«Waldhaus Vulpera» - ein unvergessliches Grandhotel
Am 8. Juni 1897 fand die Eröffnung des Grandhotels «Waldhaus Vulpera» statt. Das Jugendstil-Hotel galt bis zum Grossbrand 1989 als Inbegriff von Luxus und Internationalität.
Am 8. Juni 1897 fand die Eröffnung des Grandhotels «Waldhaus Vulpera» statt. Das Jugendstil-Hotel galt bis zum Grossbrand 1989 als Inbegriff von Luxus und Internationalität.
Das Hotel «Waldhaus Vulpera» fasziniert auch fast 30 Jahre nach seiner Vernichtung viele Menschen. Der deutsche Buchautor Jochen Ziegelmann hat das Haus zu Beginn der Achzigerjahre kennengelernt. «Mir kam es damals vor, als sei die Zeit stehen geblieben», erklärt er seine eigene Faszination für das Grandhotel. Es komme selten vor, dass über eine Zeit von hundert Jahren «fast dieselbe Ambiance» erhalten werden könne. Für ihn habe das Hotel auch etwas Geheimnisvolles ausgestrahlt.
Das «Waldhaus Vulpera» war auch noch in den Achzigerjahren die erste Adresse im Unterengadin. Egon Sulger war von 1977 bis 1982 Chef de Cuisine in Vulpera. «Wir hatten eigene Polsterer, eigene Maler, eigene Schreiner, eigene Elektriker,...», erinnert er sich. Im Haus waren auch immer Musiker. Von Juni bis Oktober war das Hotel mit Leben gefüllt. Prominente wie die Unternehmerfamilie Rockefeller verbrachten fünf, sechs Wochen im Grandhotel. «Im ‘Waldhaus’ wurden viele Geschäfte abgewickelt», erzählt Sulger.
Ein Ort des Vergnügens
Auch Tony Annen war Chefkoch im Hotel «Waldhaus Vulpera». Mit nur 25 Jahren übernahm er den Posten und blieb für drei Saisons. Das Hotel hatte damals noch eine eigene Patisserie, Bäckerei und Metzgerei und sogar eine eigene Mitarbeiterküche. «Zu Spitzenzeiten kochten wir bis zu 900 Mahlzeiten pro Tag», erzählt Annen. Die Küche war durchgehend von 7 bis 24 Uhr geöffnet. Nachmittags gab es Tee und Kuchen im Garten mit Live-Orchester, spezielle Apéros auf dem Golfplatz oder nostalgische Schwimm-Veranstaltungen mit Belle Epoque-Bademode und Verpflegung. 17 Stunden-Tage waren für den Küchenchef keine Seltenheit. «Ich habe jeweils vier Monate durchgearbeitet», erinnert sich Annen.
40 Jahre lang, bis zu seiner Pension, war Men Lansel aus Sent im Hotel «Waldhaus Vulpera» angestellt. Er hat in der Schreinerei und als technischer Leiter gearbeitet. «Das war schon ein besonderer Arbeitsplatz», erzählt der heute 86-Jährige. Von einem «mächtigen Gebäude» spricht er. Erbaut wurde das Hotel auf acht Stockwerken nach den Plänen des Architekten Nikolaus Hartmann aus St. Moritz. Am Ortsausgang gelegen, bildete es über 100 Jahre lang das Zentrum des Strassendorfes Vulpera.
Ein verschwundener Ort
Das Hotel «Waldhaus» ist heute von der Bildfläche verschwunden. Vergessen ist es aber nicht. Der Aufruf der «Südostschweiz», anlässlich des Jubiläums 120 Jahre «Waldhaus Vulpera» Bilder und Anekdoten zu schicken, ist auf viel Resonanz gestossen, wie die Bildergalerie am Anfang des Artikels zeigt. Die gleichen Bilder, aber auch weitere, seht Ihr in der Galerie:
Fadrina Hofmann ist als Redaktorin für die Region Südbünden verantwortlich. Sie berichtet über alle gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Themen, die in diesem dreisprachigen Gebiet relevant sind. Sie hat Medien- und Kommunikationswissenschaften, Journalismus und Rätoromanisch an der Universität Fribourg studiert und lebt in Scuol im Unterengadin. Mehr Infos

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mio padre Pancrazio Gullotta…
mio padre Pancrazio Gullotta ha lavorato dal 1957 per alcuni anni. dopo la sua morte ho trovato una foto dell'ingresso dell'albergo, con tutti i dipendenti. credo la fontana sia stata costruita dopo. ha sempre ricordato con occhi lucidi quell'ambiente, conservando i suoi certificati di servizio lì sino alla morte, avvenuta nel marzo 2022. talvolta scherzavo con mio padre: papà, magari ora quell'albergo non ci sarà più. ho scoperto oggi che purtroppo non c'è più, dalle foto sembrava un posto magnifico, dove lavorare, peccato davvero, mi sarebbe piaciuto visitarlo per sapere di più, oggi, sulla vita di papà. Ma magari verrò lo stesso, a vedere il resto del Paese e della zona dove mio padre visse, circa 60-65 anni fa, anche se sarà molto cambiato di sicuro. Grazie per aver pubblicato queste cose.