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Olympia lockt zwei Kanuten aus der Region an die WM

An den Kanu-Weltmeisterschaften in Ungarn bietet sich für Franziska Widmer und Andri Summermatter die Möglichkeit, Olympiatickets für Tokio zu ergattern. Sie reisen mit ganz unterschiedlichen Ambitionen an.

Linth-Zeitung
Montag, 19. August 2019, 19:00 Uhr Aussenseiter
Franziska Widmer und Andri Summermatter messen sich in Ungarn mit der Kanu-Weltelite.
PRESSEBILD

von Fabio Wyss

Es ist jener Traum, den wohl die meisten Sportler träumen: die Teilnahme an Olympischen Spielen. Für den Eschenbacher Andri Summermatter und die Jonerin Franziska Widmer entscheidet sich ab Donnerstag, ob dieser Traum demnächst Realität werden könnte. Denn im ungarischen Szeged findet die Kanu-WM, verbunden mit der Vergabe der meisten Quotenplätze für Olympia 2020, statt.

Auf den beiden stärksten Kajakfahrern des Landes liegen die Hoffnungen des Schweizerischen Kanuverbandes, auch wenn sie selbst etwas relativieren: «Es ist zwar vieles offen, aber ich sehe mich klar als Aussenseiter», meint Summermatter. Widmer sagt gar, dass die Olympiaqualifikation für sie dieses Jahr keine Priorität habe, sie schaue nur darauf, die bestmöglichen Rennen zu zeigen.

«Bisher habe ich kein WM-Halbfinale überstanden. Das zu ändern, muss das Ziel sein.»
Franziska Widmer, Kanutin aus Rapperswil-Jona

Dies überrascht, denn Widmer gelangen Anfang Monat mit zwei zehnten Plätzen an der U23-WM Karrierebestresultate. «Die Konkurrenz kann man nicht miteinander vergleichen. Bisher habe ich an Elite-Weltmeisterschaften noch kein Halbfinale überstanden. Das zu ändern, muss für dieses Jahr das Ziel sein», sagt die 22-jährige gelernte Floristin. Seit drei Jahren widmet sie sich voll und ganz dem Sport. Für sie scheint sowieso klar zu sein – egal ob qualifiziert oder nicht –, dass sie nach Olympia 2020 weiterpaddelt. Ihr Weg soll sie an die Olympischen Spiele von Paris 2024 führen, schreibt sie auf ihrer Webseite.

«Es braucht ein Wunder»

Die Gedanken Summermatters kreisen momentan um andere Dinge. Es zählt nur heute und morgen. Für ihn bedeute die WM in Ungarn das wichtigste Rennen der bisherigen Karriere; sein halbes Leben lang trainiere er darauf hin, wie der bald 25-Jährige sagt. Nach einer Saison, die bislang nicht nach Wunsch verlaufen ist, weiss er aber auch: «Es braucht ein Wunder.»

Direkt qualifizieren sich im Einerkajak nur die ersten sechs der Welt für Olympia. Einige Athleten treten aber in Einer- und Mannschaftsbooten an und könnten sich dadurch doppelt qualifizieren. Dadurch erhielten in der Vergangenheit oftmals mehr als nur die sechs Besten einen Quotenplatz.

«Ich liebe die Strecke in Szeged. Dort gibt es das beste Publikum und die beste Organisation.»
Andri Summermatter, Kanute aus Eschenbach

Es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass Summermatter zum ersten Mal in der laufenden Saison seinen Erwartungen gerecht werden kann. Mit seinem neuen Trainer Nicolas Siegenthaler hat er einen Erfolgscoach an seiner Seite. Dessen Aushängeschild, Mountainbiker Nino Schurter, ist bekannt dafür, gerade an wichtigen Rennen Bestleistungen abzuliefern. «Dazu liebe ich die Strecke in Szeged. Dort gibt es das beste Publikum und die beste Organisation», ergänzt Summermatter. Tatsächlich säumten täglich über 10 000 Zuschauer die Strecke, als 2011 das letzte Mal Elite-Weltmeisterschaften dort stattfanden.

Widmer erster Vergleich 2019

Dieses Jahr werden unter diesen Zuschauern rund 30 Schweizer sein. Sie wollen am Grossanlass mitfiebern, obwohl die Chancen auf Schweizer Olympiaplätze gering sind. Gerade bei Widmer darf man aber gespannt sein: Sie startete diese Saison weder am Weltcup noch an der EM und trifft deshalb an der WM erstmals auf die besten der Welt. An kleineren Regatten paddelte sie diese Saison mehrfach auf das Podest und holte wichtiges Selbstvertrauen. Eine Grundvoraussetzung, um Träume zu verwirklichen.

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