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WM-Leader Antonelli siegt auch in Miami

Teenager Kimi Antonelli setzt im Mercedes seine Siegesserie in der Formel 1 unbeirrt fort. In Miami hält der 19-jährige Italiener auch Weltmeister Lando Norris im wiedererstarkten McLaren in Schach.

Agentur
sda
03.05.26 - 23:19 Uhr
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Kimi Antonelli küsst nach seinem Triumph in Miami die Siegertrophäe
Kimi Antonelli küsst nach seinem Triumph in Miami die Siegertrophäe
KEYSTONE/AP/Lynne Sladky

Das drohende Unwetter hatte im Sunshine State im Vorfeld für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Doch die Organisatoren reagierten frühzeitig und zogen den Rennstart um drei Stunden vor. Am Ende war das Wetter kein Faktor, der Regen blieb aus.

Dafür erlebte die Formel 1 bei ihrer Rückkehr nach der fünfwöchigen Pause infolge des Iran-Kriegs die nächste Sternstunde des jüngsten Fahrers im Feld: Kimi Antonelli feierte im vierten Grand Prix der Saison seinen dritten Sieg, den dritten in Folge, und stellte damit seine Ambitionen erneut eindrucksvoll unter Beweis.

«Für mich war das heute das beste Rennen, das er bisher gefahren ist», meinte Mercedes-Sportchef Toto Wolff und fügte an, dass das Auto von den Upgrades her nicht auf dem Stand von McLaren gewesen sei.

Startprobleme halten an

Einziger Makel bleibt der Start. Zum dritten Mal hintereinander aus der Pole-Position losgefahren, wurde Antonelli auf den ersten Metern von Charles Leclerc im Ferrari von der Spitze verdrängt. Später führten auch Norris, Piastri und Verstappen das Rennen zwischenzeitlich an. Nach Rennhälfte jedoch konnte nur noch Norris, der Sieger des Sprints am Vortag, mit Antonelli mithalten. Doch der jüngste WM-Führende der Formel-1-Geschichte behielt die Nerven.

«Das ist nur der Anfang, es ist noch ein weiter Weg», sagte der verblüffende Teenager. «Aber wir arbeiten sehr hart. Ich werde das jetzt geniessen und dann weitermachen. In drei Wochen geht es schon nach Kanada.»

Als Schlüssel zum Erfolg erwies sich Antonellis einziger Reifenwechsel, den er zwei Runden vor Norris vollzog. Damit schaffte es der WM-Leader am Weltmeister vorbei. In den verbleibenden 35 Runden bis ins Ziel hielt er dem Druck von Norris stand. Dieser versuchte vergeblich, näher an Antonelli heranzukommen und schaffte es nicht mehr, nochmals einen Angriff auf den Italiener zu lancieren. Im Ziel trennten die beiden gut drei Sekunden.

McLaren wiedererstarkt

Die WM-Wertung führt Antonelli nun mit 20 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen George Russell an. Der Brite kassierte im Duell der Silberpfeile als Vierter erneut einen Dämpfer. Hinter Antonelli und Norris komplettierte Oscar Piastri im zweiten McLaren als Dritter das Podest. Das Weltmeister-Team scheint nach einem schwachen Saisonstart ohne eine einzige Top-3-Klassierung in Florida wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben.

Das gilt auch für Max Verstappen im Red Bull, der trotz einem frühen Dreher lange um seinen ersten Podestplatz des Jahres gefahren war, und letztlich Fünfter wurde. Einen Rückschlag hinnehmen musste hingegen der WM-Dritte Leclerc. Der Monegasse fiel nach einem Dreher in der Schlussphase noch vom 3. in den 6. Rang zurück und beendete damit das Rennen unmittelbar vor seinem Ferrari-Teamkollegen Lewis Hamilton.

Audis Pechsträhne geht weiter

Ernüchternd verlief das Wochenende auch für das Team Audi. Nico Hülkenberg demolierte sich in der Startrunde die Front, musste an die Box und gab das Rennen schliesslich nach neun Runden mit Getriebeproblemen auf. Bereits am Vortag hatte das Auto des Deutschen vor dem Sprint am Heck Feuer gefangen und einen Start verunmöglicht. Auch Teamkollege Gabriel Bortoleto blieb als Zwölfter ohne WM-Punkte.

Die Formel 1 bleibt in Nordamerika. In drei Wochen findet in Montreal der Grosse Preis von Kanada statt. Anschliessend zieht der Tross weiter nach Europa, wo mit je drei Rennen im Juni und Juli ein intensives Programm wartet.

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