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Churer SRF-Moderator sucht seine iranischen Wurzeln

Salar Bahrampoori musste als einjähriges Kleinkind mit seinen Eltern aus ihrer Heimat, dem Iran, fliehen. Vor 26 Jahren war er zum letzten Mal dort. Anfang diesen Jahres machte er sich mit einem Freund zusammen auf die Reise zu seinen Wurzeln. In einem zweiteiligen Dokumentarfilm nimmt er uns mit auf seine Suche.

Südostschweiz
Montag, 24. Juni 2019, 04:30 Uhr DOK

Aufgewachsen ist er in Chur und kennen tut ihn (fast) die ganze Schweiz, flimmert er doch seit vielen Jahren als Moderator von Glanz und Gloria über die Bildschirme: die Rede ist von Salar Bahrampoori. Der 40-Jährige hat aber nicht nur von Berufs wegen, sondern vor allem privat einige aufwühlende Jahre hinter sich.

Wie er diese Zeit mit Trennung und Scheidung überwunden hat, kann Ende Juni und Anfang Juli die ganze Schweiz am Fernsehen verfolgen. Bahrampoori hat sich nämlich Anfang Jahr auf eine Reise gemacht, eine Reise zu seinen Wurzeln im Land seiner Eltern, dem Iran.

Diese Reise wird nun am Freitag 28. Juni und die Woche darauf am 5. Juli als zweiteiliger Dokumentarfilm ausgestrahlt, wie das SRF mitteilt. Zusammen mit einem Freund hat der Churer einen VW-Bus vollgepackt und ist von Zürich aus 5500 Kilometer durch acht Länder bis in die iranische Hauptstadt Teheran gefahren – auf der Suche nach einem entscheidenden Teil seiner Identität. 

«Ich bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen», sagt Salar Bahrampoori. «Seit dem Tod meines Vaters (er ist im Jahr 2001 an Krebs gestorben, die Red.) habe ich die persische Kultur aber kaum mehr gelebt. Ich habe die Sprache nicht mehr gesprochen, das Essen nicht mehr gegessen, die Düfte und Gerüche nicht mehr gerochen. Ich habe das alles zur Seite gelegt. Aber jetzt, mit 40, möchte ich diesen Teil meiner Identität wiederentdecken.»

Von der Flucht und dem Bruch

1980 verliessen Salars Eltern mit dem damals gerade einjährigen Buben ihre Heimat, als nach dem Sturz von Schah Reza Pahlavi im Jahr davor der erste Golfkrieg ausgebrochen war. Sie liessen alles zurück, Hab und Gut, Familie und Freunde, und fanden in Chur eine neue Heimat. Während die Integration in der Schweiz problemlos klappte, lebten die Bahrampooris in den eigenen vier Wänden aber auch immer ihre iranische Kultur, die Sprache, die Bräuche, die Küche. Der Bruch kam, wie Salar erwähnte, mit dem Tod des Vaters.

Nach dem neuerlichen Bruch im privaten Umfeld vergangenes Jahr hat sich Salar Bahrampoori entschieden, sich wieder seinen iranischen Wurzeln zuzuwenden. Im Heimatland seiner Eltern war er vor rund 26 Jahren das letzte Mal, zuletzt konnte er nicht einreisen, weil er sonst womöglich in die iranische Armee eingezogen worden wäre, wie er einmal der Schweizer Illustrierten erzählte. Im Zweiteiler «Salars Reise in den Iran – Inshallah» lässt er uns an seiner Rückkehr in den Iran teilhaben. (ofi)

  • 1. Folge: Freitag, 28. Juni, 21 Uhr (SRF 1)
  • 2. Folge: Freitag, 5. Juli, 21 Uhr (SRF 1)

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Inshallah 2/2
Lieber Salar
Der Film - vor allem der zweite Teil - war sehr sehr sehr berührend. Die Menschen im Iran sind so lieb.
Ich habe vor 3 Jahren eine Reise in den Iran gemacht. Ich war begeistert, vor allem der Menschen wegen. Als ich in Isfahan war, schreib ich in mein Tagebuch: "Hier könnte ich leben." Ich erinnere mich, dass ich - als ich das Hotel suchte - einen Mann fragte. Der konnte nicht englisch, ist aber mit mir ein Stück Weges gekommen. Das war auch diese Liebe der Iraner.
Es tut weh, wenn man über die heutigen Zustände im Land liest und hört.
Ich habe mit grossen Interesse teilgenommen an deiner Suche nach deinem Vater.
Ich wünsche dir alles Gute.