Die 13 wird zur Glückszahl: Das sagt Nadja Kälin nach ihrem Bronze-Coup
Nadja Kälin sorgt zum Abschluss der Spiele für eine Langlauf-Sensation. Die Bündnerin gewinnt als erste Schweizerin eine Einzelmedaille im Langlauf. Und ist danach überwältigt.
Nadja Kälin sorgt zum Abschluss der Spiele für eine Langlauf-Sensation. Die Bündnerin gewinnt als erste Schweizerin eine Einzelmedaille im Langlauf. Und ist danach überwältigt.
Was als Zugabe gedacht war, endet im Val di Fiemme in einem historischen Exploit. «Als Kind träumst du davon, eine Medaille zu gewinnen. Und wenn du erwachsen wirst, merkst du, wie weit dieses Ziel weg ist», sagte Nadja Kälin ins Mikrofon der SRF-Reporterin. Am letzten Olympiatag sorgt die Engadinerin über 50 km Massenstart für eine Sensation. Kälin holt Bronze – und damit die erste Schweizer Einzelmedaille im Langlauf an Olympischen Spielen. Wahnsinn! Zumal sich das Rennen von Beginn an hart entwickelt. Ebba Andersson (Gold) und Heidi Weng (Silber) drückten früh aufs Tempo, die Bündnerin hingegen hielt sich zunächst zurück. Erst zur Rennhälfte tauchte sie in der Verfolgergruppe auf, die um Bronze kämpfte.
Wie Dominator Klaebo
«Ich war wirklich nervös, weil man nie weiss, wie stark die anderen sind», sagte sie später. Das Tempo sei in der zweiten Hälfte kontrollierbar gewesen, «was mir recht war». In ihrem Kopf kreiste nur ein Gedanke: «Schonen, schonen, schonen. Und im Schlussanstieg machst du es dann wie der Klaebo.» Eine charmante Referenz an Dominator der Spiele und an die Kunst, im richtigen Moment zuzubeissen.
Und gleichwohl habe sie versucht, nicht an die Medaille zu denken, sondern sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren. Tatsächlich wirkte ihr Finish kalkuliert. Kein überhasteter Antritt, kein Zittern beim Umtreten in den Kurven nach den Abfahrten. Sie blieb bei sich, dachte nicht an Edelmetall, sondern an Technik, Rhythmus, Atmung.
Sie wollte ein Diplom, es gab zwei Medaillen
Im Ziel brachen dann die Emotionen durch. Sie stand da und staunte über die eigene Geschichte. Letztes Jahr habe sie zwar einen Leistungsschub gemacht, doch das Ziel sei immer noch weit weg gewesen. «Und nun gehe ich mit zwei Medaillen nach Hause. Unglaublich.»
Was sie ursprünglich anstrebte? Ein olympisches Diplom mit einer Top-8-Klassierung. Nun verlässt sie das Val di Fiemme mit Silber und Bronze im Gepäck. Und die 13 glänzt wie Gold.