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Japans Minister für Cybersicherheit hat keine Ahnung von Computern

Er ist für Cybersicherheit verantwortlich - doch seine Eignung für diesen Posten hat ein japanischer Minister nun höchstpersönlich in Frage gestellt.

Agentur
sda
Donnerstag, 15. November 2018, 11:47 Uhr Tokio
Yoshitaka Sakurada am Mittwoch im Parlament.
Yoshitaka Sakurada am Mittwoch im Parlament.
Keystone/AP Kyodo News

«Seit ich 25 bin, habe ich meine Angestellten und Sekretäre angeleitet, ich selbst benutze keine Computer», sagte der 68-jährige Yoshitaka Sakurada laut japanischen Medien am Mittwoch im Parlament.

Sakurada ist Vize-Chef der Regierungsbehörde für Cybersicherheit und ausserdem Minister für die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2020.

Der Cyber-Verantwortliche antwortete im Parlament auf eine Frage der Opposition. Weitgehend ratlos war er auch, als er danach befragt wurde, ob in japanischen Nuklearanlagen USB-Sticks verwendet werden.

«Es ist unglaublich, dass jemand, der keine Computer benutzt, für die Cybersicherheitspolitik verantwortlich ist», sagte dazu der Oppositions-Abgeordnete Masato Imai. Sakurada ist erst seit einem Monat in seinem Amt und wurde im Zuge einer Regierungsumbildung berufen.

Auch online sorgte der Minister für erzürnte Reaktionen. «Schämt er sich nicht?», fragte ein Twitter-Nutzer. «Heute nutzt doch jeder Firmenchef einen PC. Und er weiss nicht einmal, was ein USB-Stick ist. Heiliger Strohsack!»

Ein anderer Nutzer scherzte, vermutlich sei Sakuradas Abstinenz seine ganz persönliche Cybersicherheitsstrategie: «Wenn ein Hacker Minister Sakurada angreift, wird er es nicht schaffen, irgendeine Information zu stehlen.»

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