Klimawandel könnte die Surselva stark treffen
In einer durch den Bund und den Kanton mitfinanzierten Studie hat die Region Surselva ihre klimabedingten Risiken und Chancen analysiert. Das Fazit: Der Surselva drohen erhebliche Auswirkungen, falls sie sich nicht an die Veränderungen anpasst.
In einer durch den Bund und den Kanton mitfinanzierten Studie hat die Region Surselva ihre klimabedingten Risiken und Chancen analysiert. Das Fazit: Der Surselva drohen erhebliche Auswirkungen, falls sie sich nicht an die Veränderungen anpasst.
Auch wenn Klimaprognosen mit gewissen Unsicherheiten behaftet seien, zeige die Studie eindrücklich, was auf die Surselva zukommen könne, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichen Medienmitteilung der Region. Sollten die globalen Treibhausgas-Emissionen bis ins Jahr 2050 weiterhin stark ansteigen und sich erst anschliessend stabilisieren, werde es im Jahr 2060 in der Surselva im Schnitt zwischen 2,9 Grad im Frühling und 3,7 Grad im Sommer wärmer sein. Die Temperaturen in Disentis (1130 Meter über Meer) würden dann im Mittel etwa den heutigen Temperaturen in Chur entsprechen.
Immer mehr Regen statt Schnee
Im Winter seien die Folgen der Erwärmung markant, so Sarah Achermann, Projektleiterin der Untersuchung beim Büro Seecon in Basel. Der Niederschlag werde immer öfter in Regenform fallen. Die Schneefall- und Nullgrad-Grenze steige auf etwa 1400 Meter über Meer an – «also bis knapp unter der Bergstation des Sesselliftes Foppa der Weissen Arena.» Zwar würden die Skigebiete der Surselva mittelfristig noch als schneesicher gelten, es werde aber zunehmend schwieriger sein, den klassischen Skibetrieb aufrecht zu erhalten. Die für die Beschneiung nötigen kalten Winternächte könnten je nach Modell um 40 bis 80 Prozent abnehmen.
Auch Chancen – die man nutzen muss
Der Klimawandel bringe aber neben den Risiken – die notabene ähnlich für ganz Graubünden gelten würden – auch Chancen mit sich, so Urs Giezendanner, Regionalentwickler der Surselva. Herrsche im Unterland oder in den Städten sommers unerträgliche Hitze, werde es in der Surselva immer noch vergleichsweise kühl sein. Das könne ein entscheidender Konkurrenzvorteil sein – von den positiven Effekten könne die Surselva aber nur profitieren, wenn diese Chancen aktiv genutzt würden. Um das zu ermöglichen, erarbeitet die Region eine so genannte Klima-Toolbox mit konkreten Massnahmen. (jfp)
Mehr in der «Südostschweiz» vom Freitag.
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1) Urs Giezendanner,…
1) Urs Giezendanner, Regionalentwickler der Surselva, findet, der Klimawandel bringe Chancen, weil: herrsche "im Unterland/Städten unerträgliche Hitze", sei es "in der Surselva vergleichsweise kühl - ein Konkurrenzvorteil".
2) Daselbe "Denkmuster" punkto Terroranschlägen in Europa etc.:
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2016-07-24/der-buendner-touris…
Fazit: Ich möchte maximale Schöpfungen erarbeitet sehen in Graubünden anstelle "sich Ausruhen auf den Lorbeeren der Schäden der anderen" (die früher oder später eh auch uns scheinbar Privilegierte erreichen würden).