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Kämpf und Nötzli in Kerzers gemeinsam

In einem verrückten Südwestschweizer Teilverbandsfest teilen sich der Berner Bernhard Kämpf und der Innerschweizer Reto Nötzli den Sieg. Roger Rychen verlor gegen Bernhard Kämpf um den Schlussgangeinzug, holte aber einen weiteren Kranz.

Südostschweiz
17.07.17 - 05:30 Uhr
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Bernhard Kämpf feiert seinen Sieg im Schlussgang gegen Johann Borcard
Bernhard Kämpf feiert seinen Sieg im Schlussgang gegen Johann Borcard
KEYSTONE/THOMAS DELLEY

Gästeduelle ab dem zweiten Gang sorgten in Kerzers für viel Unmut, am Ende kam es aber doch zu einem Gäste-Doppelsieg. Diesen teilen sich Bernhard Kämpf, der sein erstes Teilverbandsfest gewann, und Reto Nötzli. Kämpf hatte ein sehr starkes Notenblatt vorzuweisen und musste schon im zweiten Gang gegen den Nordwestschweizer Christoph Bieri antreten. Dabei musste er das einzige Unentschieden in Kauf nehmen. Umstritten war auch sein Sieg im fünften Gang über den Glarner Roger Rychen. «Da war das Glück auf meiner Seite», gestand der Berner Oberländer nach dem Schlussgang.

Note nachgeschrieben

Bernhard Kämpf feierte in Kerzers den vierten Kranzfestsieg seiner Laufbahn. «Der Sieg im fünften Gang über Roger Rychen war sicherlich entscheidend. Mir war klar, dass ich heute zumindest einen Gast-Eidgenossen bezwingen muss, um das Fest gewinnen zu können.» Mit Bieri und Rychen stand der Berner zwei Gäste-Eidgenossen gegenüber.

Reto Nötzli war nach fünf Gängen gemeinsam mit Kämpf und Stéphane Haenni Zweiter hinter den Führenden Johann Borcard. Wie im fünften wurde ihm auch im sechsten Gang gegen Haenni auf dem Platz die Maximalnote unverständlicherweise nicht geschrieben. Diese erhielt er erst nachträglich, als der Einteilungspräsident sich ans Kampfrichterpult begab und die Unparteiischen 2:1 für eine Zehn stimmten.

Für Nötzli ist es der zweite Teilverbandssieg nach dem Innerschweizerischen 2014 in Cham und zugleich sein zweiter Kranzfestsieg. Johann Borcard kam vergleichsweise mit anderen Athleten mit einem mässigen Notenblatt in den Schlussgang. Er hatte im Anschwingen mit dem Aargauer David Schmid nur einen Eidgenossen auf dem Notenblatt.

Warum es im fünften Gang zu einer weiteren Gästepaarung zwischen Kämpf und Rychen kam, statt Borcard einen der beiden Gäste zuzuteilen, verstanden viele Zuschauer nicht. Von den acht Gästen holten sieben den Kranz. Nur der Berner Niklaus Zenger ging leer aus.

Weitere Premiere

Roger Rychen sorgte in dieser Saison schon für viele Neuigkeiten und Premieren, nun gewann er in Kerzers den ersten auswärtigen Teilverbandskranz seiner Laufbahn. Dies mit einer abermals überzeugenden Leistung. Rychen musste im Anschwingen gegen den schwergewichtigen Pascal Piemontesi stellen. Anschliessend hat er Julien Berset platt besiegt.

Das Glanzstück lieferte der Molliser im dritten Gang, als er gegen den vierfachen Eidgenossen Andreas Ulrich nicht nur dominierte, sondern kurz vor Schluss mit Lätz auch gewann. «Dieser Sieg überstrahlt alles, gehört doch Ulrich zur nationalen Spitze», so Roger Rychen.

Kampfrichter nicht im Bilde

Nach einem weiteren Sieg über den stärksten Freiburger, Steven Moser, wartete mit Bernhard Kämpf nach Ulrich ein weiterer Gast auf Rychen. Dieses Duell verlor er auf unglückliche Art und Weise. Nach einem Angriff des Berners unterbrach der Kampfrichter den Gang am Platzrand und befahl die Schwinger in die Mitte.

Kämpf liess aber nicht los, zog am Boden weiter und überstellte den Glarner. Zu aller Überraschung gab der Kampfrichter, der längst «Halt» gerufen hatte, das Resultat. Selbst Sieger Kämpf sprach angesprochen auf diese Situation von «Glück», Rychen hingegen von «Pech». Mit einem Sieg über Simon Brodard erkämpfte sich Roger Rychen den Kranz im Rang 5a mit 57,00 Punkten.

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