Schwanden macht für Turner den Handstand
Zum ersten Mal überhaupt findet ein Glarner Kantonalturnfest statt. An die 3300 Turnerinnen und Turner aus der ganzen Schweiz werden dieses Wochenende in Schwanden erwartet. Eine logistische Herausforderung.
Zum ersten Mal überhaupt findet ein Glarner Kantonalturnfest statt. An die 3300 Turnerinnen und Turner aus der ganzen Schweiz werden dieses Wochenende in Schwanden erwartet. Eine logistische Herausforderung.
Bevor die Turnerinnen und Turner ihr Können am Wochenende aber zeigen können, steht der Aufbau der Wettkampfstätten mit vielen fleissigen Helfern an. «Ohne die grosse Unterstützung wäre ein Fest in dieser Grössenordnung nicht mehr durchführbar», zeigt sich OK-Präsident Hans-Jörg Marti dankbar. Obwohl das Glarner Kantonalturnfest mit etwa 3300 Turnenden aus 18 Kantonen ein eher Kleineres ist – beim Berner 2016 waren es über 15 000 – ist der Aufwand für alle Beteiligten enorm. Aber laut Marti stemmbar: «Unser Organisationskomitee ist ein eingespieltes Team. Es ist praktisch identisch mit demjenigen von 2012 für das Glarner-Bündner Turnfest.»
Neben den drei Festzelten müssen unter anderem auf dem Sportplatz Wyden und in den Turnhallen in Schwanden und Haslen die Sportstätten erstellt, der Zeltplatz eingerichtet – rund 2200 Turnerinnen und Turner werden ihn benutzen – und die sanitären Anlagen aufgebaut werden.
Die Zivilschutzorganisation Glarnerland ist vor allem für die Infrastruktur zuständig. 240 Manntage investierten die Zivilschützer in den Aufbau der Festzelte oder dem Bauen von Zugangswegen. «Nur dank ihnen ist das Kantonalturnfest überhaupt möglich», zeigt sich Marti froh darüber.
Sport steht im Mittelpunkt
Erfahrungsgemäss werden laut Marti etwa gleich viele Zuschauer erwartet wie Turner. Rund ein Viertel der Aktiven wird im Übrigen von Glarner Vereinen gestellt. Einer von ihnen ist Luca Rimini, Turner und Vorstandsmitglied des TV Oberurnen. «Das ist das schöne an einem Kantonalturnfest. Es werden viele Zuschauer vor Ort sein, die wir kennen und die uns anfeuern werden», sagt er. «Für unseren Verein ist es ganz klar das Saisonhighlight.»
An den Turnfesten heftet der landläufige Makel, dass der Alkohol in Strömen fliesst und auch sonst eher die schönen Seiten des Lebens genossen werden. Rimini dementiert: «Für uns steht ganz klar das Sportliche im Mittelpunkt. Speziell wollen wir natürlich die Einheimischen Vereine schlagen», sagt er mit einem Schmunzeln.
Seit Anfang April trainieren die Oberurner zwei- bis dreimal die Woche intensiv für die Turnfestsaison. «Erst wenn die sportliche Leistung stimmt, wird dann mit einem Bierchen darauf angestossen und das kameradschaftliche gepflegt», erklärt Luca Rimini.
Bahnhof mitten im Areal
Der Bahnhof Nidfurn-Haslen liegt inmitten des Wettkampfareals. «70 Prozent der Turner werden mit dem Zug anreisen», weiss Hans-Jörg Marti. Dennoch ist es ein Anliegen des OK-Chefs, dass auch die Zuschauer die Bahn benutzen. Dies, weil die Parkmöglichkeiten in Schwanden begrenzt sind.
Ein weiteres Anliegen von Marti ist: «Dass vor allem Schwanden mit Flaggen die Besucherinnen und Besucher willkommen heisst.»
Probleme im Allgemeinen erwartet Marti keine. Die Leute in der Umgebung seien informiert, alles Mögliche sei getan worden, um den Turnenden ein unvergessliches Kantonalturnfest zu bieten. Ein Wunsch hat Hans-Jörg Marti für das Turnfest, das heute beginnt (Programm siehe Box), dennoch: «Schönes Wetter natürlich», sagt er mit einem Lachen.
Paul Hösli ist Leiter Sport bei den «Glarner Nachrichten» in Ennenda. Er ist seit 1997 bei der «Südostschweiz», im Jahr 2013 wechselte er intern von der Druckvorstufe in die Redaktion. Zuerst in einem 40-Prozent-Pensum und seit 2016 zu 100 Prozent. Mehr Infos
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