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Zeitlos schnell und in pink getanzt

Der Challenge Triathlon in Roth ist Geschichte. Das «Germanswissteam» mit Radioleiter Jürgen Törkott, Redaktor Hans Peter Putzi und dessen Ehefrau Nora Putzi hat das Ziel am vergangenen Sonntag nach 11:03:53 Stunden erreicht. Fast ohne zeitliche Anhaltspunkte und trotz verletztem Fuss.

Simone
Zwinggi
Mittwoch, 10. Juli 2019, 04:30 Uhr Somedianer am Triathlon

«Doch, ein bisschen müde bin ich schon», sagt Redaktor Hans Peter Putzi zwei Tage nach dem Riesenanlass in Roth. Und wie geht’s RSO-Leiter Jürgen Törkott? «Es gibt zu viele Treppen auf dieser Welt», konstatiert dieser aus seinen Ferien am Strand.

Während Törkott seine strapazierten Waden auf dem Badetuch ausstrecken kann, sitzt Putzi im Büro. «Die Knie haben am Abend schon etwas geschmerzt», gibt er zu. Aber das geht wohl nach dem Erfolgserlebnis vom Wochenende etwas vergessen. Die 180 Velokilometer in weniger als sechs Stunden zu absolvieren, das war das Ziel von Putzi. 5:32:26 lautet das erreichte Resultat. «Nachdem Nora die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke in 1:10:42 absolviert hatte, lief es auch mir sehr gut», sagt Putzi. Er habe keine nennenswerte Krisen gehabt. Putzi freut sich über seine Leistung – und staunt. «Aufwärts bin ich nie überholt worden. Im Gegenteil, ich konnte einen Velofahrer nach dem anderen einholen.» Ein Bergfloh also? «Möglich. Gings den Berg hinunter oder war’s flach, wurde ich ständig wieder überholt», sagt er und lacht. Lachen, das konnte Putzi bis ins Ziel, trotz aufkommendem Wind. «Der Wind, der in der zweiten von zwei Velorunden einsetzte, war brutal», so Putzi. Dennoch habe er bemerkt, wie seine Konkurrenten stetig nachliessen, er sein Tempo aber weiterziehen konnte.

«Wie lange hab ich gebraucht?»

Putzis Leistung auf dem Velo erstaunt insofern, als dass er komplett auf technische Unterstützung verzichtete. So kennt er im Zeitalter von Velocomputern und GPS-Uhren nur ein probates Mittel gegen Zeitdruck: «Einfach keine Uhr anziehen!» Das machte er auch in Roth. Er habe auf der ganzen Strecke kein einziges Mal die Uhrzeit gesehen, erzählt Putzi. Nur nach seinem Gefühl sei er gefahren. «Es fühlte sich regelmässig und gut an.» Bei der Übergabe an Läufer Törkott habe ihn dennoch erstmal eines interessiert: «Wie lange hab ich gebraucht?», lautete die erste Frage an seine Frau.

Etwa 15.45 Uhr zeigte die Uhr an, als Törkott von Putzi auf die Marathonstrecke geschickt wurde. Sein Ziel, eine Zeit unter vier Stunden zu erreichen, verfehlte Törkott zwar. Doch das hat seine Gründe. Zwei Wochen vor dem Wettkampf passierte ihm beim Lauftraining ein Missgeschick: Er machte einen Fehltritt. Blau und stark geschwollen sei der Fuss gewesen, das Training nicht mehr möglich. Doch in Roth biss Törkott sich durch. Nach 4:16:32 kam er ins Ziel, konnte unterwegs sogar ein Tänzchen hinlegen, wie Putzi erzählt.

Es lohnt sich!

Zwei Tage nach dem Anlass schwärmt Putzi noch immer. «Gemeinsam mit so vielen Athleten auf die Strecke zu gehen, das war ein riesiges Erlebnis.» Auch die Zuschauermassen beeindruckten ihn. «Am Solarer Berg, da war praktisch kein Durchkommen.» Die Leute hätten sich auf die Strasse gedrängt, für die Athleten habe sich jeweils eine Gasse von etwa eineinhalb Metern gebildet. «Überholen war dort also nicht möglich», so Putzi.

Und jetzt, findet man das «Germanswissteam» bereits auf der Anmeldeliste vom kommenden Jahr? «Nein», sagt Putzi bestimmt. Und fügt an: «Aber wer einmal die Gelegenheit bekommt, dort zu starten, sollte unbedingt gehen!»

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