×

Fertig lustig: Comedian schwitzt für «Ninja Warrior»

Klimmzüge statt Gags: Der Rapperswiler Comedian Frank Richter kämpft sich bei Ninja Warrior Schweiz durch die Promirunde. Dafür trainiert er täglich – und erzählt, wovor ihm am meisten graut.

Ramona
Nock
Mittwoch, 24. Juli 2019, 04:30 Uhr Schwielen an den Händen

Ein Blick auf seine Handflächen sagt mehr als tausend Worte. Aufgeplatzte Schwielen, dicke Hornhaut unterhalb der Finger. «Läuft super bis jetzt», schreibt Frank Richter zum Foto seiner Hände. «Die sehen aus wie bei einem Gorilla, der sich gerade geprügelt hat.»

Die Schwielen hat der Rapperswiler Frank Richter vom harten Training. Normalerweise schreibt er Witze und tritt auf Comedy-Bühnen in der Schweiz und Berlin auf. Jetzt geht der 35-Jährige jeden Tag ins Fitness-Studio und übt Klimmzüge. Und das nicht ganz freiwillig, wie er verschmitzt am Telefon erzählt. Schliesslich muss er anfangs August über Hindernisse hechten, sich an Seilen hochziehen und hoch über dem Boden ein Spinnennetz überqueren: Richter macht mit beim diesjährigen Promi-Special der Sendung Ninja Warrior Switzerland.

«Notnagel unter den Promis»

In der Show geht es darum, einen strengen Hindernisparcours zu bewältigen. 160 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz werden sich dort durchkämpfen (siehe Kasten). Unter den 18 Prominenten, die für eine Extrasendung antreten, sind etwa Sänger Baschi, der einstige Skirennfahrer Didier Défago und Ex-Mister Schweiz Renzo Blumenthal.

Seit ich jeden Tag trainiere, habe ich permanent Hunger – und Muskelkater.

Stand-Up-Comedian Frank Richter bezeichnet sich selbstironisch als «Notnagel» unter den Prominenten. Er sei gerademal vier Wochen vor der Show angefragt worden – andere seien schon seit Monaten am trainieren. «Da musste ich wohl für jemanden einspringen», glaubt er. «Ich bin nur mittelmässig sportlich», habe er denn auch verblüfft auf die Anfrage erwidert. «Ja, aber Baschi macht ja auch mit», habe die Antwort gelautet. Er lacht schallend.

Fit in nur einem Monat?

Grosse Augen machte denn auch Richters Fitnesstrainer, als er ihm von seinem Vorhaben erzählte. Trainieren will der gebürtige Rapperswiler vor allem die Griffkraft – dies sei für den Ninja Warrior-Parcours das Wichtigste. «Du musst fünfzig Klimmzüge am Stück schaffen», habe sein Trainer zu ihm gesagt. «Dass ich das schaffe, ist völlig ausgeschlossen», sagt Richter. Im Moment komme er auf deren zwölf, danach brauche er eine Pause.

Seit er jeden Tag trainiere, habe er permanent Hunger – und Muskelkater, sagt Richter. Er versuche, sich neben dem Workout nicht allzufest anzustrengen. Dies gelinge jedoch nicht immer. Letzthin hätten ihn die Kollegen beim Wandern gefragt, ob er nicht einen Gang zulegen könne. «Sorry, aber ich gehe schon jeden Tag ins Fitnesstraining», musste er sich entschuldigen. Den Berg habe er schliesslich etwas langsamer bezwungen.

«Bin keine Diva»

Am meisten Respekt hat der Stand-Up-Comedian vor der überhängenden Wand, die es nach fünf Hindernissen hochzurennen gilt. «Ich habe mir schon überlegt, auf einer Halfpipe zu trainieren», sagt er. Die Wand zu erreichen, wäre zumindest das Ziel. Er sei aber realistisch: «Mit Glück allein kannst du dich da nicht durchkämpfen. Es braucht die Kraft eines Athleten.»

Sicher ist er sich darum auch, dass er im Parcours optisch keine gute Figur machen werde: «Bei mir wird alles extrem unelegant aussehen», frotzelt der Rappers-wiler. Da stehe er aber drüber: «Ich bin keine Diva.»

Treffen mit Dschungelkönig

Und egal, wie weit er kommt: Stoff für seine Comedy-Auftritte wird Richter das Ninja Warrior-Experiment so oder so liefern. So ist der einstige People-Journalist gespannt darauf, seine prominenten Mitstreiter im Backstagebereich kennenzulernen. Er freue sich vor allem auf Dschungelkönig Menderes oder Sängerin Jasmin Wagner alias Blümchen, «die Pop-Ikone meiner Jugend». Welche Starallüren sie alle mitbringen würden – «also die richtigen Promis» – nur schon dafür lohne sich all die Anstrengung. Trotz der Schwielen an den Händen.

 

Uetliburger will es nochmals wissen – vier Teilnehmer aus dem Linthgebiet

Raphael Müller aus Uetliburg tritt in der neusten Staffel von Ninja Warrior Switzerland schon zum zweiten Mal an. Der 31-Jährige hatte sich letztes Jahr bis ins Finale gekämpft, scheiterte dort allerdings beim dritten Hindernis, dem sogenannten Spinnennetz. «Für mich war klar, dass ich nochmals mitmachen würde», sagt Müller. Der Fun-Faktor stünde für ihn im Vordergrund. «Ich bin zwar nach wie vor ehrgeizig, aber ich will den Parcours diesmal weniger verbissen angehen.» Statt die Endrunde vor Augen zu haben, möchte er sich nun lieber Etappenziele setzen.

Um optimal vorbereitet zu sein, trainiert Müller regelmässig. Er versuche, seine Griffkraft weiter aufzubauen, und habe schon mehrmals den Ninja-Parcours in Rümlang absolviert. Ausserdem lasse er beim Krafttraining nun bewusst die Handschuhe weg und trainiere etwa ohne Hilfsmittel mit der Langhantel. Dass er den Parcours von der letzten Staffel her schon kenne, sei sicher ein Vorteil.

Nebst Krafttraining sei aber auch die mentale Vorbereitung wichtig, sagt der ehemalige Turner des TV Benken. Darum hat Müller kürzlich einen 400-Meter-Lauf mit 120 Höhenmeter gemeistert. «In der Hälfte sagt der Körper einem, ich kann nicht mehr – doch mit der richtigen Einstellung kann jeder mehr aus sich herausholen, als er denkt.»

Neben Raphael Müller sind drei weitere Kandidaten aus See-Gaster bei Ninja Warrior Switzerland mit dabei: eine Personaltrainerin und ein Schüler aus Jona sowie ein Konstrukteur aus St. Gallenkappel. Kantonsweit sind es zwölf Teilnehmer, darunter zwei Frauen. Die Sendung wird im Oktober auf TV24 ausgestrahlt. (ran)

 

Kommentar schreiben

Kommentar senden