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Immer etwas Neues

Mit nur nur 21 Jahren gab Lea Jakobovic Schindler ihr erstes Kochbuch «Sheriff de Cuisine» heraus. Nun folgt bereits ihr viertes Werk. Und dieses steht ganz im Zeichen der Glarner Küche.

Südostschweiz
13.10.17 - 04:30 Uhr
Stars & Sternli
Lea Jakobovic Schindler schwingt gerne Wallhölzer und Kochlöffel. Diese tauscht sie aber auch öfters gegen ihre flinke Feder.
Lea Jakobovic Schindler schwingt gerne Wallhölzer und Kochlöffel. Diese tauscht sie aber auch öfters gegen ihre flinke Feder.
PRESSEBILD

«Kochen ist das, was mich mit Leben erfüllt», sagt Lea Jakobovic Schindler. Die 31-jährige kocht seit ihrem dritten Lebensjahr. «Mein Mami hat mich immer experimentieren lassen, und so habe ich rasch herausgefunden, was geht und was nicht geht», erzählt sie. Schon mit zehn Jahren habe sie ganze Weihnachtsgerichte selbst kochen wollen – und dürfen. «Kochen ist doch die schönste Art, jemandem meine Liebe zu zeigen.»

Vom Glarnerland ins Glarnerland

Geboren und aufgewachsen ist Jakobovic Schindler in Glarus und Niederurnen. Nach der Schule hat sie mehrere Ausbildungen begonnen, unter anderem eine Handelsschule und eine Automechanikerlehre. «Ich habe lange nicht gewusst, was ich machen sollte», sagt sie rückblickend. Dann absolvierte sie einen künstlerischen Gestalterkurs, eine Ausbildung, die es heute gar nicht mehr gibt. «Das war unglaublich lässig. Es war die erste Ausbildung, die ich abgeschlossen habe.»

Mit nur nur 21 Jahren gab Jakobovic Schindler ihr erstes Kochbuch «Sheriff de Cuisine» heraus. Es folgte ein zweites und ein drittes Kochbuch, dann mochte sie eigentlich nicht mehr. Aber es habe so viele Anfragen wegen der Bücher und auch ihres Cateringservices gegeben – mittlerweile lebte sie in Baden –, dass sie sich zu dem Schritt in die Selbstständigkeit entschloss. «Ich hatte weder Kunden noch Geld auf der Seite als ich mich selbstständig machte. Wenn man etwas unbedingt will, dann kann es nicht schiefgehen.» Sie habe einfach Vertrauen gehabt, dass ihr Schritt in die Selbstständigkeit gut gehen würde. Das war im Mai 2015 und ihr Gefühl hat die junge Frau nicht getrogen. Das Geschäft läuft.

Im Januar diesen Jahres ist Jakobovic Schindler wieder ins Glarnerland, nach Schwanden gezügelt. Doch momentan spielen die Cateringfirma und die Werbeagentur nur Nebenrollen in ihrem Leben – die Hauptrolle hat Tochter Siena übernommen, die vor rund zwei Monaten zur Welt gekommen ist. Zwei Wochen vor der Niederkunft hat das Paar geheiratet. Am Hochzeitstag verspürte die Braut erste Wehen. Mit der Folge, dass aus der Hochzeitsnacht nichts wurde, da sie direkt nach der Trauung ins Spital musste. «Es war ein interessanter Sommer», fasst sie die turbulenten Ereignisse lapidar zusammen und grinst.

«Töpfe und Köpfe im Glarnerland»

Kochen ist für Jakobovic Schindler Entspannung und Job zugleich. Wie schon als Kind experimentiert sie auch heute noch mit Begeisterung in der Küche, mixt für ihre Kochkurse und Catering-Kunden die verschiedensten Zutaten zusammen. «Mir ist wichtig, dass ich nicht zweimal das Gleiche liefere, dass die Mahlzeiten keine Standardgerichte sind und dass das Essen zum Kunden passt.»

Am 21. Oktober bringt Jakobovic Schindler nun, zusammen mit Christa und Gabriele Pellicciotta von der Buchhandlung Wortreich, ein neues Glarner Kochbuch heraus: «Töpfe & Köpfe im Glarnerland». Dafür ist sie, bewaffnet mit Kamera, Stift und Fragebogen, bei 60 Glarner Einwohnern zu Hause gewesen und hat sich mit traditionellen Gerichten bekochen lassen. «Manchmal musste ich aber auch noch Zwiebeln schälen», sagt sie und lacht.

Zum Glück findet sie Kochen lustiger als Aufräumen, und Letzteres ist ihr wohl auch meist erspart geblieben. Neben den Rezepten werden auch die Menschen vorgestellt, die die Rezepte zum Teil über Generationen in ihrer Familie bewahrt haben. Die Kochbuchautorin selbst hat auch «mega viele» Kochbücher zu Hause und würde sich auch nie von ihnen trennen. «Es ist einfach schön zu wissen, dass es sie gibt. Kochbücher sind wie Freunde, weil sie sich auch fürs Kochen interessieren. Manchmal blättere ich sie durch und habe eine Farbidee für ein Rezept.»

Ein Rezept exakt nachzukochen, käme der experimentierfreudigen Kochbuchautorin jedoch nicht in den Sinn. Denn grundsätzlich sei Kochen ein kreativer Prozess. Entsprechend wirkt ihre Küche auf andere manchmal chaotisch. «Ich nenne es Leidenschaft», sagt sie. Und mit dieser Leidenschaft wird sie wohl auch in Zukunft weitere Bücher schaffen, vielleicht auch ein Restaurant eröffnen. Und vor allen Dingen will sie noch mehr Kinder, viele, viele Kinder. Eine grosse Familie würde Jakobovic Schindler sehr glücklich machen.

Eine Buchvernissage zu «Köpfe & Töpfe im Glarnerland» findet am Samstag, 21. Oktober, um 18 Uhr in der Landesbibliothek Glarus statt.

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