Cornelia Hütters eindrückliche Rückmeldung
Cornelia Hütter meldet sich nach durchzogenen Resultaten an der WM eindrücklich zurück. Sie gewinnt die erste von zwei Weltcup-Abfahrten in Kvitfjell und sichert sich ihren dritten Saisonsieg.
Cornelia Hütter meldet sich nach durchzogenen Resultaten an der WM eindrücklich zurück. Sie gewinnt die erste von zwei Weltcup-Abfahrten in Kvitfjell und sichert sich ihren dritten Saisonsieg.
Sie mag den «Hügel» - und sie kennt ihn schon lange bestens. Erste Erfahrungen mit der Piste, auf der vor 31 Jahren im Rahmen der Olympischen Spiele in Lillehammer die Alpinen in Abfahrt und Super-G um die Medaillen gekämpft haben, hat Cornelia Hütter schon vor gut 14 Jahren bei Europacup-Rennen gesammelt. Im vorletzten Winter hat sie in Kvitfjell schon einmal einen Weltcup-Super-G gewonnen.
Cornelia Hütter fühlte sich wieder bereit. Das Abschneiden an der WM in Saalbach, das mit den Rängen 10 im Super-G und Platz 4 in der Abfahrt so gar nicht ihren Vorstellungen entsprach, hatte sie nach genauer Analyse verarbeitet. Sie hatte nach dem Ende des Grossanlasses noch drei Trainingstage im Glemmtal angehängt - und tat dabei den Schritt aus der «kleinen Krise», wie sei es selber formulierte.
Die lange Kranken-Akte
Was sind schon verpasste Medaillen für eine, die schon ganz andere, höhere Hürden gemeistert hat. Für eine, deren medizinische Akte eine respektable Länge aufweist, die sich unter anderem nach drei Kreuzbandrissen, einer schweren Gehirnerschütterung, einer Lungenprellung oder einer Milz-Läsion hat zurückkämpfen müssen. Für eine, die sich durch all die Rückschläge nie von ihrem Weg hat abbringen lassen, die nie Gedanken an einen möglichen Rücktritt verschwendet hat.
«Skirennfahren ist nicht nur mein Beruf, sondern auch meine grosse Leidenschaft. In mir lebt dieses Kämpferherz, das mich stets von neuem Motivation aufbauen lässt», hat die mittlerweile 32-jährige Steirerin in schwierigen Zeiten immer wieder betont. Dieser Durchhaltewillen hat ihr neben den mittlerweile neun Siegen im Weltcup an der WM vor zwei Jahren in Méribel in Frankreich Bronze im Super-G und im letzten Winter die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Abfahrts-Disziplinen-Wertung eingetragen.
Aus den vielen Unfällen hat Cornelia Hütter ihre Lehren gezogen. Sie sei erwachsen geworden, sagt sie, sie könne sich mittlerweile selber und auch das Risiko besser einschätzen. Während den langen Zwangspausen hat sie in der Abgeschiedenheit eines Bauernhofs, den die Eltern vor vielen Jahren erworben haben, Kraft getankt, hat sie inmitten von Pferden, Hochlandrindern und Ponys ihre Gedanken geordnet.
Die einzige Siegerin
Die ruhigen Phasen nimmt sich Cornelia Hütter weiterhin heraus. Sie tun ihr nach wie vor gut, wie die Ergebnisse in der laufenden Weltcup-Saison zeigen. Vor ihrem Sieg am Freitag in Kvitfjell hat sie schon im Dezember zweimal dominiert, nämlich in der Abfahrt in Beaver Creek, Colorado, und im Super-G in St. Moritz. Ihre Erfolge haben aus Sicht von Ski Austria in diesem Winter ein besonderes Gewicht. Nach wie vor ist sie die Einzige in den Alpin-Teams Österreichs, jene der Männer eingerechnet, die erste Plätze vorzuweisen hat.