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Prättigauer gewinnt in Innichen

Der Prättigauer Joos Berry gewinnt das Skicross-Rennen im italienischen Innichen. Es ist der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere.

Südostschweiz
Samstag, 22. Dezember 2018, 14:24 Uhr Skicross
SCHWEIZ MEDIENTREFFEN SKICROSS AROSA
Der Schweizer Skicrosser Joos Berry macht sich selbst ein grosses Weihnachtsgeschenk und gewinnt in Italien sein erstes Weltcup-Rennen.
GIAN EHRENZELLER

Die Schweizer Skicrosser brillierten auch im dritten Weltcup-Rennen der Saison. Der Prättigauer Joos Berry feierte im italienischen Innichen sensationell den ersten Sieg auf dieser Stufe. Der 28-jährige Bündner gewann vor den französischen Brüdern Bastien und Jonathan Midol.

Berry erwischte einen Glanztag und entschied sämtliche vier Läufe für sich. Zwar glückte im Final dem Franzosen Bastien Midol, der am Vortag im ersten Rennen in Innichen Zweiter geworden war, der bessere Start. Der Prättigauer vermochte ihn aber zu überholen und brachte die Führung souverän ins Ziel. Das Podest komplettierte Bastien Midols Bruder Jonathan, der Sieger des Vortages.

Berry agierte in seinem 27. Weltcup-Rennen im Stile eines Routiniers, dabei war zuvor der 7. Rang vor einem Jahr in Arosa das beste Resultat auf dieser Stufe gewesen und der 14. Platz am Freitag in Innichen das zweitbeste. Ganz von ungefähr kam der Exploit jedoch nicht, da der Bündner schon in Pitztal im Rahmen der österreichischen Meisterschaften und des Europacups mit einem Sieg überzeugt hatte.

«Ich wusste, dass ich ein gutes Herbsttraining hatte, doch dass es direkt so gut aufgeht, hätte ich nicht gedacht», sagte Berry. «Wir haben ein unglaublich starkes Team, das ist sehr motivierend.» Berry, ein gelernter Landwirt und Zimmermann, kann vom Sport (noch) nicht leben, weshalb er daneben arbeitet. Das ist für ihn als Ausgleich «sehr wichtig».

Erst kürzlich sagte der Schweizer Cheftrainer des Skicross-Teams, Ralph Pfäffli gegenüber TV Südostschweiz  über Joos Berry, dass ihm die Erfahrung im Weltcup fehle, «das letzte Quäntchen.» Aber: «Wenn Joos sein Können an Grossanlässen abrufen kann, wird er einer der nächsten Generation sein», so Pfäffli. Genau das gelang ihm am Rennen im italienischen Innichen. Er gewann völlig überraschend sein allererstes Weltcuprennen. Es war gleichzeitig auch sein erster grosser Final.

Bei den Frauen belegte Sanna Lüdi den 3. Platz. Damit stand die 32-jährige Bernerin erstmals seit dem 16. Januar 2014 und zum neunten Mal insgesamt auf dem Weltcup-Podest. Lüdi musste sich nur der Schwedin Sandra Näslund und der Kanadierin Marielle Thompson geschlagen geben. Fanny Smith, die Siegerin in den ersten beiden Weltcup-Rennen, klassierte sich im 5. Rang. (sda/so)

 

 

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