×

Nati-Stars frieren in Glarus

Am Tag der Abreise nach Nordirland zum Hinspiel für das WM-Barragespiel sind drei Schweizer Nationalspieler noch in Glarus zu Gast gewesen. Ins Schwitzen gerieten die Fussballer trotz Training aber nicht.

Paul
Hösli
20.11.17 - 18:18 Uhr
Stars & Sternli
Die Natispieler Fabian Frei (von links), Marvin Hitz und Fabian Schär sind für ein Werbevideo vor den WM-Barrage-Spielen gegen Nordirland im Buchholz in Glarus zu Gast.
Die Natispieler Fabian Frei (von links), Marvin Hitz und Fabian Schär sind für ein Werbevideo vor den WM-Barrage-Spielen gegen Nordirland im Buchholz in Glarus zu Gast.
SCREENSHOT

Fabian Schär, Marvin Hitz und Fabian Frei betreten einen Fussballplatz irgendwo in der Schweiz und machen sich bereit für das Training. Das Wetter ist trist, die Berge im Hintergrund sind unscharf und nebelverhangen. Dann folgt ein Schnitt. Ein roter Helikopter nimmt beim Matterhorn eine grosse Holzkiste ans Seil. Dies bei strahlendem Sonnenschein. Erst bei der nächsten Einstellung, in der die drei Schweizer Natispieler zu sehen sind, wird es trotz des garstigen Wetters klar: Die Drei stehen im Buchholz in Glarus auf dem Fussballplatz.

So beginnt der Werbefilm «Reach The Top» von Ochsner Sport für das neue Trikot der Schweizer Fussballnationalmannschaft.

«Am Montag, 6. November, fanden die Dreharbeiten dazu statt», weiss Ruedi Tschudi. Die Zeit war knapp, denn am Nachmittag des selben Tages flogen die Kicker bereits nach Belfast, um das Hinspiel der Barrage für die Weltmeisterschaft gegen Nordirland zu bestreiten. «Die Szenen hier waren in rund anderthalb Stunden abgedreht», sagt der Betriebsleiter des Buchholzes in Glarus.

Ein reiner Zufall

Warum das Video ausgerechnet in Glarus gedreht wurde, weiss Ruedi Tschudi. «Es ist nichts anderes als reiner Zufall. Die österreichische Agentur, welche den Zuschlag für das Werbevideo bekam, suchte einen Fussballplatz inmitten der Berglandschaft. Typisch schweizerisch.» So wurden die Verantwortlichen auf Glarus aufmerksam.

Die drei Fussballer spielen sich auf dem Bucholz-Rasen den Ball zu, auf welchem sonst die Hobbyfussballer des FC Glarus der Kugel nachjagen, als plötzlich am rechten oberen Bildrand ein Hubschrauber erscheint.

«Hier in Glarus ist an diesem Morgen nie ein Helikopter geflogen, obwohl wir eine zweistündige Bewilligung eingegeben hatten», sagt Ruedi Tschudi. Die Erklärung ist simpel: Der starke Nebel verhinderte den geplanten Flug von Zermatt nach Glarus.

Heli technisch eingefügt

Der Helikopter wurde laut Tschudi nachträglich technisch ins Video eingefügt – wie auch die Holzkiste. Diese hätte nämlich am Freitag zuvor in Glarus eintreffen sollen, aber sie habe wohl laut Ruedi Tschudi den Weg nach Glarus nicht gefunden.

«Am 6. November fanden die Dreharbeiten statt. Die Szenen waren in anderthalb Stunden abgedreht.»

«Für uns war der Videodreh ein sehr kleiner Aufwand, wir haben lediglich die Infrastruktur wie die Garderoben zur Verfügung gestellt», so Tschudi. Das Equipment für das inszenierte Training wie die Stangen und die «Töggel», bezog das Filmteam vom FC Glarus. Weiter hätten der Platz und die Zugänge zu diesem für zwei Stunden gesperrt werden müssen. Das Ganze wurde unter dem Deckel gehalten, «damit die Dreharbeiten nicht gestört werden wie zum Beispiel von Schülern aus dem nahen Schulhaus.» Noch nicht mal Gemeindepräsident Christian Marti wusste laut Tschudi etwas von den Dreharbeiten.

Bei diesen halfen Ruedi Tschudi und seine Leute dann auch tatkräftig mit. Sie haben die Techniker unterstützt – und sie gaben den frierenden Natispielern wärmenden Tee. «Es war schon sehr kalt. Dennoch hat sich einer der drei Spieler die Zeit für einen Schwatz genommen. Ein sympathischer Typ dieser Fabian Frei.»

Hoffentlich dieses Mal reissfest

Zumindest auf das garstige Wetter konnten sich die drei Fussballer in Glarus schon einmal bestens einstellen. Auf ähnliche Verhältnisse trafen sie dann noch am selben Abend in Nordirland. Sie kamen damit zurecht, wie mittlerweile längst feststeht.

Und für Tschudi sei es ein interessanter Morgen gewesen, sagt er, «aber nicht unbedingt wegen den Fussballern, sondern wegen dem Drumherum und der ganzen Technik, die zum Einsatz kam. Speziell die Drohne hat mir imponiert.»

Nachdem die imaginäre Holzkiste vom technisch eingefügten Helikopter auf dem Buchholz-Rasen abgesetzt wurde, beäugen Fabian Schär, Marvin Hitz und Fabian Frei das neue Trikot. Sie ziehen es kurzerhand an, um die Trainingslektion dann fortzuführen. Es sieht gut aus, das neue, von den Schweizer Alpen inspirierte Trikot, das sich die Fussballer 2018 in Russland an den Fussball-WM überstreifen werden. Bleibt nur zu hoffen, dass es dann auch reissfest ist.

Paul Hösli ist Leiter Sport bei den «Glarner Nachrichten» in Ennenda. Er ist seit 1997 bei der «Südostschweiz», im Jahr 2013 wechselte er intern von der Druckvorstufe in die Redaktion. Zuerst in einem 40-Prozent-Pensum und seit 2016 zu 100 Prozent. Mehr Infos

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Stars & Sternli MEHR