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«Haben noch nie so viele Emotionen schon am Start gesehen»

«Haben noch nie so viele Emotionen schon am Start gesehen»

Die Alpen Challenge mit Start und Ziel in der Biathlon Arena sorgt für Emotionen und für den Sieg eines «Ausnahmefahrers».

Rinaldo
Krättli
vor 3 Monaten in
Mehr Sport

Dass die 21. Alpen Challenge – ein Radmarathon über 117 Kilometer Distanz der über die Pässe Albula und Julier – überhaupt durchgeführt werden konnte, verdanken die Veranstalter dem Kanton Graubünden. Dieser hat die Alpen Challenge als eine von insgesamt fünf Pilotveranstaltungen ausgewählt. Diese dienen dazu, Erfahrungen mit Grossveranstaltungen zu sammeln, bei denen ein neues Zulassungs- und Testverfahren zum Einsatz kommt.

Für einen Start bei der Alpen Challenge waren ein aktuelles negatives Testergebnis, ein Impfnachweis oder der Nachweis der Genesung vorzuweisen.

Dank der Berücksichtigung als Pilotveranstaltung war es erlaubt, dass bis zu 1000 Personen an der Alpen Challenge teilnehmen konnten. Gekommen sind am Ende rund 700 Teilnehmer, so die Veranstalter in einer Mitteilung. Das seien so wenig wie schon lange nicht mehr, doch der Aufwand habe sich gelohnt, meint Organisationsleiter Stefan Schwenke. «Ich glaube, wir haben noch nie so viele Emotionen schon am Start gesehen. Die Erleichterung, wieder ein Rennen fahren zu dürfen, war den Teilnehmerinnen und Teilnehmer förmlich anzusehen», wird Schwenke in der Mitteilung zitiert.

Ausnahmefahrer gewinnt Alpen Challenge

Mit Patrick Hagenaars aus Brixen im Thale (Ö) gewann ein «absoluter Ausnahmefahrer der Radmarathon-Szene» das Rennen bei den Herren, wie die Organisatoren schreiben.

Hagenaars verlor bei einem Unfall im Jahr 2003 seinen linken Arm, der 39-Jährige lässt sich aber nicht vom Radsport abhalten und fährt seit 2011 mit einer Prothese.  

Auf dem Weg in die Biathlon Arena in Lantsch/Lenz setzte sich Hagenaars im Schlussanstieg gut drei Kilometer vor Schluss von seinem letzten Begleiter, dem Churer Andrea Bricalli, ab und gewann nach 3:38:44 Stunden souverän. «Keine Chance, da nachzusetzen», so der 22-jährige Churer, der bis ins Ziel noch 2:14 Minuten verlor.

Am Albula hatte Bricalli das Rennen sogar noch alleine angeführt. «Ich bin auf dem Kopfsteinpflaster von Bergün einfach mein Tempo weitergefahren, da waren die anderen weg», so Bricalli. Nach der Passhöhe wartete er jedoch auf Hagenaars und Dominik Salcher, um auf den Kilometern durch das Engadin Kräfte zu sparen. Salcher, der wie Hagenaars im Tiroler Brixental zu Hause ist, verlor dann aber in der Abfahrt vom Julierpass den Anschluss und wurde am Ende mit 7:32 Minuten Rückstand Dritter. Bei den Frauen war wie bei der bisher letzten Austragung im Juni 2019 erneut Nina Zoller nicht zu schlagen.

Die 35-jährige Teamkollegin von Bricalli beim RMV Chur fuhr ihren Konkurrentinnen schon im Anstieg zum Albulapass davon und baute ihren Vorsprung bis in die «Biathlon Arena» auf 17:31 Minuten aus. «Eigentlich habe ich mich gar nicht so gut gefühlt, aber dann bin ich mein Tempo gefahren und habe mit Michele Paonne einen guten Begleiter gefunden», so Zoller. «So konnten wir die Runde gemeinsam geniessen.» Zweite wurde Sarah Tihanyi aus Niederteufen. Rang drei ging an Tanja Blickenstofer aus Horgen.

In der Abfahrt vom Albula ist es zu einem Sturz gekommen, die Rega wurde aufgeboten. Die gestürzte Person konnte sich laut Angaben selbständig zum Helikopter begeben, über den Schweregrad der Verletzung liegen aber noch keine Angaben vor.

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