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Schweizer Taktik geht perfekt auf - Staffel Zweite in Lahti

Die Schweizer Männerstaffel mit Beda Klee, Dario Cologna, Jason Rüesch und Roman Furger läuft beim Langlauf-Weltcup in Lahti als Zweite auf das Podest - zum erst zweiten Mal in der Geschichte.

Agentur
sda
Sonntag, 01. März 2020, 16:00 Uhr Langlauf
Starker Auftritt von Jason Rüesch und seinen Teamkollegen: Die Schweizer Langlauf-Staffel lief in Lahri auf den 2. Platz
Starker Auftritt von Jason Rüesch und seinen Teamkollegen: Die Schweizer Langlauf-Staffel lief in Lahri auf den 2. Platz
KEYSTONE/EPA/KIMMO BRANDT

Das Swiss-Ski-Quartett musste sich im Finish lediglich Norwegen mit Ausnahme-Sprinter Johannes Hösflot Klaebo um 1,2 Sekunden geschlagen geben, liess aber grosse Nationen wie Russland, Italien, Finnland oder Schweden klar hinter sich.

Die Taktik der Schweizer über die 4x7,5 km ging perfekt auf. Sie lautete, den Schlussläufer Roman Furger in einer guten Position ins Rennen zu schicken - und dann auf die Qualitäten des Urners zu vertrauen, der bei drei Siegen am Engadin Skimarathon seine Stärke im Kampf Mann gegen Mann zur Genüge beweisen hat. «Diese Sprints, wenn alle schon etwas müde sind, liegen mir tatsächlich», erklärt ein «überglücklicher» Furger gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Klee hatte den Rückstand als Startläufer in Grenzen gehalten und als Siebter an Cologna übergeben. Der vierfache Olympiasieger machte einen Platz gut, konnte aber nicht ganz zur Spitzengruppe aufschliessen, wie auch Rüesch in der dritten Ablösung. Furger profitierte dann davon, dass an der Spitze keiner richtig Tempo machen wollte.

«Zwei Kilometer vor dem Ziel merkte ich dann, dass wir noch zu viert sind», erzählt Furger. «Im letzten Aufstieg fühlte ich mich noch einigermassen gut. Da sagte ich mir: Heute klappt es endlich wieder mal mit dem Podest. Einen muss ich einfach noch packen.» Es wurden sogar zwei, einzig Klaebo war ausser Reichweite.

Erst einmal im Weltcup besser

Erst einmal war im Weltcup eine Schweizer Männerstaffel besser: 2010 beim Sieg in La Clusaz. Cologna gehörte bereits damals zum Team. Ein wenig profitierten die Schweizer in Lahti davon, dass vor allem bei den Russen mit dem pausierenden Weltcupleader und Tour-de-Ski-Sieger Alexander Bolschunow und Sergej Ustjugow zwei starke Läufer fehlten.

Dennoch stellt der erst zweite Weltcup-Podestplatz im WM-Ort von 2017, als die Schweizer Staffel Bronze um nur zwei Zehntel verpasst hatte, einen der grössten Teamerfolge im Langlauf dar. Klar höher einzustufen sind lediglich die Olympia-Bronzemedaillen der legendären Männerstaffel mit Fredel und Wisel Kälin, Albert Giger und Edi Hauser 1972 in Sapporo sowie der Frauen 2002 in Salt Lake City.

Der Exploit kam überraschend, nachdem die Schweizer am Samstag über 15 km klassisch noch alles andere als überzeugt hatten. Sie waren nach der Ski Tour von Trondheim nach Davos zurückgereist und nach dem vielen Reisen in Finnland noch etwas müde. «Wir haben aber in einem Team-Meeting wieder einen neuen Fokus gefunden», verriet Coach Peter von Allmen. Er war deshalb optimistisch und gab einen Podestplatz im bereinigten Länderklassement (ohne Russland II) als Minimalziel aus - und bekam recht. «Das ist ein Sieg des ganzen Athleten- und Betreuerteams, die alle einen Superjob machten», freute sich Roman Furger.

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