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Für das «Eidgenössische» auf die Zähne gebissen

Pirmin Gmür ist einer von zwei Schwingern aus dem «Rapperswiler» Verband, die erstmals an einem Eidgenössischen Schwingfest teilnehmen. Um dies zu bewerkstelligen, musste der 20-Jährige aus Amden im Verlauf der Saison Nehmerqualitäten beweisen. 

Südostschweiz
25.08.16 - 11:20 Uhr
Schwingen

von Bernhard Camenisch 

Als Karl Gmür 1992 am «Eidgenössischen» in Olten schwang, war sein Sohn Pirmin noch gar nicht geboren. Mittlerweile ist dieser 20-jährig und steht vor seiner Premiere am grössten aller Schwingfeste. «Ich bin ganz schön nervös», gibt Pirmin Gmür zu. Vor drei Jahren war er in Burgdorf als Tribünengast dabei. Am Samstag wird er selbst vor über 50 000 Zuschauern ins Sägemehl steigen.

Um es so weit kommen zu lassen, musste Gmür am 29. Mai dieses Jahres heftig auf die Zähne beissen. Am St. Galler Kantonalschwingfest in Uzwil zog er sich im ersten Gang einen Innenbandriss im Knie zu. Ihm war klar, dass dies eine Verletzungspause zur Folge haben wird. Weil er bis zu diesem Zeitpunkt der Saison noch keinen Kranz hatte, musste er befürchten, dass ihm die Felle für die Teilnahme am «Eidgenössischen» davonschwimmen.
Und was tat Gmür? Er hielt in Uzwil noch fünf weitere Gänge durch. Mehr noch: Er blieb nach der Niederlage zum Auftakt mit insgesamt vier gewonnenen Gängen unbesiegt und schaffte den Kranzgewinn. «Da war auch ein bisschen Glück dabei», sagt er rückblickend bescheiden.

Durchhaltewille wird belohnt
Dass er nie aufgibt und stets bis zum letzten Moment an den Sieg glaubt, bezeichnet Gmür als Stärke von sich. In Uzwil zahlte sich sein Durchhaltewille aus. Der 20-Jährige fiel danach tatsächlich aus, und dies für gleich sechs Wochen. Ein weiterer Kranz kam seither nicht dazu, doch der eine reichte, um vom Nordostschweizer Schwingerverband fürs «Eidgenössische» selektioniert zu werden.

Mit seiner Saison ist Gmür – den Verletzungen geschuldet – nicht optimal zufrieden. Vor dem Innenbandriss hatte ihn schon eine angeknackste 
Rippe ausser Gefecht gesetzt. «Mittlerweile fühle ich mich aber wieder tipptop und konnte zuletzt im Training richtig Vollgas geben», erklärt der Ammler. Und was er leisten kann, wenn er fit ist, zeigte er beispielsweise im letzten Jahr, als er beim Rigi-Schwinget gegen den Eidgenossen 
Adrian Laimbacher stellte.

Den ersten Schnitt überstehen
Sollte Gmür in Estavayer auf Brocken dieses Kalibers treffen, würde dies darauf schliessen lassen, dass er gut im Wettkampf liegt. Der angehende Landwirt – im Sommer hat er die Ausbildung begonnen – will aber nicht zu weit vorausschauen. Sein primäres Ziel ist es, am Sonntagmorgen, wenn zum fünften Gang aufgerufen wird, noch im Wettkampf zu sein und damit die erste Zäsur am Samstag überstanden zu haben.

Morgen wird Gmür die Schwinger-Arena auf dem Areal des Militärflugplatzes Payerne in leerem Zustand besichtigen. Eines weiss er schon jetzt: «Am Samstag, wenn sie gefüllt ist, wird es mir kalt den Rücken runterlaufen.»

 

Pirmin Gmür
Alter 20
Wohnort Amden
Beruf Landwirt (in Ausbildung). Abgeschlossene Lehre als Lastwagenmechaniker
Grösse/Gewicht 180cm/112kg
Kränze 2016/total 1/4
Bisherige ESAF-Teilnahmen 0
Schwingerkönig 2016 wird Ich hoffe Armon Orlik oder ein anderer Ostschweizer
Ziel in Estavayer Am Sonntag noch schwingen zu können
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