Nach dem Ökounfall gibt es wieder Leben im Spöl
Die Taskforce Spöl hat in Zernez die Resultate der Untersuchungen zum Öko-Unfall vom 30. März besprochen. Dabei konnten die Gewässerökologen Erfreuliches zur Entwicklung des Ökosystems berichten und die ETH Lausanne zeigte mögliche Massnahmen für die Minimierung des Risikos eines weiteren Unfalls auf.
Die Taskforce Spöl hat in Zernez die Resultate der Untersuchungen zum Öko-Unfall vom 30. März besprochen. Dabei konnten die Gewässerökologen Erfreuliches zur Entwicklung des Ökosystems berichten und die ETH Lausanne zeigte mögliche Massnahmen für die Minimierung des Risikos eines weiteren Unfalls auf.
Zernez. – Die Taskforce Spöl mit Vertretern der kantonalen Ämter, der Engadiner Kraftwerke, des Nationalparks sowie Ökobüros trafen sich am Montag, um nach Abschluss der Regenerationsmassnahmen und technische Ursachen-Abklärung das weitere Vorgehen zu besprechen.
Laut einem Bericht der ETH Lausanne führten die klimatischen Verhältnisse und der weitergeführte Betrieb des Kraftwerks zu einem aussergewöhnlich tiefen Seestand. Dadurch wurden instabile Feinsedimente im Seebecken freigelegt. Die schubartig in das Reststaubecken abrutschenden Schlammmassen setzten sich gemäss Bericht unter Wasser als sogenannte Trübeströme fort. Auf diese Weise gelangten grosse Mengen an Feinsedimenten innert kurzer Zeit bis an den Fuss der Staumauer, wo sie den Seegrund bis auf die Höhe des Dotierwassereinlaufs auffüllten, über das Dotierwassersystem kontinuierlich in den Spöl gelangten und das System schliesslich verstopften.
Erfreuliche Renaturierung
Laut Bericht handelte die EKW nach der Verstopfung aus betrieblicher Sicht richtig, indem sie sich für die Öffnung des Grundablasses entschied, denn dies war beim damaligen Seestand die einzige Möglichkeit, den Spöl wieder mit Wasser zu versorgen, die Dotieranlage vom Schlamm zu befreien und die Betriebssicherheit der Anlage wiederherzustellen. Im Bericht der ETH werden technische Massnahmen vorgeschlagen, um vergleichbare Ereignisse in Zukunft zu vermeiden.
Am 9. Juli wurde der Spöl mittels eines künstlichen Hochwassers gespült («suedostschweiz.ch» berichtete). Die beim Unglück abgelagerten Schlammmassen wurden weitgehend ausgetragen und das Bachbett für die Wiederbesiedlung vorbereitet. Untersuchungen im Spölbach zeigen, dass sich die Artenvielfalt und die Zahl der Kleinlebewesen entwickelt. Vor allem im unteren Teil des Spöls nähert sich die Zusammensetzung bereits dem Zustand vor dem Ereignis.
In der Nacht zum 30. März führte Feinsedimenteintrag in die Dotieranlage des Stausees Livigno zum Ausfall der Restwasserabgabe und zur Verschlammung und zeitweisen Trockenlegung des Spölbachs im Nationalpark. Beim Unfall verendeten zahlreiche Fische («suedostschweiz.ch» berichtete). (so)
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