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«Und plötzlich ging der Alarm los!»

Unser Sportredaktor Stefan Salzmann berichtet von seinen ersten Tagen in China, einem gewöhnungsbedürftigen Empfangskomitee, herausfordernden Busfahrten und gnadenloser chinesischer Effizienz.

Claudio
Sidler
04.02.22 - 16:00 Uhr
Wintersport
Nicht nur für die Athletinnen ist Olympia ein grosses Abenteuer, auch die Journalisten erleben so einiges in China.
Bild Jae C. Hong / Keystone
Nicht nur für die Athletinnen ist Olympia ein grosses Abenteuer, auch die Journalisten erleben so einiges in China. Bild Jae C. Hong / Keystone

Nach unzähligen Tests, einem Stapel ausgefüllten Formularen und einer Woche mit minimalem Kontakt zur Aussenwelt war es endlich klar: Unser Sportredaktor Stefan Salzmann darf nach China reisen, um vor Ort von den Olympischen Spielen zu berichten!

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Stefan Salzmann über die PCR-Tests in China.

Ein schmerzhaft-effizienter PCR-Test zur Begrüssung

Zehn Flugstunden später, am Flughafen Peking, erwartete Salzmann dann aber ein doch eher ungewohntes Bild. Das «Empfangskomitee» am Gate bestand nicht wie gewohnt aus freundlich lächelnden Flughafenangestellten, die hilfsbereit den Weg zum Ausgang weisen.

Stattdessen empfingen ihn verhüllte Olympia-Mitarbeitende, von Kopf bis Fuss vollständig in Schutzmontur verpackt. Ein freundliches Lächeln war darum bei bestem Willen nicht zu erahnen gewesen. Stattdessen beobachteten etliche Kameras die Schritte der Reisenden auf jeden Tritt und ein schmerzhaft-effizienter PCR-Test zählte wohl ebenfalls zum Begrüssungsprogramm.

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Selbst Busfahren ist in China ein Abenteuer.

Per Zeichensprache zum richtigen Hotel

Am Flughafen Peking erfuhr Salzmann also am eigenen Leib, dass die Pandemie in China wohl etwas anders gehandhabt wird als zuhause in Chur. Mit schmerzenden Nasen wurden die Neuankömmlinge in einen Bus geschleust der sie ohne grosse Umwege zu ihrem Hotel bringen sollte. Kontakt zur Aussenwelt ist tabu.

Wollten die Reisenden wissen welches Hotel der Buschauffeur als erstes ansteuern würde, gab es eine überraschende Antwort – Keine. Die meisten Chauffeure sprechen und verstehen kein Wort Englisch und so lag es schliesslich an unserem Sportreaktor, die improvisierte Zeichensprache notdürftig für seine Mitreisenden in Worte zu übersetzen.

Nach etwas mehr als einer Stunde Busfahrt inklusive weiteren Überraschungen schaffte es Salzmann dann in sein Hotel in Yanqing.

Die Südostschweiz macht in China Alarm

Die Aufgabe eines Sportredaktors ist es grundsätzlich, auf Leistungen von Athletinnen und Athleten aufmerksam zu machen. Unfreiwillig stand für einmal aber Salzmann im Rampenlicht. Um den Lift zu aktivieren, benutze er seine Zimmerkarte, doch: «Plötzlich ging der Alarm los, dabei wollte ich nur den Lift aktivieren!», erzählt uns Salzmann lachend seine Anekdote.

Die chinesische Effizienz half ihm aber schnell aus der Patsche. Nach wenigen Sekunden war der Schaden behoben, eine neue Zimmerkarte besorgt und der Lift wieder einsatzbereit. 

Aber dafür weiss man nun auch in China: Die «Südostschweiz» ist offiziell an den Olympischen Spielen angekommen!

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