Herzschwäche: Früherkennung ist entscheidend
Herzbeschwerden lassen sich oft nicht leicht erkennen. Da hilft es besonders, in einer vertrauten Umgebung unweit von zu Hause kompetent betreut zu werden. Die Kardiologie am Kantonsspital Glarus KSGL verbindet spezialisierte Abklärung mit moderner Behandlung und enger Begleitung bei Herzschwäche.
Herzbeschwerden lassen sich oft nicht leicht erkennen. Da hilft es besonders, in einer vertrauten Umgebung unweit von zu Hause kompetent betreut zu werden. Die Kardiologie am Kantonsspital Glarus KSGL verbindet spezialisierte Abklärung mit moderner Behandlung und enger Begleitung bei Herzschwäche.
Das Treppensteigen fällt schwerer als früher? Beim Spazieren fehlt plötzlich die Luft? Die Beine sind geschwollen, und die Kraft reicht nicht mehr weit? Viele halten solche Beschwerden zunächst für eine normale Alterserscheinung. Dahinter kann aber auch eine Herzinsuffizienz stecken – eine ernstzunehmende Krankheit, die häufig vorkommt und oft erst spät erkannt wird.
PD Dr. med. Matthias Philip Nägele ist auf dieses Gebiet spezialisiert. Der Leiter der Kardiologie am Kantonsspital Glarus betreute zuvor am Universitätsspital Zürich während vieler Jahre Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz – auch bei schweren Verläufen, etwa vor und nach Herztransplantationen. Diese Erfahrung bringt er heute am KSGL ein. Für Glarnerinnen und Glarner bedeutet das: Herzschwäche kann wohnortsnah abgeklärt und langfristig begleitet werden.
Symptome werden oft unterschätzt
Von Herzinsuffizienz spricht man, wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen kann. Häufig staut sich dabei Flüssigkeit im Körper – etwa in den Beinen, in der Lunge oder im Bauchraum. Typische Anzeichen sind Atemnot, Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit und Wassereinlagerungen. Gerade weil sich diese Beschwerden oft schleichend entwickeln, werden sie leicht übersehen. Nicht selten kommt es zu Fehldeutungen: Husten werde einer Grippe zugeschrieben, Atemnot eher der Lunge als dem Herzen, so Dr. Nägele. «Die abnehmende Leistungsfähigkeit stufen Patienten wie Ärzte häufig als eine Begleiterscheinung des allgemeinen Alterungsprozesses ein.» Die Folge: Betroffene passen sich ihrem kleineren Bewegungsradius an und suchen oft erst Hilfe, wenn die Einschränkungen deutlich geworden sind.
Verschiedene Ursachen, ähnliche Folgen
Am Anfang einer Herzinsuffizienz stehen häufig andere Leiden, etwa Bluthochdruck, eine Erkrankung der Herzkranzgefässe oder ein Herzklappenfehler. Zu den häufigsten Ursachen zählt laut Matthias Philip Nägele ein früherer Herzinfarkt, der Narben im Herzmuskel hinterliess. Die zweithäufigste Form ist die hypertensive Herzkrankheit. «Dabei verdickt sich der Herzmuskel, wird steifer und kann sich schlechter entspannen.» Umso wichtiger ist die Früherkennung: Unbehandelt kann eine schwere Herzschwäche gefährlich werden. Mit der richtigen Therapie lässt sich heute jedoch viel erreichen.
Früh erkennen, gezielt abklären
Wer merkt, dass die Luft knapper wird, die Leistungsfähigkeit sinkt oder sich Wasser in den Beinen einlagert, sollte das ärztlich abklären lassen. Ein wichtiger Hinweis ist oft der Vergleich mit früher: Was ging vor einem halben Jahr noch problemlos – und was geht heute nicht mehr?
Für Dr. Nägele beginnt gute Diagnostik schon in der Hausarztpraxis: «Es ist wichtig, dass sich der Hausarzt auch für die Entwicklung der Leistungsfähigkeit interessiert und etwas weiter in die Vergangenheit zurückfragt.» Danach folgen spezifisch kardiologische Untersuchungen –
in der Regel mit EKG und Herzultraschall, je nach Situation ergänzt durch Belastungstests und weitere Abklärungen. Diese werden am KSGL zunächst ambulant durchgeführt. Bei Bedarf folgen zusätzliche Untersuchungen oder weiterführende Abklärungen in Zusammenarbeit mit Partnerzentren in Chur oder Zürich. Je nach Ursache kommen bei ausgewählten Patientinnen und Patienten auch Schrittmacher oder Eingriffe an Herzklappen und Herzgefässen infrage.
Wohnortnahe Betreuung
Die gute Nachricht: Herzinsuffizienz ist heute besser behandelbar als noch vor einigen Jahren. Moderne Medikamente können das Herz entlasten, Beschwerden lindern und Spitalaufenthalte reduzieren. «Da es sich in den meisten Fällen um eine chronische Erkrankung handelt, sind regelmässige Kontrollen und eine verlässliche, enge Begleitung der Therapie zentral». Langzeitrehabilitation in nächster Nähe ist dabei ein grosser Vorteil für die Betroffenen. Das kardiologische Angebot des KSGL verbessert nicht nur die Prognose, sondern auch das psychische Wohlbe- finden. Das sind vielversprechende Voraussetzungen für ein gesünderes und längeres Leben.