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Die Bergkulisse als grosser Trumpf

Das Glarner-Bündner ist das erste Schwingfest auf Glarner Boden nach dem positiven Entscheid der Landsgemeinde zur Kandidatur für das Esaf 2025. Die «Südostschweiz» ging in Niederurnen auf Meinungssuche zur Glarner Bewerbung.

07.06.17 - 15:54 Uhr
Schwingen
In Glarus Nord soll 2025 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest stattfinden.
In Glarus Nord soll 2025 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest stattfinden.
SASI SUBRAMANIAM

«Als St. Galler müsste ich für sie sein, ich bin aber auch den Glarnern wohlgesinnt.»

Knapp einen Monat nach dem Ja der Glarner Landsgemeinde zum Kredit von 2,2 Millionen Franken für eine Kandidatur für das Eidgenössische Schwingfest 2025 (Esaf) auf dem Flugplatz Mollis haben die Glarner Schwinger mit dem Glarner-Bündner ihren ersten Anlass durchgeführt. Einen durch die Kandidatur stärker gewordenen Fokus auf die Glarner Organisatoren stellt Fridolin Beglinger, OK-Präsident des Glarner-Bündner in Niederurnen nicht fest. «Ob mit oder ohne Kandidatur: Wir sind immer bestrebt, einen Top-Anlass zu organisieren», sagt Beglinger. «Ziel ist, den Schwingern und Zuschauern ein optimales Fest zu bieten.» Selbstverständlich werde er oft auf das Esaf 2025 angesprochen. «Ich denke, unsere Chancen stehen nicht schlecht. Die Kulisse und die Tatsache, dass im Glarnerland im Gegensatz zu St. Gallen noch nie ein Eidgenössisches stattfand, spricht für die Glarner Kandidatur. Enorm wichtig wird sein, dass wir die Expertengruppe des Eidgenössischen Schwingerverbandes überzeugen können.»

Zurückhaltender NOS-Präsident

Heikler ist eine Stellungnahme für den Präsidenten des Nordostschweizer Schwingerverbandes. «Ich werde mich hüten, eine Kandidatur hervorzuheben», betont der Zürcher Oberländer Hanspeter Rufer. «Als Verbandspräsident und Vize-Obmann des Zentralvorstandes bin ich der Verbindungsmann zwischen den beiden OKs und dem nationalen Verband. Solange ich NOS-Präsident bin, werde ich mich neutral verhalten. Nach meinem Rücktritt kann ich meine persönliche Meinung äussern.» Das wird im Januar 2020 sein. Auf diesen Zeitpunkt will Rufer sein Amt abgeben.

Nicht nur Rufer ist bei den Kandidaturen Glarus und St. Gallen neutral. Auch der NOS-Verband verzichtet auf eine Wahl seines Favoriten und geht damit anders vor als beim letzten Eidgenössischen in der Nordostschweiz. Damals sprachen sich die NOS-Delegierten für Frauenfeld und gegen Appenzell aus. «Auf eine Abstimmung verzichten wir diesmal. Erstens ist es nicht Sache des NOS-Verbandes, in dieser Frage Stellung zu beziehen. Dafür ist der nationale Verband zuständig. Zweitens prüft die erstmals eingesetzte Expertenkommission die Kandidaturen bis ins Detail und gibt dann ihre Empfehlung ab», sagt Rufer.

Sympathie für die Kleinen

Nicht festlegen möchte sich auch der Bündner Kantonalpräsident Jürg Ritter. «Ohne die beiden Kandidaturen im Detail zu kennen, ist es schwierig, dazu etwas zu sagen. Ich gönnte es kleinen Kantonen wie Glarus oder Appenzell, wenn sie bei Grossanlässen auch berücksichtigt werden.» Appenzell hat den Zuschlag für das 2020 stattfindende Jubiläumsschwingfest «125 Jahre Eidgenössischer Schwingerverband» erhalten. Warum also nicht Glarus für das Esaf 2025?

Dem Schwingerkönig von 2001, Arnold Forrer, spielt es grundsätzlich keine Rolle ob 2025 das Eidgenössische in Mollis oder in St. Gallen stattfindet. «In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Als St. Galler müsste ich eher für den Standort St. Gallen sein, aber weil ich in Rufi arbeite und dort meinen Käsereibetrieb habe, bin ich auch den Glarnern wohlgesinnt. Die Hauptsache für mich ist, dass es ein schönes Fest gibt. Eines, das nicht mehr so riesig ist wie in Estavayer. Das war für mich zu gross» sagt Forrer.

Obwohl man beim 38-jährigen Toggenburger nicht sicher sein kann, wird er 2025 kaum mehr aktiv schwingen. «Definitiv nicht mehr», lässt Forrer durchblicken. «Ich schaue ja jetzt bloss noch von Fest zu Fest.» Das tut er, ohne gewisse Ziele aus den Augen zu verlieren. Dabei nennt er 150 Kränze oder das nächste Eidgenössische. «Es hängt aber alles von meiner Gesundheit ab.»

Einer, der 2025 noch als Aktiver an einem Eidgenössischen teilnehmen kann, ist Roger Rychen. Für den Molliser spielt sehr wohl eine Rolle, wo das Esaf dann stattfindet – vor der eigenen Haustüre. «Wie mir Reaktionen von Schwingerkollegen auf den Landsgemeindeentscheid gezeigt haben, sind die Meinungen über den Austragungsort geteilt. Im NOS-Verband ist St. Gallen halt recht gross. Aber dafür hat die Glarner Bewerbung eine Kulisse zu bieten, die absolut top ist.»

Super Bilder aus dem Glarnerland

Die Landschaft bezeichnet auch Abfahrts-Weltmeister Patrick Küng als den grössten Trumpf der Molliser Kandidatur. «Man stelle sich die super Bilder vor, die vom Eidgenössischen im Glarnerland gezeigt werden. Das kann keine andere Bewerbung bieten.»

«Ich bin klar für das Glarnerland», sagt Urs Huwyler, Sportjournalist und Autor der Schwingerbücher «König, Eidgenossen und andere Böse» sowie «Jörg Abderhalden – Winkelried im Sägemehl. «Die Kulisse wäre für ein Eidgenössisches einmalig, und zudem war St. Gallen bereits einmal Gastgeber eines Eidgenössischen», begründet der Toggenburger.

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