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Wie es Lara Heini in Schweden ergeht

Die Bündner Torhüterin Lara Heini absolviert aktuell ihre zweite Unihockey-Saison beim schwedischen Verein Pixbo Wallenstam IBK. Nach sechs Spielen grüsst das Team von Tabellenplatz 2. Weshalb sie trotzdem nicht wirklich zufrieden ist und weshalb sie das Schweizer Trinkwasser vermisst, erfahrt Ihr hier.

Patrick
Kuoni
Freitag, 01. November 2019, 00:23 Uhr Unihockey
Torhüterin Lara Heini Chur
Lara Heini spielt ihre zweite Unihockey-Saison in Schweden.
ARCHIVBILD OLIVIA AEBLI-ITEM

Unihockey-Torhüterin Lara Heini reitet momentan mit ihrem Team Pixbo Wallenstam IBK auf einer Erfolgswelle. Aus den ersten sechs Spielen resultierten sechs Siege. Pixbo weist aktuell gemeinsam mit IKSU die wenigsten Gegentore auf. Dies auch dank starken Leistungen der Nationalmannschaftstorhüterin Lara Heini. Mit einer Fangquote von über 86 Prozent belegt Heini in der besten Liga der Welt in diesem Bereich Zwischenrang 4. Wir haben sie gefragt, wie zufrieden sie ist, wie es um ihre Schwedischkenntnisse steht und ob sie ihr Können bald wieder in der Schweiz unter Beweis stellt. 

Lara Heini zu ...

... der sportlichen Situation des Teams:

«Ich bin punktemässig zufrieden. Schliesslich haben wir aus sechs Spielen sechs Siege geholt. Mit der Leistung bin ich aber noch nicht wirklich zufrieden. Wir konnten in keinem Spiel über 60 Minuten überzeugen. In gewissen Spielen hatten wir ziemlich Mühe. Beispielsweise gegen Warberg: Gegen sie haben wir in einem Vorbereitungsspiel bereits gespielt und ich habe damals nur etwa fünf Bälle halten müssen. Es war ein langweiliges Spiel für mich. In der Meisterschaft gab es ein 2:1 und es war für mich eines der unterhaltsamsten Spiele des letzten halben Jahres.»

... der eigenen Leistung:

«Die Saison hat für mich gut begonnen. Ich hatte einen besseren Start als letztes Jahr. Es war auch ein wenig einfacher, da es mein zweites Jahr in Schweden ist. Jetzt kommen aber erst die interessanten Spiele. Wir haben gegen die besten drei Teams noch nicht gespielt.»

... den Reisen zwischen der Schweiz und Schweden:

«Es war schön wieder einmal alle in der Schweiz zu sehen und sie vor allem auch einmal ohne Stress zu sehen. Wenn ich jeweils für die Nationalmannschaftszusammenzüge in der Schweiz weilte, wollten dich alle sehen  und trotzdem kannst du dich nicht vierteilen. Ich musste teilweise fast noch die Nacht verplanen, um möglichst viel Leute zu treffen. Ich ging aber auch wieder gerne nach Schweden zurück. Vom Unihockey her ist es hier schon interessanter. Wir haben ein tolles Team und ich habe das Gefühl, es liegt viel drin. Wir haben aktuell zwei Spielerinnen, die es trotz viel Talent nicht in die ersten drei Formationen schaffen. Die Ausgangslage ist also gut.»

… ihren Schwedischkenntnissen:

«Also mit Tim Braillard (Anmerkung der Redaktion: Er spielt ebenfalls die zweite Saison in Schweden) kann ich nicht ganz mithalten. Er hat im Januar die ersten Fernsehinterviews auf schwedisch gegeben. Ich musste mir relativ viele Sprüche anhören, weil dieses viele von meinem Team gehört haben. Ihm hat es aber sicher geholfen, dass er der einzige Ausländer war, der nicht schwedisch gesprochen hat und er auch gearbeitet hat. Ich arbeitete nicht und habe ausserdem viele Ausländerinnen im Team, mit denen ich englisch spreche. Mittlerweile spreche ich aber mit einzelnen Spielerinnen auch schwedisch. Wenn ich aber dem ganzen Team etwas sagen will, sage ich es auf englisch, damit meine Botschaft dann auch ankommt.»

… ihrer Arbeit in Schweden:  

«Ich war kürzlich als Projektleiterin für einen Software-Development-Tag tätig. Der ganze Tag war in englisch gehalten. Das war eine riesen Chance für mich. Ich hatte so etwas zuvor noch nie gemacht. Der Event hatte über 800 Teilnehmer. Ich war für die ganze Kommunikation und Koordination zuständig und konnte so auch ein Netzwerk aufbauen. In der Schweiz wäre Projektmanagerin aber wohl trotzdem kein Thema, da man doch etwas viele Mails schreiben muss. Für mich war es eine Herausforderung, da ich ansonsten nicht immer so exakt arbeite und nicht kontrolliert wurde.»

… dem, was ihr an Schweden missfällt:

«Am meisten Mühe habe ich mit dem Trinkwasser. Es ist grundsätzlich nicht schlecht, ausser bei uns zu Hause. Ich weiss nicht, woran es liegt. Ich trinke fast immer nur Wasser und habe deshalb damit fast am meisten Mühe.»

... der bevorstehenden Heim-WM:

«Ich glaube, wir sind weiter als an der letzten WM vor zwei Jahren. Wir sind physisch besser. Das hoffe ich auch, so viele Zusatztrainings wie wir gemacht haben. Ich denke aber, dass auch die Tschechinnen einen Schritt weiter sind, die Finninnen aber nicht. Deshalb sind diese drei Teams aktuell etwa auf ähnlichem Stand.»

... ihren Zukunftsplänen:

«Die Zukunft ist noch ziemlich offen. Wenn ich ans Unihockey denke, müsste ich in Schweden bleiben. Es ist extrem viel spannender in Schweden. Ansonsten passt es für mich aktuell auch. Es kommt auch etwas darauf an, wer nächstes Jahr bei Piranha noch spielt.»

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