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Bedauern über Federer-Wegzug

Roger Federer könnte seinen Wohnsitz bald von Vaz/Obervaz an den Zürichsee nach Rapperswil-Jona verlegen. Der Gemeindepräsident sowie Graubünden Ferien würden das sehr bedauern.

Patrick
Kuoni
Sonntag, 31. März 2019, 04:30 Uhr Rapperswil-Jona statt Vaz/Obervaz?
Wegzug möglich: Roger Federer baut offenbar in Rapperswil auf gut 16 000 Quadratmetern.
KEYSTONE

Roger Federer baut sich in Rapperswil-Jona ein Luxus-Anwesen. Er hat sich die letzte Parzelle mit direktem Seeanstoss in der Kempratner Bucht gesichert, wie die «Linth-Zeitung» schreibt. Die Parzelle umfasst gut 16 000 Quadratmeter. Was für Rapperswil-Jona eine tolle Sache ist, könnte sich für die Gemeinde Vaz/Obervaz deutlich bemerkbar machen, wo Federer und seine Familie aktuell ihren Wohnsitz haben.

Dies, weil Federer mit seiner Ausstrahlung aus touristischer Sicht grossen Wert für die Gemeinde hat. «Herr Federer ist und bleibt natürlich ein Aushängeschild für die Gemeinde und für die Destination», erklärt Gemeindepräsident Aron Moser. Man bedaure jeden Wegzug aus der Gemeinde. Moser glaubt aber nicht, dass Federer der Gemeinde ganz den Rücken zukehrt. «Selbst wenn Herr Federer wegziehen würde, kann ich mir kaum vorstellen, dass er sein Haus in der Valbella verkaufen würde, da er sich in der Gemeinde sehr wohl fühlt.» Der Tennisstar sei in der Gemeinde häufig unterwegs. Sei es auf dem Kinderspielplatz, auf dem Bauernhof oder beim Einkaufen.

Auch steuertechnisch ein Verlust

Ein vollständiger Wegzug wäre aber nicht nur aus touristischer Sicht ein Verlust für die Gemeinde, sondern es gingen auch grosse Steuereinnahmen verloren. Schliesslich gehört Federer zu den 200 reichsten Schweizerinnen und Schweizern (Ausgabe vom 30. November 2018). Auf 500 bis 600 Millionen wird das Vermögen des bekanntesten Schweizer Sportlers geschätzt.

Damit würde der Gemeinde Vaz/Obervaz ein beachtlicher Betrag in der Steuerkasse fehlen. Würde also bei einem Wegzug gar eine Steuererhöhung drohen? Gemäss Gemeindepräsident Moser wäre dies nicht der Fall. «Wenn Herr Federer wegziehen würde, hätte das keinen Einfluss auf unseren Steuerfuss von 70 Prozent. Und er hält fest: «Es wäre sehr kurzsichtig, die Gemeindefinanzen auf eine Person zu beschränken.»

Ähnlich argumentiert auch der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, Martin Stöckling: «Theoretisch wäre bei einem Zuzug eines sehr wohlhabenden Einwohners eine Steuersenkung um ein paar Prozent möglich.» Es stelle sich allerdings die Frage der Nachhaltigkeit. Auch er meint: «Wir hängen nicht von einzelnen Steuerzahlern ab.»

Grosser Sympathieträger

Bedauert wird der Wegzug auch von Graubünden Ferien. «Roger Federer ist ein herausragender Sportler und sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland ein grosser Sympathie-Träger und sein Umzug nach Vaz/Obervaz hat der Destination und sicher auch Graubünden vorübergehend eine höhere mediale Aufmerksamkeit geschenkt», erklärt CEO Martin Vincenz. Ob eine Destination aber auch längerfristig von diesem Umzug profitieren könne, sei offen. «Anders verhält es sich, wenn sich eine prominente Persönlichkeit vor Ort engagiert. Ein solches Engagement kann eine nachhaltige Wirkung für eine Region haben.» Eine Zusammenarbeit von Graubünden Ferien mit Roger Federer sei aber bislang für beide Seiten kein Thema gewesen.

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