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Definitives Aus für «Braui» Flims

Trotz Auslagerung der Bierproduktion ins Appenzell entspannte sich die finanzielle Lage nicht: Der Restaurationsbetrieb der Aktienbrauerei Flims Surselva AG und die Brauerei müssen schliessen.

Madleina
Barandun
Mittwoch, 06. September 2017, 05:00 Uhr Per 31. Oktober
Die «Braui» Flims

Die Fans der Sursilvaner Kultbiere «Blutzcher», «Marenghin» und «Rensch» tun gut daran, sich in nächster Zeit einen grösseren Biervorrat anzulegen. Ihren Lieblingsgerstensaft wird es nämlich nicht mehr lange geben: Am 31. Oktober wird die Aktienbrauerei Flims Surselva AG die Türen des Restaurants definitiv schliessen und die Bierproduktion einstellen, wie der Churer Anwalt Jürg Riedi im Auftrag des Verwaltungsratspräsidenten Beat Glaus gestern mitteilte.

Wie es mit der Aktiengesellschaft weitergehen solle, sei noch offen. Darüber werde man anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom Dienstag, 5. Dezember, befinden, hiess es in der Medienmitteilung Riedis weiter.

Auslagerung brachte zu wenig

Dass die finanzielle Lage des Unternehmens nicht rosig war, war der breiten Öffentlichkeit bereits seit Ende April klar: Die 2005 in Flims Waldhaus durch den ehemaligen Hotelier Glaus begonnene Brautätigkeit wurde damals stark reduziert und die Sursilvaner Biere fortan kostengünstiger von der Brauerei Locher in Appenzell gebraut (Ausgabe vom 28. April).

Die hohen Unterhalts- und Lohnkosten der Flimser Brauerei, die zunehmende Konkurrenz durch andere Kleinbrauereien und die Abnahme der Logiernächte in der Surselva hatten den Verwaltungsrat im Frühling zu diesem Entscheid gedrängt. Von einer endgültigen Schliessung der Brauerei samt Restaurationsbetrieb war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine Rede.

Unterstützung für Mitarbeiter

Nun sieht alles anders aus: Dem Unternehmen ging das Geld definitiv aus. «Man hoffte, dass das Unternehmen nach der Auslagerung der Brautätigkeit durch das Restaurant getragen werde. Das war im Rückblick vielleicht etwas gar optimistisch», sagte Riedi gestern. Das Gästeaufkommen im Bierrestaurant konnte den Niedergang nicht aufhalten, zumal der Konkurrenzdruck unverändert hoch blieb. Ein beigezogener Fachmann riet am Ende zu einem klaren Schlussstrich, meinte Riedi weiter. «Für den bereits 74-jährigen Beat Glaus war dies ein sehr harter Schlag.»

Jobsuche für Mitarbeiter

Geschäftsführer Glaus selber war gestern nicht erreichbar. Wie auch andere Mitglieder des Verwaltungsrats war er unterwegs, um die Brauereiutensilien zu verkaufen. Glaus lägen insbesondere die Schicksale der neun Mitarbeitenden am Herzen, sagte Anwalt Riedi. Mit seinem grossen Netzwerk wolle Glaus diese bei der Suche nach neuen Jobs unterstützen. Die Räumlichkeiten des Restaurationsbetriebs selbst sollen verkauft oder durch die AG vermietet werden.

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