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IP-Telefonie bald auch in den SAC-Hütten

Digital telefonieren und das Internet nutzen: Das soll bald auch in den abgelegensten Berghütten möglich sein. Dafür schliessen sich die Schweizer Alpenverbände und Swisscom zusammen. Wie genau das aussieht, erklärt «suedostschweiz.ch».

Südostschweiz
Dienstag, 29. August 2017, 14:28 Uhr Partnerschaft für Netz
Alle SAC-Hütten sollen bald die IP-Telefonie nutzen können.
MARCO HARTMANN

Digital telefonieren und das Internet nutzen: Damit das auch in den SAC-Hütten und Alpwirtschaftsbetrieben möglich ist, schliessen sich Swisscom und die Alpenverbände zusammen. Von der herkömmlichen Festnetztelefonie wird auf die sogenannte IP-Telefonie gewechselt (IP steht für Internet Protokoll), um über das Internetnetz telefonieren zu können. Ebenso soll das Internet für den Betrieb der Hütten besser genutzt werden können, so zum Beispiel für das Online-Reservationssystems des SAC.

Diese Umstellung bedeutet aber, dass ab dem Umstellungszeitpunkt von der analogen auf die digitale Technologie herkömmliche Telefonleitungen, die mit Strom betrieben werden, nicht mehr zur Verfügung stehen. Der IP-Telefonanschluss braucht einen Router, der wiederum eine lokale Stromversorgung voraussetzt. Und genau das gehört nicht in den Telekom-Grundauftrag.

Alpenverbände klären Strombedarf ab, Swisscom sorgt für die IP-Technologie

Für den Wechsel auf die IP-Technologie klären der SAC und SAV ab, welche Alpbetriebe und SAC-Hütten eine lokale Stromversorgung benötigen und koordinieren danach die Umsetzung der notwendigen Massnahmen. Die Swisscom liefert im Rahmen der Grundversorgung die Telekom-Erschliessungstechnologie und sorgt für die Umstellung auf die IP-Technologie.

Ein einfaches Unterfangen? Bruno Lüthi, Bereichsleiter Hüttenbetriebe beim SAC, sieht vor allem in der Stromversorgung eine Herausforderung. Diese ist nötig, damit Router und Internetbox funktionieren:

Welche Hütten einen Ausbau der Stromversorgung benötigen, sei Gegenstand einer derzeitigen Umfrage des SAC bei den Alpbetrieben, so Lüthi.

Weiter stuft Lüthi die künftige Abhängigkeit vom Internet als problematisch ein. Falle das Internet aus, funktioniere auch das Telefon nicht mehr. Die Hüttenbetriebe wären dann über die Anzahl neuer Gäste nicht informiert und könnten bei einem medizinischen Notfall nicht reagieren. Deshalb stecke der SAC derzeit mit Swisscom in Verhandlungen darüber, wie in Notfällen eine Verbindung nach aussen aufrechterhalten werden könne, so Lüthi.

Der Wechsel zur IP-Technologie wird mit einem einmaligen Beitrag der Swisscom finanziert, die fachliche Unterstützung liefert die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB).

Bald überall in der Schweiz IP

Die herkömmliche, analoge Festnetztelefonie ist über 100 Jahre alt und entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Schweizerinnen und Schweizer. Mit der Umstellung auf die IP-Telefonie, die schon seit vielen Jahren im Gang ist, schafft Swisscom die technologische Voraussetzung für die Digitalisierung des Wirtschaftsstandortes Schweiz; dabei investiert sie jährlich rund 1,7 Milliarden Franken in den Ausbau und die Modernisierung des Netzes.

Weltweit stellen viele Kommunikationsunternehmen auf die zukunftsorientierte IP-Technologie um. Mittlerweile profitieren über drei Viertel der Kunden – mehr als 1,7 Millionen – von den Vorteilen der IP-Telefonie. Swisscom ist heute schon dabei, an vereinzelten Standorten die veraltete Infrastruktur ganz auf IP umzustellen. Ab Anfang 2018 erfolgt in grösseren Regionen der Schweiz die vollständige Umstellung der Kundenanschlüsse auf IP.

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