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Waldrapp Shorty überstand Ausflug zum Zugersee

Der Alleingang von Shorty ist zu Ende. Der junge Waldrapp, der sich letzten Herbst auf dem Weg in den Süden verirrt hatte und am Zugersee überwinterte, ist in seiner Heimat in Bayern gelandet.

Südostschweiz
20.07.13 - 14:21 Uhr

Region. - Zu Hause traf Shorty am Mittwoch auf seine Artgenossen, die bereits im Frühling aus der Toskana zurückgekehrt waren. Dies teilte das europäische Waldrappteam mit Sitz in Österreich mit. Der Jungvogel mit seinem roten, kahlen Kopf, seinem langen, gebogenen Schnabel und seinen langen Nackenfedern hatte sie im vergangenen Herbst auf dem Weg in sein Wintergebiet in der Toskana verloren.

Den Grossteil des Winters verbrachte Shorty am Westufer des Zugersees, in der Region von Risch. Wiederholte Versuche, den Vogel einzufangen, um ihn zu seinen Artgenossen in die Toskana zu bringen, scheiterten. Auch die extra aufgebotenen Experten des Tierparks Goldau waren erfolglos.

Shorty war für einen Waldrapp ausserordentlich scheu. Er schaffte es aber, in der Gesellschaft von Graugänsen, Kormoranen, Rabenkrähen und anderen Vogelarten den Winter zu überstehen.

Eigentlich ist der Alpennordrand kein geeignetes Wintergebiete für diese Zugvögel, die bevorzugt Würmer und Larven fressen. Wovon sich Shorty in der Zeit ernährte, sei unbekannt, heisst es in der Mitteilung weiter. Er habe aber nie einen geschwächten oder kranken Eindruck gemacht.

Das relativ gemässigte Klima am Ufer des Zugersees habe Shortys Überleben wohl begünstigt, schreibt das Waldrappteam. Zudem nimmt es an, dass die Gesellschaft der anderen überwinternden Vögel dem Waldrapp geholfen habe, nicht die Beute von Greifvögeln zu werden. Er sei ein «ausserordentlicher Überlebenskünstler».

Shortys späte Rückkehr ins Brutgebiet ist nicht ungewöhnlich. Nur ein Teil der noch nicht geschlechtsreifen, zweijährigen Jungvögel kehren in ihr Brutgebiet zurück - oft erst im Juni oder Juli. Der Rest bleibt im Umfeld des Wintergebiets.

Die in das Brutgebiet zurückgekehrten Jungvögel übernehmen dann eine besondere Funktion: Sie zeigen der neuen Generation von Jungvögeln den Weg ins Wintergebiet. «Wir gehen davon aus, dass auch Shorty Jungvögel mitnimmt, sollte er im August wieder in sein Wintergebiet in der Schweiz zurückfliegen», schreibt das Waldrappteam.

Dies aber will das Waldrappteam verhindern. Die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass die Vögel den Winter am Zugersee nicht überleben würden. Die erfolgreiche Überwinterung von Shorty in der Schweiz lasse keinenfalls den Schluss zu, dass dort ein geeignetes Wintergebiet für diese Vogelart sei, heisst es.

Das Waldrappteam wird Shorty deshalb Ende Juli in Burghausen einfangen und in das eigentliche Wintergebiet in der südlichen Toskana bringen. Dort wird er freigelassen - ausgestattet mit einem GPS-Sender wie alle Vögel dieses Wiederansiedlungsprojekts. (sda)

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