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Doppelte Genugtuung für Sportschützen Lars Färber

Doppelte Genugtuung für Sportschützen Lars Färber

Der Felsberger Sportschütze Lars Färber ist für die Druckluft-EM in Kroatien selektioniert worden. Zuvor musste er durch ein Wechselbad der Gefühle.

Rinaldo
Krättli
vor 2 Wochen in
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Lars Färber
Lars Färber geht an seine zweite Europameisterschaft.
PHILIPP BAER

Das Trainerteam des Schweizer Schiesssportverbands (SSV) hat die Mannschaft für die Indoor- und Outdoor-Europameisterschaften vom 23. Mai bis 6. Juni im kroatischen Osijek selektioniert. Unter ihnen figuriert auch der Felsberger Lars Färber, der in der Disziplin 10 Meter Luftgewehr antritt. Für Färber, der den Sport als Amateur betreibt, ist es die zweite EM-Teilnahme.

Enttäuschungen und Freude

Für Lars Färber ist die EM-Teilnahme eine doppelte Genugtuung. Denn der 37-Jährige musste in den letzten Monaten einiges wegstecken. Im Dezember des letzten Jahres qualifiziert er sich für die im Februar angesetzte Druckluft-EM im finnischen Lohja, als einer von nur zwei Schweizern in der Disziplin 10 Meter. Im Januar dann der erste Rückschlag: Die EM wird aufgrund von Corona abgesagt. Färber wählte daraufhin sogar den Weg zum Sportpsychologen, um die Absage zu verarbeiten. Bereits nach dem ersten Gespräch wendet sich das Blatt wieder. Die EM wird in Kroatien nachgeholt – Die erste Genugtuung. Aber: «Einerseits war da eine grosse Freude in mir, andererseits eine böse Vorahnung», sagte Färber gegenüber der «Südostschweiz» vor zwei Monaten. Seine böse Vorahnung bewahrheitete sich dann tatsächlich. Der 36-jährige Felsberger musste sich erneut für die EM qualifizieren.

Mit der Wut im Bauch

Der Schweizer Schiesssportverband erklärte seinen Entscheid, dass sich die Athleten ein weiteres Mal qualifizieren müssen, damit, dass er mit denjenigen Schützen an der EM im Mai an den Start gehen wolle, die kurz davor am besten in Form seien. Die folgenden Qualifikationswettkämpfe bestritt Färber mit der Wut im Bauch, erklärte er damals in der «Südostschweiz». Er habe seine Gefühle nicht verbergen wollen. Habe sich das in den ersten Wettkämpfen noch negativ ausgewirkt, habe er anschliessend zu alter Form zurückfinden können. Heute ist definitiv klar: Färber hat die hohen Bedingungen in mehreren Wettkämpfen erfüllt – die zweite definitive Genugtuung.

Olympiatraum

Für Färber ist es die zweite Teilnahme an einer EM. 2019 war er schon dabei und das äusserst erfolgreich. Mit dem Team gewann er in Italien Bronze die erste Schweizer Teammedaille überhaupt. Doch es lockt noch weit mehr als eine Europameisterschaft. In Kroatien könnte er sich gar für die Olympischen Spiele in Tokyo in diesem Sommer qualifizieren.

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