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Die Haupternte ist vorbei

In den Bündner Rebbergen ist es wieder ruhiger geworden. Die Haupternte ist vorbei. Zeit für eine erste Bilanz.

Philipp
Wyss
Donnerstag, 12. Oktober 2017, 14:15 Uhr Weinjahrgang 2017
Die Winzer und die Wimmel-Helfer sind wieder aus den Rebbergen verschwunden.
YANIK BÜRKLI

Was war das für ein Rebjahr. Zuerst die Frostnächte. Dann ein feuchter September. Und zuletzt ein frühes Wimmeln. Inzwischen ist die Haupternte vorbei. «Ende Woche dürften alle Rebberge mit ganz wenigen Ausnahmen gewimmelt sein», sagt der Bündner Rebbaukommissär Hans Jüstrich auf Anfrage.

Möglicherweise würden nächste Woche noch Trauben in ein paar wenigen Rebbergen hängen, so Jüstrich weiter. «Wenn dem so ist, dann handelt es sich dabei um spät reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Cabernet Franc.»

Einzelne Winzer in der Bündner Herrschaft haben die Traubenlese bereits länger abgeschlossen:

Vernünftige Aussagen zu Menge und Qualität kann Jüstrich noch nicht machen, da die Daten derzeit noch verarbeitet würden. Es lässt sich aber bereits sagen: «Die Menge fällt in der Regel höher aus als erwartet, abgesehen von einigen Lagen mit den Spätfrostschäden von Ende April.»

Fakt sei zudem, dass das Wimmeln heuer wegen des Sönderns* des Traubenguts vielfach sehr aufwendig war.

*Söndern = Sortieren bzw. Aussondern des gesunden vom faulen und unreifen Traubenguts.

Die Erntemengen zwischen Rot- und Weissweintrauben variert teilweise stark:

Im vergangenen Jahr betrug die Traubenernte im Graubünden 2,75 Millionen Kilogramm oder 20‘547 Hektoliter (75 Prozent davon Rotwein). Sie lag
sieben Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. Die Menge entspricht 2,75 Millionen Sieben-Deziliter-Weinflaschen oder 14 Flaschen pro Einwohner in Graubünden. Aneinandergereiht ergäben diese Flaschen eine Kolonne von 220 Kilometern oder von Chur nach Solothurn.

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