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Peier wie am Vortag undankbarer Vierter

Killian Peier verpasst in Engelberg das Podest erneut ganz knapp. Der Waadtländer wird am Sonntag analog zum Vortag Vierter.

Agentur
sda
19.12.21 - 19:26 Uhr
Schneesport
Es hat nicht gereicht: Killian Peier spürt bereits im Auslauf, dass er den Sieg und wohl auch den Podestplatz vergeben hat.
Es hat nicht gereicht: Killian Peier spürt bereits im Auslauf, dass er den Sieg und wohl auch den Podestplatz vergeben hat.
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Killian Peier nähert sich dem Podest, schafft den letzten Schritt aber (noch) nicht. Beim Weltcup in Engelberg wird er zum zweiten Mal innert 24 Stunden Vierter - weniger als einen halben Meter hinter dem zweitplatzierten Karl Geiger.

Als Killian Peier im Zielraum die «4» aufleuchten sieht, kann er seine Enttäuschung nicht verbergen. Als hauchdünner Leader in den Finaldurchgang gestartet, muss er sich noch vom überragenden Ryoyu Kobayashi, dem Weltcupführenden Karl Geiger und dem Norweger Marius Lindvik überflügeln lassen. Der erste Podestplatz eines Schweizers auf der Heimschanze seit sieben Jahren entgleitet dem 26-jährigen Waadtländer um die Winzigkeit von vier Zehntelpunkten.

«Eigentlich ist das ein Schritt nach vorne», fand Peier später auch Positives. Am Samstag hatte er das Podest noch um 5,6 Punkte verpasst. «Die Enttäuschung ist jetzt natürlich grösser», gab der WM-Dritte von 2019 zu, der die gesamte letzte Saison nach einem Kreuzbandriss verpasst hatte. «Die Emotionen sind gross.» Nach einem Sprung auf 136,5 m und der Halbzeit-Führung war der Druck riesig. Als letzter stiess Peier vom Balken der Titlis-Schanze ab, erst zum zweiten Mal in seiner Karriere nach dem WM-Springen in Innsbruck und das vor Heimpublikum und mit den Überfliegern Kobayashi und Geiger im Nacken.

Kleiner Fehler mit grossen Auswirkungen

«Der zweite Sprung war eigentlich ganz okay», analysierte Peier. «Nach dem Tisch waren die Ski hinten nicht ganz optimal, wahrscheinlich weil der Absprung nicht ganz sauber war. Das kostete mich etwas Fluss.» Das ist Kritik auf sehr hohem Niveau, auch der zweite Sprung auf 132 m alleine hätte zum 5. Rang gereicht. Im Gegensatz zur WM war das Glück mit den Zehntel diesmal nicht auf Seiten des Westschweizers. Auf Lindvik fehlten vier, auf Geiger sieben Zehntel.

Finden kann man die überall. Einen halben Meter weiter, und Peier wäre Zweiter geworden. Auch ein halber Punkt mehr bei den Stilnoten hätte zum Podest gereicht. Mit zweimal 17,5 wurde der Schweizer für seinen famosen ersten Sprung sehr streng bewertet, alleine da verlor er 1 respektive 1,5 Punkte auf das Trio vor ihm. Peier hat bei den Sprungrichtern offensichtlich noch nicht den guten Namen eines Kobayashi oder Geiger, doch er ist auf bestem Weg dahin.

In Engelberg bewies Peier einmal mehr, dass er mittlerweile auf jeder Schanze und bei unterschiedlichsten Bedingungen zur Weltspitze gehört. Am Samstag herrschten bei praktisch Windstille fast schon Laborbedingungen, am Sonntag kämpften viele Springer mit zum Teil starkem Rückenwind. So belegt Peier in der Gesamtwertung mittlerweile den 8. Rang, der nächste Podestplatz - sein zweiter nach Nischni Tagil vor zwei Jahren - dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Ammanns Absturz

Mit dem Rückenwind überhaupt nicht zurecht kam Simon Ammann. Der 40-jährige Toggenburger erlebte ein Wochenende zum Vergessen. Anstatt einen Schritt nach vorne zu machen und die Olympia-Qualifikation perfekt zu machen, verpasste er nach dem 29. Platz am Samstag sogar die Qualifikation für den Wettkampf. Die Enttäuschung war so gross, dass der vierfache Olympiasieger das Wettkampfgelände wortlos verliess.

So war Gregor Deschwanden am Sonntag mit einem soliden 20. Rang am Sonntag der einzige andere Schweizer in den Punkterängen.

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