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Gefährliche Pinien-Prozessionsspinner machen sich auf Wanderschaft

Für eine giftige Raupe beginnt in der Südschweiz in den kommenden Wochen die Wandersaison. Der Kanton Tessin ruft zu Vorsichtsmassnahmen in Garten und freier Natur auf. Der so genannte Pinien-Prozessionsspinner kann bei Mensch und Tier schwere Allergien auslösen.

Südostschweiz
19.02.11 - 10:00 Uhr

Chur. – Die Raupen des Pinien-Prozessionsspinner, einem Nachtfalter, der ansonsten vor allem im Mittelmeerraum verbreitet ist, beginnen mit ihrer Wanderschaft, sobald die Tage wärmer werden. Die weissen Nester in den Kiefern sind schon in den Wochen zuvor gut zu erkennen. Sie treten in der Schweiz vorwiegend im Tessin und im südlichen Wallis auf.

Giorgio Moretti vom Tessiner Forstamt warnt Gartenbesitzer und Spaziergänger eindringlich vor dem Anfassen der Nester oder der haarigen Raupen, wenn diese die Bäume in einer meterlangen Prozession verlassen. Das Gift auf den Härchen wirke hochgradig allergisch auf Haut, Augen und Atemwegsorgane.

Hunde an die Leine

Da die winzigen Haare auch vom Wind übertragen werden können, sollten befallenen Pinien gemieden werden. Allerdings geschehe es im Tessin nur äusserst selten, dass Menschen schwerwiegende Gesundheitsprobleme durch den Prozessionsspinner davontragen, sagte Moretti auf Anfrage.

Häufiger zu registrieren seien dafür Erkrankungen bei Haustieren. «Stöbert der Hund ein solches Insekt mit der Schnauze auf, kann ihm innerhalb kürzester Zeit die Zunge anschwellen.» Es drohe Lebensgefahr. Der beste Schutz sei, den Hund in betroffenen Gebieten an die Leine zu nehmen.

Schutzkleidung empfohlen

Wer Raupennester im Garten entdeckt, sollte diese entfernen, rät das Forstamt weiter. Dies dürfe aber nur bei guter Schutzkleidung erfolgen. Die abgetrennten Äste müssten in heisse Seifenlauge gesteckt werden, um zu verhindern, dass sich die giftigen Härchen in der Luft verteilen. Am sichersten sei es, einen Fachmann zu beauftragen.

Das Insekt ist laut Forstamt in der Südschweiz heimisch und kein eingewanderter Exot. Die Population habe sich in den vergangenen Jahren als konstant erwiesen. Die Schäden am Kiefernbestand gelten bisher als überschaubar. (sda)

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