erträge erwarten, sagte Walo.

Nochmals sparen angesagt

2018 jedoch ist noch einmal sparen angesagt. Die Axpo will die Kosten um weitere 35 Millionen Franken senken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Axpo das selbst gesteckte Sparziel von 200 Millionen Franken um 7 Millionen Franken übertroffen.

Zuversichtlich zeigte sich Andrew Walo, dass der seit mehr als zweieinhalb Jahren stillstehende Meiler Beznau 1 Ende Februar wieder ans Netz gehen kann. Beim Atomkraftwerk Leibstadt, das wegen eines Qualitätsmangels nur mit reduzierter Leistung produzieren darf, gibt es noch keine Prognose, wann das Werk wieder den Normalbetrieb aufnehmen kann.

Zu verdanken ist der aktuelle Gewinn von 310 Millionen Franken höheren Strompreisen im Ausland, einem Kostensenkungsprogramm sowie dem Verkauf des Höchstspannungsnetzes an Swissgrid. Dieser allein hat 139 Millionen Franken ausserordentlich in die Kasse gespült. Zudem muss die Axpo weniger Wertberichtigungen vornehmen als in den drei Verlustjahren – Stichwort «Linthal 2015». Dazu hat die Axpo Rückstellungen aufgelöst.

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