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Kasper: «Ich bin kein Klimaerwärmungsleugner»

Der Engadiner Gian Franco Kasper geriet mit Aussagen zu den Themen Klimawandel und Diktatur international ins Kreuzfeuer der Kritik. Auch Bündner Politiker enervierten sich über einige Ansichten des FIS-Präsidenten. Nun erklärt sich Kasper.

Patrick
Kuoni
Donnerstag, 07. Februar 2019, 04:30 Uhr FIS-Präsident in der Kritik
SWEDEN SKI WORLD CHAMPIONSHIPS
FIS-Präsident Gian Franco Kasper nimmt Stellung zu den Vorwürfen aus Politik und Sport.
KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Der Engadiner Gian Franco Kasper sieht sich aktuell harscher Kritik ausgesetzt. Der Präsident des internationalen Skiverbandes FIS machte in einem Tagesanzeiger-Interview einige sehr umstrittene Äusserungen. So sagt er zum Thema Klimawandel: «Es gibt keinen Beweis dafür. Wir haben Schnee, zum Teil sehr viel. »

Personen und Verbände aus Sport und Politik distanzierten sich von dieser Anschauung und einige forderten gar den Rücktritt des 75-Jährigen. Auch in Graubünden sorgten Kaspers Antworten für Stirnrunzeln, wie dieser Tweet von SP-Stände- und Nationalratskandidat Jon Pult zeigt: 

 

Auch SP-Grossrat Conradin Caviezel enerviert sich: 

Auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» führt Kasper aus, wie er diese Aussage gemeint hat: «Ich behaupte nicht, dass der Klimawandel nicht stattfindet. Was ich sage, ist, seid vorsichtig mit Aussagen, wie es in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, solange wir keine echten wissenschaftlichen Beweise haben.» Für ihn sei aber unbestritten, dass im Moment eine Klimaerwärmung stattfinde. Diese lasse sich auch messen.

Und er betont: «Ich bin kein Klimaerwärmungsleugner – im Gegenteil.» Man organisiere Ende Jahr auch eine der grössten Klimakonferenzen mit vielen hochrangigen Wissenschaftlern, weil man besorgt sei, was geschehe, wenn tatsächlich Probleme wie Schneemangel auftauchen würden.

Diktaturen bevorzugt?

Viel Kritik prasselte auf den FIS-Präsidenten auch für eine andere Anschauung nieder. So erklärte er im Interview: «Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten. » Kasper meint auf die heikle Aussage angesprochen: «Die Frage zu dieser Antwort war, ob es nicht einfacher sei, in Diktaturen neue Skigebiete zu entwickeln als in Demokratien.» Und in diesem Kontext stimme dieser Gedankengang. Und er führt aus: «Klar ist es in Nordkorea einfacher, einen Berg zu bearbeiten als in Schweden, da es keine Diskussionen über Umweltgesetze gibt. In Demokratien müssen wir uns diesen Fragen stellen.» Seine Aussage sei aber keinesfalls gewesen, dass er Diktaturen als Regierungssystem bevorzuge.

In einem Blick-Artikel stört sich der Skifahrer Daniel Yule ebenfalls an Kaspers Äusserungen. Neben Kaspers Ansichten zum Klimawandel kritisiert Yule den Umstand, dass der FIS-Präsident bei Abstimmungen des IOC nicht mitbestimmen kann, da er die Altersgrenze von 70 überschritten hat. Das Internationale Olympische Komitee hat dieses Alter als Obergrenze fürs Stimmrecht für Verbandspräsidenten eingeführt. Darauf entgegnet Kasper: «Die Behauptung, dass die FIS wegen mir im IOC kein Stimmrecht mehr hat ist falsch. Dieses hatte die FIS schlicht noch nie, da die internationalen Verbände kein Stimmrecht haben beim IOC.» Er persönlich habe ein Stimmrecht gehabt, welches er verloren habe.  Aber beispielsweise auch der Fussballverband, der Schwimmverband, der Leichtathletikverband und der Boxverband haben gemäss Kasper keine Vertreter im IOC.

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Es gibt gute Gründe die menschengemachte Klimaerwärmung durch CO2 anzuzweifeln. Die verwendeten Messdaten (GISS) sind ungenau und müssen stark angepasst werden um den Hypothesen der Klimaforscher genügend zu sein. Das genauere Messsystem RSS zeigt übrigens einen Abkühlungstrend, der natürlich zurechtgestutzt werden muss um die Hypothese weiter zu unterstützen. Schaue sie selbst, die Grafiken stammen direkt von den entsprechenden Forschungsinstitutionen.
Solange die Klimaforscher Daten, die über ein wissenschaftliches Mass geschönt worden sind, vorlegen und mir dann der Staat womöglich CO2-Abgaben verlangt, kann ich nicht dahinter stehen.

https://notalotofpeopleknowthat.wordpress.com/2015/12/06/rss-continues-…

Die Klima - Religion nimmt immer groteskere Züge gepaart mit viel Fanatismus ein. Darf man dazu keine kritische Meinung mehr haben, ist das bereits so totalitär? "Leugnen Sie den Klimawandel" das tönt fast schon so wie "leugnen Sie den Holocaust", obwohl beides nichts miteinander zu tun hat.

Das Klima hat sich seit eh und je schon immer gewandelt. Die Natur funktioniert eben nicht berechenbar nach Schema F - Logik. Und natürlich ist der Handel mit CO2 Zertifikaten auch ein gutes Geschäft, darf nicht vergessen werden. Aber ob für Natur und Umwelt dann alles in Butter ist? Werden dann weniger Regenwald abgeholzt, weniger Müll im Meer "entsorgt", gibt es davon weniger Littering in Wald und Wiese? Weniger Massentierhaltung, weniger Insekten- und Artensterben? Werden deshalb weniger Güter und Teile über ganze Kontinente und Länder transportiert nur um Lohnkosten zu sparen? Geht der Wirtschaftswachstumswahn nicht trotzdem immer weiter?

Hans A. Pestalozzi (Buchautor) brachte es damals auf den Punkt: "Warum ist man nicht fähig, einige ganz einfache Rechnungen zu machen ? 2% Wachstum bedeutet Verdoppelung in 35 Jahren. Eine Verdoppelung muss man sich ganz konkret vor Augen führen. Dies heisst: In 35 Jahren von allem, was wir heute in der westlichen Industriewelt an materiellen Gütern und Dienstleistungen haben, doppelt so viel! Doppelt soviel Strassen Doppelt soviel Autos Doppelt soviel Häuser Doppelt soviel Ferienreisen Doppelt soviel Medikamente Doppelt soviel Bier Doppelt soviel Koteletten usw. Jeder nur einigermassen vernünftige Mensch sieht sofort ein, dass ein solches Rezept heller Wahnsinn ist."

Zuerst unüberlegt einfach irgend ein Blldsinn erzählen und nachher Alles wieder zurückbuchstabieren zeugt nicht gerade von vernünftiges denken zumal er noch ein Amt besitzt das generell heikel ist und keinerlei Blödsinn erlaubt.

Man kann denken was man will über seine Aeusserungen zum Klima und zur Diktatur. Er kann seine Aeusserungen auch nicht mehr à la Trump einfach zurücknehmen, gesagt wie gedacht wra es auf jeden Fall und wenn er meint erhätte das nicht sagen wollen, dann ist er aber so was von überfällig. Solche alte Socken sollten nicht an der Spitze von Sportverbänden sein. den Sport, den sie selber in keiner Weise mehtr ausüben können, können sie auch nicht mehr repräsentieren. Das schlagenste Beispiel für seine Ueberforderung war die völlig emotionslose und empathielose Medaillenübergabe an unsere Broncemedaillengewinnerin. Es war nicht zum Ansehen, wie ihn die ganze Sache im Grunde genommen gelangweilt hat. Er wäre wohl lieber an der Hotelbar gesessen und hätte auf Kosten des Skiverbandes eine weitere Reise auf Spesen geniessen wollen. Wer an einem solchen Anlass mit Sprachen glänzen möchte, muss dann aber auch wirklich Format haben und das Italienische nicht einfach unterlassen, dafür aber zeigen, dass er Russisch (etwas) gelernt hat und damit auch aufzuzeigen, dass er Russland wohl als Diktatur bezeichnet, was Russland nun definitiv nicht ist.
p.s. ich selber bin 71 (alter Socken) und schäme mich für diesen Verbandspräsidenten.

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