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Professor Dunn will nicht mehr Schweizer werden

Überraschende Wende im Einbürgerungs-Fall Einsiedeln: Der frühere ETH-Professor Irving Dunn wird kein zweites Gesuch mehr stellen.

Südostschweiz
04.01.15 - 13:40 Uhr
Zeitung

Einsiedeln. - Das hat der 76-Jährige gegenüber der «Schweiz am Sonntag» gesagt. Wir erinnern uns: An der Einsiedler Bezirksgemeinde letzten Herbst hatten die Stimmbürger Nein gesagt zum Einbürgerungsgesuch von Irving John Dunn. Das Volk folgte dem Antrag des Bezirksrats. Dunn überlegte sich damals, den Rechtsweg zu bestreiten.

Der Kalifornier lebt seit 1975 in Gross, ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und ist Mitglied eines lokalen Tennis- und eines Segelclubs. Der Chemieingenieur lehrte und forschte während gut 30 Jahren an der ETH Zürich, verfasste Lehrbücher und gründete einen Weiterbildungskurs.

Die Prüfung über die Grundkenntnisse der Schweiz hatte der Mann mit gutem Leumund, geordneten finanziellen Verhältnissen und ausreichenden Deutschkenntnissen bestanden. Nach Einschätzung der Einbürgerungskommission kannte er die kommunalen Verhältnisse aber nicht gut genug.

Die Kommission warf dem Professor mangelnde Kenntnisse in Schwyzer und Einsiedler Geografie und Politik vor. Sie vermutete, dass sich der Antragsteller vor allem wegen persönlicher Vorteile und Sicherheiten einbürgern lassen wollte.

Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen. Schliesslich bot der Bezirksrat Dunn eine zweite Chance an, ein erleichtertes Einbürgerungsgesuch. Aber jetzt hat der Professor keine Lust mehr. Er müsste erneut die Gesuchsgebühren zahlen, 3100 statt der üblichen 3600 Franken. «Ich habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen», sagt er der «Schweiz am Sonntag». «Ich glaube, einige lokale Politiker halten es nicht für wünschenswert, dass ich Bürger von Einsiedeln werde.» Dunn spricht konkret von Kreisen aus der SVP. (red)

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