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Nadine Fähndrich: befreiter und erfolgreicher

Nadine Fähndrich: befreiter und erfolgreicher

Nadine Fähndrich nimmt die Tour de Ski nach ihrem Doppel-Weltcupsieg vor Weihnachten in Dresden mit viel Selbstvertrauen in Angriff. Das Gefühl ist ganz anders als in der Vergangenheit.

Agentur
sda
vor 3 Wochen in
Wintersport
Im Hoch: Nadine Fähndrich (re.) feierte in Dresden im Sprint und ihm Teamsprint mit Laurien van der Graaff ihre ersten beiden Weltcup-Siege
Im Hoch: Nadine Fähndrich (re.) feierte in Dresden im Sprint und ihm Teamsprint mit Laurien van der Graaff ihre ersten beiden Weltcup-Siege
KEYSTONE/AP/Sebastian Kahnert

Der Auftakt der Tour de Ski im Val Müstair steht am Neujahrstag ganz im Zeichen der Sprinter - und damit von Nadine Fähndrich, die in Deutschland als erst dritte Schweizerin ein Weltcup-Rennen gewann und mit Laurien van der Graaff im Teamsprint nachdoppelte. In Tschierv gehört sie deshalb zu den Favoritinnen, auch wenn vor allem die starken Schwedinnen wieder mit dabei sind.

Zusätzlicher Druck also? Ein bisschen, gibt Fähndrich am Tag davor in der Videokonferenz zu. «Ich dachte eigentlich, ich könnte das ausblenden», erklärt die 25-jährige Luzernerin. «Dann wurde ich aber doch etwas nervös. Gestern und heute bin ich nun aber wieder etwas lockerer.» Und überhaupt: Ein bisschen Nervosität gehöre dazu, und Druck habe sie auch vorher gehabt, vor allem den Druck, den sie sich selber mache.

Die Erfolge in Dresden hatten sich schon länger abgezeichnet. Bereits in der Schlussphase der letzten Saison etablierte sich Fähndrich in der Elite der Sprinterinnen und lief in Norwegen zweimal aufs Weltcup-Podest. Seit diesem Winter sei das Gefühl beim Laufen aber noch einmal ein anderes geworden. «Das Gefühl ist befreiter, früher hatte ich mehr Respekt», stellt sie fest. «Ich malte mir aus, was passieren kann, wenn es nicht aufgeht. Jetzt kann ich mich auf das konzentrieren, was ich machen muss, um das zu zeigen, was ich kann. So läuft es sich befreiter, und ich kann es auch mehr geniessen.»

Einen eigentlichen «Klick»-Moment habe es nicht gegeben. Seit fünf Jahren arbeitet die Zentralschweizerin mit einem Mentaltrainer zusammen. Die Fortschritte sind jedoch mental und physisch. «Vielleicht brauchte es das, um das Selbstvertrauen aufzubauen», denkt sie.

Dieses wird sie am Neujahrstag brauchen können, wenn auf der anspruchsvollen Strecke in Tschierv auch die Schwedinnen und Finninnen wieder im Weltcup starten. Sie stiegen nach dem Auftakt in Kuusamo aus, um sich vor Ansteckungen mit dem Coronavirus zu schützen. Im Gegensatz zu den Norwegern kehren sie aber für die Tour de Ski zurück. Ein Vorteil, weil sie erholt sind oder ein Nachteil, weil ihnen die Wettkampfpraxis fehlt? «Für mich ist es sicher ein Vorteil, dass ich Rennen hatte», ist sich Fähndrich sicher. «Ich brauche immer ein paar Rennen, um die nötige Spannung aufzubauen.» Über die Weihnachtstage konnte sie sich im heimischen Eigenthal zudem genügend erholen.

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