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Auftakt zur Tour de Ski im Val Müstair

Auftakt zur Tour de Ski im Val Müstair

Zum fünften Mal gastiert die prestigeträchtige Tour de Ski der Langläufer im beschaulichen Val Müstair in der südöstlichsten Ecke der Schweiz. Am Neujahrstag startet das Etappenrennen über acht Teilstücke mit dem finalen Anstieg auf die Alpe Cermis in Italien mit einem Sprint in der Skating-Technik.

Südostschweiz
vor 3 Wochen in
Wintersport
Nordic Langlauf Training
Dario Cologna tritt in seiner Heimat zum Auftakt der Tour de Ski an. Hier ein Archivbild aus dem Training in Davos.
PHILIPP BAER

Die Langlaufprofis zeigen ab heute Freitag in Graubünden ihr Können. Die Tour de Ski gastiert zum fünften Mal im Val Müstair. Zwar leidet der Anlass in diesem Jahr etwas unter der Absenz der Norweger, die sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus fürchten, dafür darf sich vor allem Nadine Fähndrich Hoffnungen auf einen Podestplatz machen. Die Luzernerin gewann kurz vor Weihnachten in Dresden im Sprint ihr erstes Weltcup-Rennen. Der vierfache Olympiasieger Dario Cologna, der im Münstertal aufgewachsen ist, war zuletzt jedoch auf Formsuche.

Cologna muss sich gegenüber dem Saisoneinstieg steigern, wenn er in der Tour de Ski zum zehnten Mal in die Top Ten vorstossen will. Der vierfache Sieger des Klassikers (2009, 2011, 2012, 2018) bereitete sich in Davos vor. In den bisherigen Rennen fehlte ihm die Kraft, um die angeschlagene Pace durchzuziehen.

Der vierfache Olympiasieger gibt offen zu, dass der Abstand zu den Besten grösser ist, als er sich dies wünscht. Letztlich zählt, dass der 34-Jährige die acht Etappen in zehn Tagen ohne körperliche Beeinträchtigungen übersteht. Die Tour de Ski diente ihm in der Vergangenheit schon oft als Sprungbrett, um seine Form mit Blick auf den Grossanlass zu steigern.

Hoffnung liegt auf Fähndrich

Fähndrich hingegen steigt als Weltcupsiegerin in das Etappenrennen. Vor Weihnachten stand sie in Dresden beim Sprint in der Skating-Technik erstmals zuoberst auf dem Podest - einen Tag später doppelte sie im Team-Sprint mit der Bündnerin Laurien van der Graaff nach. Nadine Fähndrich zählt somit am 1. Januar zu den Anwärterinnen auf den Sieg, denn das Filetstück des Langlauf-Weltcups wird mit einem Skating-Sprint eröffnet.

Im Gegensatz zu Dresden oder zuvor in Davos (4. Rang) ist die Konkurrenz grösser. Die Norwegerinnen fehlen zwar erneut, hingegen stehen die Schwedinnen und Finninnen am Start. Doch die Luzernerin muss sich nicht verstecken. In Dresden hatte sie an beiden Tagen auf der Zielgerade gross aufgetrumpft. Beim Sprint hielt sie die Amerikanerin Sophie Caldwell in Schach, im Team-Sprint zog sie nach einer Aufholjagd an der Russin Natalia Neprjajewa vorbei.

Die Luzernerin will in der Tour de Ski mit den zwei Sprints nicht bloss ihre Rosinen herauspicken. Die 25-Jährige entwickelt sich nach und nach zur Allrounderin. Sofern sie insbesondere in den Massenstartrennen im Pulk der Besten halten kann, liegt auch mit Blick auf das Gesamtklassement einiges drin. Mit einer guten Ausgangsposition werden im Finale mehr Kräfte frei. Dieses Extra kann Fähndrich gebrauchen, denn der Anstieg zur Alpe Cermis ist weniger auf die Fähigkeiten der aktuellen Nummer 1 im Schweizer Langlauf-Team zugeschnitten.

Die dritte Schweizer Weltcupsiegerin nach Evi Kratzer und Laurien van der Graaff hat in der Tour de Ski nichts zu verlieren. Es droht keine Gefahr, mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Oberstdorf die Explosivität als Sprinterin zu verlieren. Die sechs Wochen Pause geben genügend Zeit für die Erholung und für einen erneuten Formaufbau.

Das Programm der Tour de Ski

  • 1. Etappe. 1. Januar im Val Müstair: Sprint, Skating.
  • 2. Etappe. 2. Januar im Val Müstair: 15 km (Männer)/10 km (Frauen), klassisch (Massenstart).
  • 3. Etappe. 3. Januar im Val Müstair: 15 km/10 km, Skating (Verfolgung).
  • 4. Etappe. 5. Januar in Toblach (Ita): 15 km/10 km, Skating (Einzelstart).
  • 5. Etappe. 6. Januar in Toblach: 15 km/10 km, klassisch (Verfolgung).
  • 6. Etappe. 8. Januar in Val di Fiemme (Ita): 15 km/10 km, klassisch (Massenstart).
  • 7. Etappe. 9. Januar in Val di Fiemme: Sprint, klassisch.
  • 8. Etappe. 10. Januar in Val di Fiemme: 9 km, Skating (Massenstart, Anstieg Alpe Cermis).

Das Schweizer Aufgebot

Männer: Dario Cologna, Roman Furger, Jonas Baumann, Jason Rüesch, Beda Klee, Roman Schaad, Jovian Hediger, Erwan Käser, Candide Pralong.

Frauen: Nadine Fähndrich, Laurien van der Graaff, Alina Meier, Lea Fischer.

(sda/so)

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