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Drei Premieren und eine zweite Enttäuschung

Mit Breezy Johnson, Mirjam Puchner und Ester Ledecka holen sich drei Fahrerinnen überraschend wie vorhersehbar ihre erste WM-Medaillen. Die Schweizerinnen gehen auch im zweiten Speedrennen leer aus.

Agentur
sda
08.02.25 - 14:54 Uhr
Ski alpin

Johnson vor Puchner und Ledecka. Wer auf dieses Podest in der WM-Abfahrt gewettet hat, kann sich eines grossen Gewinns sicher sein. Keine von ihnen stand zuvor an Weltmeisterschaften jemals auf dem Podest. Während Puchner und Ledecka an der letzten respektive vorletzten WM als Vierte das Podest knapp verpasst hatten, kam Johnson bisher noch nie über Platz 9 hinaus. Und nun also der Triumph auf der ganz grossen Bühne.

Favoritinnen wider Willen

So überraschend sich das Podest in der Königsdisziplin auch zusammensetzt - der Erfolg kam nicht von ungefähr. Schliesslich wussten die Amerikanerin, die Österreicherin und die Tschechin in den drei Trainings zu überzeugen. Allen voran die Einheimische Puchner, die bestens mit der «Ulli-Maier-Piste» zurechtkam und in den Übungsfahrten die Plätze 6, 1 und 2 belegte. Ledecka machte mit der Bestzeit im Abschlusstraining auf sich aufmerksam.

«Ich habe gewusst, dass im Training nicht alle Vollgas gegeben haben», beschwichtigte Ledecka nach dem Rennen. Ähnlich tönte es vonseiten Puchners. «Natürlich habe ich mich im Training gut präsentiert. Trotzdem habe ich überhaupt keinen Druck gespürt. Favoriten waren andere.»

Von den grossen Namen aber wusste einzig Cornelia Hütter zu überzeugen. Der Österreicherin fehlten 13 Hundertstel zu Bronze. Die Italienerin Federica Brignone, in dieser Saison immerhin schon zweifache Siegerin, musste sich mit Platz 10 begnügen. Landsfrau Sofia Goggia wartet nach einem verkorksten Lauf weiterhin auf ihre erste WM-Medaille in ihrer Paradedisziplin.

Schweizerinnen ohne Medaille im Speed

Von den grossen Schweizer Namen konnte nur Corinne Suter zumindest ansatzweise in den Medaillenkampf eingreifen. Die Schwyzerin verpasste das Podest um 41 Hundertstel. Sie blieb erst zum zweiten Mal in einer WM-Abfahrt ohne Medaille. An den letzten drei Weltmeisterschaften gewann sie einen kompletten Medaillensatz, mit dem Titel 2021 in Cortina d'Ampezzo als Höhepunkt.

Im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt kam die 30-Jährige nach überstandenem Kreuzbandriss immer besser in Fahrt und stand im Januar zweimal auf dem Podest. Eigene Erwartungen schürte das jedoch nicht. «Dass es nicht nach ganz vorne reichen würde, damit habe ich gerechnet. Was ich mir vorgenommen habe, konnte ich umsetzen», zeigte sie sich dennoch zufrieden. «Es war ein Schritt in die richtige Richtung.»

Lara Gut-Behrami, der grösste Schweizer Trumpf, stach ebenfalls nicht. Die 33-jährige Tessinerin schied nach einer kleinen Welle im unteren Teil aus, konnte einen Sturz jedoch verhindern. «Wichtig ist, dass nichts passiert ist, ich gesund bin», sagte sie im Hinblick auf den Riesenslalom vom Donnerstag.

Die Schweiz verpasste nach den Titeln von Suter und Jasmine Flury den Hattrick in der Königsdisziplin. Stattdessen gehen die Speed-Frauen von Swiss-Ski in Saalbach leer aus. In Anbetracht der bisherigen Saisonbilanz mit acht Podestplätzen in neun Speed-Rennen eine enttäuschende Bilanz.

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