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Baumgartner hat gemischte Gefühle

Ihr Minimalziel hat Nicole Baumgartner in Park City mit dem Achtelfinal-Einzug im Parallelslalom erreicht. Trotzdem hadert die 25-jährige Uznerin mit ihrer WM-Premiere. «Es lag mehr drin», ist sie überzeugt.

Silvano
Umberg
Mittwoch, 06. Februar 2019, 18:08 Uhr Snowboard-WM
Nicole Baumgartner
BILD KEYSTONE

Ihr allererster Einsatz an einer Snowboard-Weltmeisterschaft war ein kurzer. Bereits im ersten Qualifikationslauf musste Nicole Baumgartner am Montag im Parallel-Riesenslalom die Segel streichen. «Ich bin zu kopflos ins Rennen gestiegen», gesteht die Uznerin. Die Folge: Schon nach wenigen Sekunden wurde sie von der schwierigen und im Vergleich zum Weltcup lausig präparierten Piste abgeworfen. Ein Auftritt, der unter dem Kapitel «Erfahrung sammeln» abgebucht werden konnte. Wobei: Die Enttäuschung war riesig, wie die Debütantin erzählt.

Mit einer Portion Wut im Bauch lief es Baumgartner tags darauf im Parallelslalom deutlich besser. Als 14. der Qualifikation zog sie in die K.-o.-Phase ein und war dort – auch dank eines Fehlers ihrer Gegnerin – auf bestem Weg Richtung Viertelfinals, hatte rund eineinhalb Tore Vorsprung, zog dann aber doch noch den Kürzeren. «Es war eine Gratwanderung», erklärt die 25-Jährige rückblickend. In solchen Situationen wolle man auf keinen Fall abfliegen. Gross taktieren liege aber auch nicht drin. «Ganz offensichtlich habe ich nicht das richtige Mass gefunden, nahm zu viel Tempo raus.»

Trotz allem ein tolles Erlebnis

Baumgartners Ärger war umso grösser, als sie sich vorgenommen hatte, mächtig Gas zu geben. «Im Gegensatz zum Weltcup, wo für mich jede Top-16-Klassierung wertvoll ist, zählen an einer WM letztlich nur die Medaillen», begründet sie. «Immerhin: Mein Minimalziel habe ich mit Rang 15 im Paral-lelslalom erreicht.»

Letztlich verliess Baumgartner Park City mit gemischten Gefühlen. Nicht nur wegen ihres sportlichen Abschneidens. «Ich hatte mir alles grösser und professioneller vorgestellt. Da merkte man halt, dass Alpin-Snowboard in den USA keinen grossen Stellenwert hat.» Es seien kaum Zuschauer zugegen gewesen, und die Helfer hätten von Pistenpräparation keine Ahnung gehabt. «Dennoch war es insgesamt ein tolles Erlebnis», bilanziert sie. Auch eines, das Lust auf mehr mache.

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