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«Ein Bubentraum geht in Erfüllung»

Pascal
Spalinger
28.01.23 - 12:00 Uhr
Schweiz & Welt
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Für Moritz Boll geht ein Bubentraum in Erfüllung.
zVg

Zunächst eine einfache Erklärung, was «Knuckle Huck» überhaupt ist. Diese Wettkampfart im Freeski- und Snow­board-Freestylesport feierte 2019 ebenfalls an den X-Games ihre Premiere. Die Teilnehmer müssen sich über die Table-Kante am Big-Air-Kicker katapultieren und mit möglichst kreativen Sprüngen punkten. Im Prinzip geht man damit zurück auf das Wesentliche der Snowboard- und Freeski-Kultur. Dieses Wettkampf-Format, bei dem es um Kreativität und Style geht, ist in kürzester Zeit zu einem sehr beliebten Format geworden. Moritz Boll möchte sich nun in dieser Szene einen Namen schaffen.

DZ: Moritz Boll, wie sind Sie mit Ihrer bisherigen Saison zufrieden?

Die Saison könnte besser, aber auch schlechter sein. Ich wurde einmal 11. und einmal 14. und verpasste dort den Final nur knapp. Allerdings bin ich eben erst von einer schweren Verletzung zurückgekommen (Oberarmbruch mit Nervenverletzung). Ich sehe, dass ich immer noch mithalten kann, und brauche nun möglichst viele Wettkämpfe, um wieder eine Routine aufbauen zu können. Denn zuvor konnte ich eineinhalb Jahre lang keine Wettbewerbe bestreiten. Da muss ich mich erst wieder an alles gewöhnen. Um mich optimal auf die Saison vorbe­reiten zu können, mietete ich eine ­Wohnung in Innsbruck (A), da ich dort regelmässig auf der Landing Bag trainieren kann.

Sie wurden zu den «X-Games» eingeladen in der noch jungen Disziplin «Snowboard Huckle Buck». Wie ist es dazu gekommen?

Ich hätte nie gedacht, dass es mit einer Einladung tatsächlich klappt. Denn die Teilnahme an den «X-Games» war schon von Kindesbeinen an ein grosser Traum von mir. Zunächst erhielt ich im letzten Jahr erst eine Instagram-Nachricht, dann eine Anfrage per Mail. ­Wegen meiner Verletzung musste ich aber absagen. Umso überraschter war ich, dass ich nun erneut eine Anfrage erhielt. Ich bin der erste Schweizer überhaupt, der für «Huckle Buck» eine Einladung erhalten hat.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Ich freue mich, völlig neue Erfahrungen zu machen. Als ich ganz jung war, war Amerika die Snowboard-Destination schlechthin. Ich weiss nicht genau, was mich erwarten wird. Aber genau diese Unwissenheit schürt auch meine Vorfreude besonders. Zudem ist es eine grosse Ehre, dass ich mitfahren darf, denn es gibt nirgendwo so viel Publikum. Ich kann also auch etwas für meinen Namen tun.

Wie erwähnt starten Sie in der Disziplin «Knuckle Huck». Was begeistert Sie an dieser Wettkampfart?

Diese Disziplin ist etwas ziemlich Neues und noch nicht olympisch. Wir wollen klein anfangen und dann schauen, wohin die Reise geht. Ich kann mein Snowboard benutzen, um Stunts zu machen. Alles ist möglich, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Zudem kann ich mein eigener Boss sein. 

Was möchten Sie in Aspen erreichen?

Ich möchte vor allem das Ambiente geniessen und zeigen, wer Moritz Boll ist. Mit einer guten Leistung kann ich meinen Namen in der Szene fixieren. Und ich möchte Kinder in der Schweiz dazu animieren, für die Erfüllung ihrer Träume hart zu arbeiten. 

Wie wird es für Sie nach Aspen weitergehen?

Als Nächstes wartet der Weltcup-Event im kalifornischen Mammoth Mountain. Wahrscheinlich werde ich zusammen mit ein paar Kollegen eine 15-stündige Autofahrt von Aspen nach Kalifornien hinter mich bringen. Nach Mammoth Mountain steht in Calgary (Kanada) ein weiterer Weltcup-Anlass auf dem Programm. Danach kehre ich für ein paar Tage nach Hause zurück, ehe der Aufbruch an die Weltmeisterschaft in  Bakuriani (Georgien) erfolgen wird. Es wird also nicht langweilig. 

Welche Ziele haben Sie sich für die laufende Saison noch gesteckt?

Ich habe eine grobe Vorstellung davon, was ich heuer gerne noch erreichen möchte. Vor allem aber möchte ich mein Potenzial ausschöpfen und verletzungsfrei bleiben.

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