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Gregor Deschwanden derzeit einziger Schweizer Trumpf

Die Skispringer heben am Wochenende in Wisla für ihre längste Saison in der Geschichte ab. Die Schweizer Hoffnungen auf ein ansprechendes Resultat verkörpert derzeit einzig Gregor Deschwanden.

Agentur
sda
04.11.22 - 05:00 Uhr
Wintersport
Gregor Deschwanden blickt der kommenden Weltcupsaison zuversichtlich entgegen.
Gregor Deschwanden blickt der kommenden Weltcupsaison zuversichtlich entgegen.
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

«Ich bin guten Mutes und der Überzeugung, dass ich im Training die richtigen Schwerpunkte gesetzt habe», sagt Deschwanden vor dem Abstecher nach Polen. Voller Überzeugung klingt er allerdings nicht, kann er gar nicht. Denn der Luzerner weiss mangels Konkurrenz im eigenen Lager nicht recht, wo er international steht.

Killian Peier fehlt seit dem Sommer wegen einer Entzündung der Patellasehne, Dominik Peter springt derzeit auf einem tieferen Level, und Simon Ammann taucht erst gar nicht an der Schanze auf - sieht man vom Intermezzo an den Schweizer Meisterschaften ab.

«Das ist schon ein Nachteil», gesteht Deschwanden. Zuletzt in Oberstdorf trainierte er immerhin zeitgleich mit der deutschen Mannschaft. «Es sieht nicht schlecht aus, aber ich muss sicher noch ein paar Hausaufgaben machen», kommentiert der 31-Jährige den Vergleich.

Seine Aussage lässt die Interpretation zu, dass er sich international im Mittelfeld einordnet. Zum Podest-Springer wird Deschwanden kaum mehr werden. Drei der zehn Top-Ten-Klassierungen im Weltcup erreichte er allerdings im vergangenen Winter. Sofern sich der Routinier in der letztjährigen Form präsentiert, bewegt er sich im Zenit.

«Aus einem tollen Start in Wisla lässt sich Moral tanken. Mehr aber nicht», hält der Schweizer Team-Leader fest. Nach dem Rendez-vous in Polen bleiben bis zum ersten Höhepunkt mit Engelberg und der Vierschanzentournee noch anderthalb Monate, um alle Puzzle-Teile zusammenzufügen.

Nach dem Prolog in Wisla kehren die Athleten ins Training zurück. Der frühe Termin mit zwei Einzelspringen am Samstag und Sonntag dürfte ein einmaliges Ausweichmanöver sein, um noch ein attraktives TV-Fenster vor der Fussball-WM zu erhalten. Der frühe Auftakt dehnt den Skisprung-Winter auf 150 Tage aus. Die Derniere erfolgt erst am 2. April in Planica, wo einen Monat zuvor auch die Weltmeisterschaften in den nordischen Disziplinen stattfinden.

Als Weltcup-Titelverteidiger tritt der Japaner Ryoyu Kobayashi an, im letzten Winter Gewinner von acht Weltcup-Springen und Gesamtsieger der Tournee. Es wird aber auch wieder mit den Norwegern, Slowenen, Deutschen und den Polen zu rechnen sein.

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