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Niels Hintermann über seinen ersten Abfahrtssieg

Niels Hintermann über seinen ersten Abfahrtssieg

Niels Hintermann schafft in Kvitfjell mit dem ersten Sieg in einer Weltcup-Abfahrt den nächsten Schritt in seiner wechselvollen Karriere. Die Steigerung in diesem Winter zu erklären fällt ihm schwer.

Agentur
sda
05.03.22 - 08:00 Uhr
Ski alpin
Ist im Abfahrts-Weltcup ganz oben angekommen: Niels Hintermann
Ist im Abfahrts-Weltcup ganz oben angekommen: Niels Hintermann
KEYSTONE/EPA/Erik Johansen

Niels Hintermann, der erste Sieg in einer Weltcup-Abfahrt. Ist er für Sie so etwas wie die Krönung einer eh schon erfolgreichen Saison?

«Vor allem ist es ein nächster riesiger Schritt für mich. Ob es die Krönung der Saison ist? Ziemlich sicher schon. Darüber will ich mir aber noch nicht gross Gedanken machen. Wir haben am Samstag hier in Kvitfjell eine weitere Abfahrt und dann auch noch eine beim Final in Courchevel.»

Sie teilen Ihren ersten Abfahrtssieg im Weltcup mit dem kanadischen Aussenseiter Cameron Alexander. Das passt irgendwie zum Tag, den Sie als «verrückt» bezeichnet haben.

«Absolut. Aber es hatte sich abgezeichnet, dass für die Fahrer in den hinteren Regionen der Startliste noch sehr viel möglich sein könnte hier. Ich habe auch keine vorzeitigen Gratulationen angenommen und immer gesagt, dass es nicht ein Europacup-, sondern ein Weltcup-Rennen ist. Es sind hier die weltbesten Fahrer dabei. Und wenn dann halt mal einer 'einen rauslässt', kommt dann ein solches Ergebnis zustande. Ich mag es ihm von Herzen gönnen. Cool ist, dass er mir nicht den ganzen, sondern nur den halben Sieg weggeschnappt. Nein, im Ernst: Schön, das mit ihm teilen zu können.»

Haben Sie während der Fahrt schon gemerkt, dass es Ihr Tag werden könnte?

«Es hat sich auf der gesamten Strecke sehr gut angefühlt. Der Ski hat überall 'gezogen'. Dass ich aber so schnell war, hätte ich dann doch nicht gedacht. Aber ich hatte gehofft, dass es zumindest ein Top-Fünf-Platz werden wird.»

Ihre Reaktion im Ziel hat gezeigt, dass sie selber überrascht waren, als die «Eins» aufleuchtete auf der Anzeigetafel.

"Die «Eins» hat bei mir noch nie aufgeleuchtet. Darum war es ein riesiger Schrei der Erlösung."

Kommt der Sieg auch einer Versöhnung mit der Strecke gleich? Sie haben sich hier ja schon zweimal verletzt.

«Eigentlich nicht, nein. Ich hatte diese Strecke immer schon gern. Vielleicht hat sie mich bis jetzt nicht gern gehabt. Heute aber haben wir uns wohl beide cool gefunden.»

Sie haben schwierige Zeiten hinter sich. Was hat bewirkt, dass Sie den Sprung ganz nach vorne doch noch geschafft haben?

«Schwierig zu sagen. Wenn ich das genau wüsste, hätte es wahrscheinlich weniger lange gedauert. Es ist der gleiche Mensch und das gleiche Gesicht - und trotzdem war ich ein ganz anderer Mensch vor fünf Jahren. Das gehört alles zu einem Prozess - nicht nur für einen Sportler, sondern allgemein für einen Menschen, um sich weiter zu entwickeln.»

Aber irgend etwas muss diese Leistungssteigerung ja ausgelöst haben.

«Wir haben mit den Trainern sehr gut zusammengearbeitet. Auch im Sommer passt jetzt vieles besser. Die Verantwortlichen des Verbandes machen einen sehr guten Job. Sie unterstützen uns, wo es nur geht. Gäbe es ein Geheimrezept, würde ich es nicht sagen. Aber ich kann es auch nicht sagen.»

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