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Hartweg: «Es ist eine historische Chance»

Die Lenzerheide hat von der internationalen Biathlon Union den Zuschlag für die Austragung der Weltmeisterschaften 2025 erhalten. Die Freude bei den Verantwortlichen auf der Lenzerheide ist gross – allen voran bei Michael Hartweg, dem Verwaltungsratspräsidenten der Biathlon Arena Lenzerheide AG, wie sich im Interview mit Radio Südostschweiz zeigt.

Südostschweiz
Montag, 16. November 2020, 13:41 Uhr Lenzerheide 2025
Initiator Michael Hartweg freut sich über den Zuschlag für die Biathlon-WM 2025.
KEYSTONE

Michael Hartweg, was ging Ihnen durch den Kopf, als die Lenzerheide den Zuschlag für die Austragung der Biathlon-WM 2025 erhielt?

Michael Hartweg: Es war überwältigend. Wir haben uns natürlich gute Chancen ausgerechnet, weil das Feedback des Weltverbands bei der Inspektion sehr positiv war. Deshalb war auch die Anspannung gross. Es ist eine historische Chance, die wir nun wahrnehmen können. Ich verspüre eine grosse Erleichterung und Begeisterung.

Als einziger Mitbewerber war Minsk im Rennen. Eine WM-Vergabe ins krisengeschüttelte Belarus hätte in der Sportwelt natürlich für Kopfschütteln gesorgt. Hat das der Lenzerheide zum Vorteil gereicht?

Das ist sicher so. Es tut uns aber Leid für den Mitbewerber Minsk und vor allem für die dortige Bevölkerung. Wir bedauern sehr, was dort passiert. Aber es ist auch so, dass Minsk wie wir noch keinen Weltcup hatte. Auch sie waren noch nicht auf der Grossevent-Landkarte. Wir hatten sicher auch abgesehen von der politischen Situation gute Karten.

Welche Schritte folgen nun in der Vorbereitung auf die WM 2025?

Wir sind nun gemeinsam mit Swiss-Ski daran, die Organisationsstrukturen festzulegen. Wir werden nun sofort loslegen. Denn der Zeitplan ist ambitioniert. Wir haben grosse Pläne und wollen diese Chance natürlich nutzen – für die Destination, für den Kanton und für die Schweiz.

Auch dem eigentlichen Ziel, der Austragung eines Weltcups, ist man nun einiges näher.

Mit dem Zuschlag für die Weltmeisterschaften 2025 sind die Chancen markant gestiegen, im nächsten Weltcup-Zyklus einen Weltcup zu erhalten. Es ist üblich, dass der WM-Standort im Vorjahr im Weltcup getestet wird. Die Vergabe wird nun im Februar stattfinden, da rechnen wir uns nun natürlich auch gute Chancen aus.

Der Biathlon-Sport boomt in der Schweiz. Weshalb?

Der Biahtlon-Boom kommt für uns nicht überraschend. Die Schweiz hat eine Affinität für diese Sportart, einerseits von der grossen Ski-Tradition, andererseits von den Waffenläufen herrührend. Das haben wir von Anfang an gesehen. Biathlon boomte in fast allen europäischen Nationen schon früher. Es war daher überraschend, dass Biathlon in der Schweiz so lange eine Randerscheinung war. Nach der Anlage in Lenzerheide und den ersten Erfolgen im Weltcup haben wir nun aber immer mehr Athleten – auch Junioren – die vorne mitlaufen können. Und dann braucht es, so denke ich, nicht mehr viel, damit die Begeisterung dann auch auf die Schweizer Bevölkerung überschwappt.

Aus dem Fernsehen kennen wir die Bilder von der WM in Antholz. Tausende Fans sorgten für eine grossartige Atmosphäre. Dürfen wir uns auf solche Bilder auch aus der Lenzerheide freuen?

Das ist natürlich unser Ziel. Antholz ist der Standort, mit dem wir immer schon stark kooperiert und sehr viel Know-how ausgetauscht haben. Auch Antholz ist bilderbuchmässig in der Berglandschaft eingebettet. Der Ort zieht die Massen an und es herrscht bei den Wettkämpfen eine tolle Stimmung. Wir erwarten auf der Lenzerheide ähnliches – auch wegen zentrale Lage inmitten aller Biathlon-Länder.  

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