Experte: «Es gibt zwei mögliche Szenarien»
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat vor aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Klimaforscher Thomas Stocker führt aus, welche Auswirkungen dieser Schritt mit sich bringen könnte.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat vor aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Klimaforscher Thomas Stocker führt aus, welche Auswirkungen dieser Schritt mit sich bringen könnte.
Gestern wurde bekannt, dass die USA von dem 2015 abgeschlossenen Klimavertrag zurücktreten möchte. Wie sich am G-7-Gipfel am Wochenende gezeigt hat, hat Donald Trump dies jedenfalls vor.
Sollte es so weit kommen, gibt es laut Klimaforscher Thomas Stocker zwei mögliche Folgeszenarien. Zum einen könnten andere Länder dann ebenfalls die Chance sehen aus dem Abkommen auszusteigen oder ihren Verpflichtungen in dessen Rahmen nicht nachkommen. Zum anderen könnte es sein, dass die Führungsrolle, die die USA zusammen mit China übernommen hätte, in andere Hände falle. «Dies ist viel wahrscheinlicher, denn viele Anzeichen zeigen darauf, dass China alleine die Rolle des Leaders übernehmen wird», führt Stocker im Interview mit Radio Südostschweiz aus.
Gegenwind für Trump
Wie Stocker gegenüber Radio Südostschweiz sagt, kann Trump innerhalb der USA auf Gegenwind stossen und seitens der Wirtschaft unter Druck geraten. Vor allem grössere Firmen würden im Klimaschutz eine wirtschaftliche Chance auf eine Neuentwicklung der Infrastruktur sehen. Zudem müsse der Ausstieg im Kongress noch besprochen werden.
Die USA ist eines der wichtigsten Länder, die am Abkommen beteiligt sind. Nur dank dem Zusammenschluss von China und den USA habe es überhaupt zu dem Abkommen kommen können, sagt Stocker.
Das Pariser Klimaabkommen sei historisch und ein wichtiger erster Schritt zur Verbesserung der Klimaprobleme. Ein Schritt, bei dem sich erstmals alle Länder einig waren, dass sie den Klimawandel bekämpfen möchten und sie die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad halten wollen.
Zudem deklariert mit dem Abkommen jedes Land öffentlich, was es in den nächsten zehn Jahren bezüglich Emissionsreduktionen bereit sind zu tun ist.
Seit 160 Jahren ein Problem
Der Klimaforscher macht deutlich, dass es dem Klima nicht gut gehe. «Seit 160 Jahren steigt die Temperatur an.» Weltweit im langfristigen Mittel um 1,8 Grad. In der Schweiz um 1,0 Grad. Das wirkt sich laut Stocker in Form von rückgängigen Gletschern und häufigerem Auftreten von Starkniederschlägen aus. Heftige Gewitter, wie sie in den letzten Tagen übers Land gezogen sind, werde es in Zukunft öfter geben.
Es sei also wichtig, dass man die beschlossenen zwei Grad halten könne und sehr schnell Massnahmen ergreife, um Hitzewellen und das Schmelzen der Antarktis und Grönland und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels abzuschwächen, sagt Stocker. Mit jedem Jahr, in dem die Abgase nicht reduziert würden, werde es schwieriger sein dieses Ziel zu erreichen.
Seiner Einschätzung nach sei man zwar auf dem richtigen Weg, müsse ihn aber viel schneller und entschlossener gehen.
Corinne Raguth Tscharner ist stellvertretende Chefredaktorin Online/Zeitung und Chefin vom Dienst bei «suedostschweiz.ch». Zuvor erlernte sie das journalistische Handwerk als Volontärin in vier verschiedenen Redaktionen (Print, Online, Radio, TV) und war als Online-Redaktorin tätig. Mehr Infos
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