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Nachfolgeplanung im KMU: Der strukturierte Weg zur erfolgreichen Übergabe

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge im KMU-Bereich. So gelingt der sichere und nachhaltige Übergang.

Themenwelten
Bündner KMU-Tag
27.04.26 - 06:00 Uhr
Expertise in Nachfolgeplanung: Das Team von RRT AG begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer strukturiert durch alle Phasen der Nachfolge – von der ersten Standortbestimmung bis zur erfolgreichen Übergabe.
Expertise in Nachfolgeplanung: Das Team von RRT AG begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer strukturiert durch alle Phasen der Nachfolge – von der ersten Standortbestimmung bis zur erfolgreichen Übergabe.
Caroline Staeger_November 2024

Die Unternehmensnachfolge ist ein zentraler, aber oft unterschätzter Prozess, der gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Schweiz von entscheidender Bedeutung ist. Eine erfolgreiche Nachfolgeplanung sichert nicht nur den Fortbestand des Unternehmens, sondern schützt auch Arbeitsplätze und bewahrt den regionalen Wirtschaftsstandort.

In der Schweiz haben rund 80% der KMU keine konkrete Nachfolgeregelung getroffen, obwohl diese eine zentrale Rolle für den langfristigen Erfolg des Unternehmens spielt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer denken erst dann an den Übergang, wenn sie das Unternehmen bereits in naher Zukunft verlassen möchten. Eine frühzeitige und systematische Planung ist jedoch unerlässlich, um den Übergang reibungslos und erfolgreich zu gestalten.

Planung der Unternehmensnachfolge: Warum frühzeitig handeln?
Die Nachfolgeplanung beginnt idealerweise mindestens fünf bis zehn Jahre vor der geplanten Übergabe. Eine frühzeitige Planung ermöglicht es, den Übergang zu gestalten, bevor kritische Entscheidungen getroffen werden müssen. Zu den ersten Schritten gehört die Bestandsaufnahme der aktuellen Unternehmenssituation. Hierzu zählen unter anderem:

  • Ermittlung des Unternehmenswertes: Eine realistische Einschätzung des Unternehmenswertes ist unerlässlich.
  • Ermittlung von Stärken und Schwächen: Dies betrifft sowohl das Unternehmen als auch die potenziellen Nachfolger. Es müssen konkrete Massnahmen ergriffen werden, um Schwächen auszuräumen und das Unternehmen langfristig auf den Übergang vorzubereiten.

Zudem müssen rechtliche, steuerliche und finanzielle Aspekte frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Hierbei spielen sowohl die Unternehmensstruktur als auch die persönliche Steuerbelastung des Unternehmers eine Rolle. Ebenso sollte ein Notfallplan berücksichtigt werden, der neben einer primären Nachfolgelösung (Plan A) auch alternative Szenarien (Plan B, bestenfalls Plan C) vorsieht, um auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein.

Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge
Es gibt zahlreiche Herausforderungen, die während des Nachfolgeprozesses gemeistert werden müssen. Dazu zählen:

  • Die Wahl des Nachfolgers: Eine der grössten Hürden ist oft die Auswahl des richtigen Nachfolgers. Dieser muss nicht nur über die erforderliche persönliche und fachliche Kompetenz verfügen, sondern auch die Unternehmensphilosophie und -kultur verstehen und weitertragen können.
  • Emotionale Faktoren: Besonders in Familienunternehmen spielen emotionale Faktoren eine entscheidende Rolle. Oftmals ist die Nachfolge ein heikles Thema, das zu familiären Konflikten führen kann. Es gilt, klare Absprachen zu treffen und Konflikte im Vorfeld zu adressieren.
  • Finanzielle und steuerliche Gestaltung: Die Übergabe eines Unternehmens ist mit finanziellen und steuerlichen Fragestellungen verbunden. Beispielsweise muss geklärt werden, wie das Unternehmen übertragen wird und wie die steuerlichen Implikationen aussehen. Dies ist besonders wichtig, um eine unerwünschte Steuerlast zu vermeiden.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Der rechtliche Rahmen der Unternehmensnachfolge muss in der Schweiz genau eingehalten werden. Besonders in Bezug auf die GmbH und AG müssen klare Regelungen hinsichtlich der Eigentümerstruktur und der Übertragungsmodalitäten getroffen werden.

Vorgehen bei der Nachfolgeplanung
Ein strukturierter Nachfolgeprozess hilft, die Herausforderungen zu bewältigen und die Nachfolge erfolgreich umzusetzen. Der Prozess gliedert sich typischerweise in mehrere Phasen:

DIE 4 PHASEN DER NACHFOLGEPLANUNG
Diese Phase umfasst die rechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Planung. Es geht darum, die Unternehmensbewertung durchzuführen, rechtliche Rahmenbedingungen zu prüfen und gegebenenfalls Anpassungen an der Unternehmensstruktur vorzunehmen. Auch eine interne Kommunikation der Nachfolgeplanung an Mitarbeiter und Beteiligte sollte frühzeitig erfolgen. Zudem sollte frühzeitig die Vorsorge für den übergebenden Unternehmer eingeplant werden – sowohl vorsorgetechnisch (z. B. Alters- und Absicherungslösungen) als auch steuertechnisch, um eine nachhaltige finanzielle Situation nach der Übergabe sicherzustellen.
Der ideale Zeitpunkt für die Auswahl des Nachfolgers ist etwa drei bis fünf Jahre vor der Übergabe. Hierbei wird geprüft, ob der Nachfolger aus den eigenen Reihen oder von aussen kommen soll. Bei einem familieninternen Übergang ist es wichtig, mögliche familiäre Konflikte im Vorfeld zu adressieren und ein Einverständnis aller Beteiligten zu erreichen.
In dieser Phase beginnt der potenzielle Nachfolger mit der operativen Führung des Unternehmens. Der Übergang erfolgt schrittweise, damit der Nachfolger Erfahrungen sammeln und der Unternehmensführer schrittweise Verantwortung abgeben kann. Diese Phase kann auch als «praktische Einarbeitung» bezeichnet werden.
Die endgültige Übergabe des Unternehmens erfolgt meist innerhalb eines Jahres. Der Unternehmer überträgt nun vollständig die Verantwortung und der Nachfolger übernimmt die Kontrolle.

Rechtliche Grundlagen der Unternehmensnachfolge in der Schweiz
Die rechtlichen Aspekte der Unternehmensnachfolge in der Schweiz sind vielfältig. Es sind nicht nur die allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen zur Unternehmensübertragung zu beachten, sondern auch weitergehende Regelungen des Gesellschafts-, Erb- und Steuerrechts. Zu den wesentlichen rechtlichen Aspekten gehören:

  • Gesellschaftsrecht: Bei einer GmbH oder AG müssen die Statuten sowie die Gesellschaftsverträge hinsichtlich der Übertragung von Anteilen überprüft werden.
  • Erbrechtliche Aspekte: Besonders bei Familienunternehmen müssen erbrechtliche Fragestellungen berücksichtigt werden, wenn die Nachfolge innerhalb der Familie erfolgt.
  • Steuerrecht: Die Unternehmensübertragung ist mit steuerlichen Konsequenzen verbunden. Eine rechtzeitige steuerliche Beratung ist daher unerlässlich, um mögliche Steuerlasten zu minimieren.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen bieten Unternehmen eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten, von der Schenkung über den Verkauf bis hin zur Übergabe von Anteilen. Die Wahl des richtigen Modells hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Unternehmensstruktur, der Steuerbelastung und den Zielen des Unternehmers.

Unsere Expertinnen und Experten von RRT unterstützen Sie kompetent und vorausschauend auf dem Weg zu Ihrer optimalen Nachfolgelösung – verlassen Sie sich dabei auf unsere Erfahrung und partnerschaftlichen Begleitung.

VORTRAG AM BÜNDNER KMU-TAG

Der Nachfolgeprozess: Was kommt wann?

Nachfolge ist ein Marathon, kein Sprint. Sabrina Bundi und Nino Brenn von RRT zeigen, welche Schritte wann anstehen und an welchen Punkten man den Prozess am besten strukturiert.

Sabrina Bundi & Nino Brenn, RRT AG

Mi, 20. Mai 2026, 17.55 – 18.20 Uhr Medienhaus Chur
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