In Glarus Süd kommt Alter vor Gesundheit
Auf dem Electrolux-Areal in Schwanden soll eine Altersresidenz entstehen. Von der Idee eines Gesundheitszentrums mussten sich die Eigentümer verabschieden.
Auf dem Electrolux-Areal in Schwanden soll eine Altersresidenz entstehen. Von der Idee eines Gesundheitszentrums mussten sich die Eigentümer verabschieden.
Von Olga Shostak
Es ist ein Jahr her, seit die Glaro Immobilien AG über die Umnutzungspläne des Electrolux-Areals informiert hat. Nun gibt Dieter Steiger, Mitbesitzer der Glaro Immobilien AG, die seit zwei Jahren Eigentümerin des Electrolux-Areals in Schwanden ist, ein anderes Konzept bekannt: Das ehemalige Verwaltungsgebäude soll zu einer Altersresidenz umgebaut werden. Geplant seien 25 Suiten und mehrere Gemeinschaftsräume. Die Gebäudehülle soll laut Steiger erhalten bleiben: «Durch die Minergie-Sanierung wird das Gebäude einem Neubau entsprechen.»
Die Residenz kostet fünf Millionen
Derzeit ist die Immobilienfirma auf der Suche nach Geld. Sie benötigt ein Darlehen von 700 000 Franken. «Das Darlehen hat den Zweck, die Eigenkapitalbasis zu stützen», sagt Steiger. Die Gesamtkosten für das zweiteilige Bauvorhaben belaufen sich auf über fünf Millionen Franken.
Die erste Etappe sei die bereits erwähnte Sanierung des 2000 Quadratmeter grossen Verwaltungsgebäudes. Bei der zweiten Etappe handle es sich um einen Ersatzbau. Ein Nebengebäude mit einer ähnlich grossen Fläche müsse abgerissen und neu gebaut werden.
Mit dem ursprünglichen Konzept eines Gesundheitszentrums (die «Südostschweiz» berichtete) habe der Umbau zur Altersresidenz aber nichts mehr zu tun. Geplant war ein Ärztezentrum mit einer Ambulanzstation. Auch die Glarner Krankenversicherung (GLKV) war am Projekt beteiligt. Die GLKV hat sich aber vom Projekt «losgelöst», wie der Geschäftsführer Hanspeter Zweifel letztes Jahr erklärte: Ein derartiges Zentrum sei für die Gesundheitsvorsorge von Glarus Süd zwar nötig, da es immer schwieriger werde, Hausärzte zu finden, doch man sehe es nicht als Kernaufgabe der GLKV.
Somit stand die Glaro Immobilien vor einer Herausforderung, so Steiger. «Es ist äusserst schwierig, einen Betreiber für das Gesundheitszentrum zu finden.» Da die Glaro Immobilien AG nicht über das spezielle Know-how im Gesundheitsbereich verfüge, habe sie sich von Beginn an dagegen entschieden, das Gesundheitszentrum selbst zu betreiben. «Somit haben uns nachdem kein Betreiber gefunden werden konnte für das betreute Wohnen entschieden», erklärt Steiger. Diverse Machbarkeitsstudien hätten ergeben, dass sich die Gebäudestruktur dafür besonders gut eigne. Mit der Spitex und anderen lokalen Organisationen sei es möglich, die Betreuung der Bewohner sicherzustellen.
«Wir wollen möglichst schnell mit der Sanierung beginnen.» Realistisch sei der Baubeginn Anfang 2018. «Derzeit erarbeiten wir gemeinsam mit lokalen Energieversorgern ein neues Heizkonzept», sagt Steiger. Weiter sollen eine Bodenheizung und eine Smarthome-Infrastruktur eingebaut werden.
Es seien schon die ersten Anfragen von Interessenten eingegangen. «Bei ihnen handelt es sich unter anderem um Heimwehglarner, die in den Kanton zurückkehren und ihren letzten Lebensabschnitt in der Heimat verbringen wollen.» Und da sich die Glaro Immobilien AG für soziales Engagement einsetze, wolle sie mit der Altersresidenz betreutes Wohnen erschwinglich machen.
120 Stellen lassen sich schaffen
Derzeit vermietet die Glaro Immobilien Büro- und Produktionsräume an die Schätti AG Metallwaren, die Kunststoff Schwanden AG, die Kessler Sport AG, die Inauen Schätti AG und die Glarner Krankenkasse. Laut Steiger wird es noch etwas dauern, bis alle diese Unternehmen ihren Ausbau oder ihre Investitionen getätigt haben. «Wenn es so weit ist, erreichen wir die 120 Arbeitsplätzen, von denen wir bei der Übernahme des Areals ausgingen», erklärt er.
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