Wie der Vater, so der Sohn
Der 19-jährige Samuel Giger gewinnt erstmals am Glarner-Bündner Kantonalschwingfest. In einem reinen Thurgauer-Duell besiegte er am Pfingstmontag im Schlussgang Tobias Krähenbühl. Bester Glarner ist Roger Rychen. Er sichert sich wie Christian Jöhl, Peter Horner und Reto Landolt einen Kranz.
Der 19-jährige Samuel Giger gewinnt erstmals am Glarner-Bündner Kantonalschwingfest. In einem reinen Thurgauer-Duell besiegte er am Pfingstmontag im Schlussgang Tobias Krähenbühl. Bester Glarner ist Roger Rychen. Er sichert sich wie Christian Jöhl, Peter Horner und Reto Landolt einen Kranz.
Samuel Giger liess sich am Pfingstmontag 29 Jahre nach seinem Vater Emil Giger (1988 in Ennenda) erstmals in die Siegerliste des Glarner-Bündner Schwingfests eintragen. Gigers Sieg in Niederurnen fiel deutlich aus. Einzig gegen den defensiv eingestellten Schwingerkönig Arnold Forrer resultierte im dritten Gang ein Gestellter.
Den Grundstein zu seinem vierten Kranzfestsieg legte der Thurgauer schon im Anschwingen, als er Unspunnen-Sieger Daniel Bösch am Platzrand besiegte. «Dieses Duell hätte auf beide Seiten gehen können, letztlich war ich der Glücklichere», gestand Giger nach dem Fest.
Im zweiten Gang besiegte er den Innerschweizer Roland Kälin, mit dem er sich zuvor noch nie duellierte, mit Wyber-haken. Nach dem erwähnten Unentschieden gegen Forrer, wo nur Giger eine Neun geschrieben wurde, folgte gegen Adrian Steinauer der dritte Sieg. Um den Schlussgangein- zug besiegte der 19-Jährige den Bündner Altmeister Ursin Battaglia in festen Griffen.
Thurgauer Dominanz
Im Schlussgang hätte bei einem Gestellten Gigers Klubkamerad Domenic Schneider den Festsieg geerbt. Doch Gigers Taktik war von Beginn an klar: «Tobias kenne ich von zahlreichen Kantonaltrainings natürlich bestens. Doch wenn man schon im Schlussgang steht, will man den auch gewinnen.» Giger siegte mit 58,25 Punkten, mit einem Viertelpunkt Vorsprung auf Domenic Schneider. «Dass mein Vater auch einmal das Glarner-Bündner gewann, wusste ich. Der vierte Kranzfestsieg hier im Glarnerland bedeutet mir sehr viel», so der Festsieger weiter.
Die Thurgauer dominierten das vierte Kranzfest in der Nordostschweiz in allen Belangen. Nach fünf Gängen führte Giger mit einem Viertelpunkt Vorsprung auf das Duo Tobias Krähenbühl und Domenic Schneider. Da Schneider ein Klubkamerad von Giger ist, erhielt Krähenbühl den Vorzug. Krähenbühl hatte ein starkes Notenblatt vorzuweisen und besiegte mit Peter Horner und Roger Rychen zwei Eidgenossen. Schneider gewann auch den letzten Gang gegen Sandro Schlegel und nahm einen Viertelpunkt hinter Giger den Ehrenplatz ein. Krähenbühl blieb Rang fünf.
Ferner holten auch die weiteren Eidgenossen Roger Rychen, Daniel Bösch, Peter Horner und Martin Hersche den Kranz. Der Sieger an gleicher Stätte vor fünf Jahren, Daniel Bösch, war nach dem Gestellten vor der Mittagspause gegen Domenic Schneider aus der Entscheidung gefallen. Gleich fünf der zwölf angetretenen Eidgenossen gingen ohne Eichenlaub nach Hause: Schwingerkönig Arnold Forrer, Alex Schuler, Mike Peng, Beni Notz und Stefan Burkhalter.
Hart traf es Forrer, dem im letzten Gang gegen Andreas Gwerder die Maximalnote nicht geschrieben wurde und mit drei Siegen und drei Unentschieden Erster hinter den Kranzrängen war. In der Kranzverteilung siegten die Thurgauer und die gastgebenden Glarner mit je vier, gefolgt von Graubünden, St. Gallen und Zürich je drei, Appenzell zwei und Schwyz (Gastklub Einsiedeln 1). Einziger Neukranzer war der Bündner Mauro Gartmann.
Die vier Kranzschwinger des Kantons Glarus gewannen allesamt den Kranz, was als Erfolg zu werten ist. Ein Neukranzer blieb dem technischen Leiter Fridolin Beglinger aber versagt. Bester wurde Roger Rychen im Rang 4a. In einem hochstehenden Duell stellte der Neueidgenosse zum Auftakt mit Schwingerkönig Arnold Forrer. Nach drei zum Teil hart umkämpften Siegen unterlag er um den Schlussgangeinzug Tobias Krähenbühl. Mit einer Zehn gegen Christoph Odermatt kehrte der Molliser zu Kranzehren zurück, nachdem er vor Wochenfrist am St. Galler für einmal leer ausging. Den zweiten Schwingerkranz seiner Laufbahn erkämpfte sich Christian Jöhl. Der Maurer, ein unermüdlicher Kämpfer, startete mit zwei Siegen und einem Gestellten gegen Mathias Braun gut. Gegen Mike Peng folgte die einzige Niederlage. Siege über Michael Buchmann und Corsin Jörger liessen den Neo-Molliser im Rang 5c jubeln.
Landolt doppelte nach
Peter Horner lief es am Morgen mit einer Niederlage gegen Tobias Krähenbühl und einem Unentschieden gegen Christoph Odermatt nicht wunschgemäss. Doch im zweiten Teil folgten lauter Siege, zuletzt gegen Lukas Krähenbühl, was dem Landwirt den zweiten Saisonkranz nach dem Zürcher bescherte. Reto Landolt gewann den zweiten Kranz binnen acht Tagen. Der Netstaler Nationalturner gewann vier Gänge und unterlag den beiden übermächtigen Eidgenossen, Unspunnensieger Daniel Bösch sowie Beni Notz. «Die vier Kranzschwinger haben ihre Chance alle genutzt. Eine maximale Ausbeute», gestand Einteilungs- und OK-Präsident in Personalunion Fridolin Beglinger. «Doch auch die Jungen schwangen solide, auch wenn mein Wunsch, jährlich einen Neukranzer zu erküren, heuer uner-füllt blieb.»
Riedi muss sich gedulden
Darum schwang theoretisch im letzten Gang einzig noch Thomas Riedi mit 46,00 Punkten. Doch der Landwirt aus dem Wiggisdorf unterlag dem Thurgauer Marco Oettli auf ei-nen Haken. Mit Beni Rhyner (13e), Patrik Schiesser (14d), Andreas Laager (15d), Mario Tschudi (16h), Michael Laager (16j), Christian Schnyder (17b), Christof Kirchmeier (17d) und Metzgergeselle Fritz Kamm (21c) erreichten gleich acht junge Glarner ebenfalls den Ausstich. Auch Loris Elmer hätte den erreichen können, hätte er nicht verletzt den Wettkampf aufgeben müssen.
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